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Potsdam Bauer sucht... Gerechtigkeit
Lokales Potsdam Bauer sucht... Gerechtigkeit
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21:52 20.09.2016
Regisseur Aron Lehmann vor dem Filmmuseum. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

2004 war es, als Aron Lehmann einen kleinen Film über einen Schweinebauern drehte, der alles verloren hat und eine Bank ausraubt. Mit „Die letzte Sau“ bewarb er sich damals an der Babelsberger Filmhochschule „Konrad Wolf“ für ein Regiestudium – und wurde genommen. Das Diplom hat Lehmann längst in der Tasche, doch die Figur des Pleite-Bauern ließ ihn nicht los. „Die Geschichte hatte ich nicht zu Ende erzählt, da steckte noch so viel mehr drin“, sagte der Regisseur.

Gedacht, getan, gedreht (unter anderem in Brandenburg)– „Die letzte Sau“ gibt es nun in der abendfüllenden Version: Der schwäbische Schweinebauer Huber (herrlich wortkarg: Golo Euler) kann es nicht mehr mit den Agrarfabriken aufnehmen. Als ein Meteorit in seinen kleinen Hof kracht, bleibt ihm nichts mehr außer einer Sau. Huber flieht vor seinen Schulden und startet einen Feldzug für Gerechtigkeit. Auf seiner Reise durch die Republik trifft er schräge Rebellen wie den imkernden Ex-Banker Meier (Thorsten Merten).

Ungerechtigkeit – das ist, was den Wahl-Münchener umtreibt und aufregt. „Die kleinen Bauern oder auch Einzelhändler werden systematisch von den Großen, von den Ketten und Konzernen kaputt gemacht.“ Als Kind, erinnert sich Lehmann, habe er mit der Kanne Milch vom Bauern geholt. In seinem Dorf im nordschwäbischen Ries habe es eine Bäckerei, einen Metzger, alle diese kleinen Handwerksläden gegeben. Vorbei. Stattdessen gibt’s Supermärkte.

Die Verbraucher sollten wieder das Leben, die Lebensmittel wert schätzen und nicht nach dem billigsten Stück Fleisch, das aber täglich verlangen. „Jeder kann mit seinem Handeln die Welt verändern – ,egal’ ist keine Haltung“, sagte der Vater eines drei Monate alten Jungen. Mutter ist die Schauspielerin Rosalie Thomass, die in „Die letzte Sau“ Hubers Freundin spielt, die wunderbar naive Tochter eines Großbauern. Lehmann und sein Hauptdarsteller Euler stellten „Die letzte Sau“ im Filmmuseum vor. Am 29. September startet das tragikomische, skurrile Roadmovie bundesweit in den Kinos. Während seines Studiums wohnte Lehmann wie so viele seiner Kommilitonen in Berlin. „Dabei ist Potsdam die schönere Stadt“, stellte der Wahl-Münchener fest.

Von Ricarda Nowak

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