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Potsdam Roland Schulze macht „Berghain“ flott
Lokales Potsdam Roland Schulze macht „Berghain“ flott
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16:24 13.09.2015
In der Stuck-Werkstatt (v.l.): Besucher Moritz Wittlinger, die Stuckateure Hagen Mehmel und André Otto sowie Gast Lara Pietschmann, Quelle: Christel Köster
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Babelsberg

Gotische Bibliothek, Orangerie, Friedenskirche, Muschelgrotte, Einsteinturm – wie passt in diese Liste das „Berghain“ rein? Antwort: Wenn die Fassade so ruinös ist, dass der Putz in großen Stücken abfällt (im schlimmsten Fall auf wartende Partygäste), braucht selbst der berühmteste und coolste Technoclub der Welt mal ein bisschen Baudenkmalpflege. Unter einer Bedingung: „Nach dem Verputzen durfte das ,Berghain’ keinesfalls irgendwie neu gemacht aussehen“, erzählte Roland Schulze, Chef der gleichnamigen Baudenkmalpflege GmbH. Sonst hätte das einstige Heizkraftwerk, erbaut in den 1950ern, ja seinen wilden Charme verloren.

Ob in Berlin, Potsdam, Rheinsberg oder Rathenow – Schulze und seine 70 Beschäftigten haben schon architektonische Kleinode – von der Kirche übers Rathaus bis zum Schloss – sowie unzählige historische Fassaden wieder auf Vordermann gebracht. Am Sonntag konnten Besucher hinter die Kulissen des im Herbst 1989 gegründeten Betriebes blicken. Anlass war der Tag des offenen Denkmals, der unter dem diesjährigen Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ stand. Schulze lud zu Rundgängen durch die Werkstätten an der Friedrich-Engels-Straße ein. Eine kleine Ausstellung dokumentierte eine Auswahl der Projekte aus den vergangenen Jahren: Mit dem Wiederaufbau des völlig ruinösen Pomonatempels begann Anfang der 1990er alles. „Wir setzen uns mit jedem Ziegelstein auseinander“, so Schulze. Wer nur seinem Job, beispielsweise als Mauer oder Stuckateur, nachgehen will, sei in der Firma fehl am Platz. Schulze braucht Leute mit Leidenschaft!

Umfangreichstes Projekt momentan sei die Hüllensanierung am Schloss Charlottenburg. Schulze mag jedoch auch die vielen kleinen Vorhaben, darunter die Sanierung von Grabstellen auf dem Bornstedter Friedhof. Eine Rundum-Behandlung bekommt zurzeit die letzte Ruhestätte des Architekten Heinrich Ludwig Manger (1728-1790). Vor sechs Jahren nahm Schulze ins Firmenportefeuille die Pflege und das Warten von Denkmalen auf. Acht Kollegen der Firma betreuten rund 200 Potsdamer Denkmale. Deren Allgemeinzustand wird zweimal im Jahr überprüft, kleinere Schäden schnell beseitigt.

Im „Endspurt“ befindet sich ein Projekt, das Schulze vor zehn Jahren initiierte: Die Sanierung des als „nicht wiederaufbaufähig geltenden“ Winzerbergs am Rande des Parks Sanssouci. Schritt für Schritt hat der Bauverein die stufenförmige Terrassenanlage rekonstruiert. Nur ein kleines Eckchen muss noch gemauert werden. 2016 werden dann Gitter und Terrassenscheiben eingesetzt. Rund 4000 Paten wurden für die Scheiben, 100 für die Rebstöcke gefunden. Schulze überlegt nun, am Winzerberg eine Tafel anzubringen, auf der all’ jener Potsdamer gedankt werden soll, die ehrenamtlich zigtausende Arbeitsstunden investiert haben. Denn der Wiederaufbau der Terrassenanlage grenze an „ein kleines Wunder“, freute sich der Baudenkmalpfleger.

Von Ricarda Nowak

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