Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 16 ° wolkig

Navigation:
Bauer sucht... Gerechtigkeit

Tragikomödie „Die letzte Sau“ Bauer sucht... Gerechtigkeit

Der Babelsberger Regie-Absolvent Aron Lehmann und Hauptdarsteller Golo Euler haben im Filmmuseum Potsdam am Dienstagabend die wunderbar skurrile Tragikomödie „Die letzte Sau“ vorgestellt. Bundesweiter Kinostart ist am 29. September.

Potsdam 52.3905689 13.0644729
Potsdam Mehr Infos
Nächster Artikel
Potsdam am Mittwoch: Das ist heute wichtig

Regisseur Aron Lehmann vor dem Filmmuseum.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. 2004 war es, als Aron Lehmann einen kleinen Film über einen Schweinebauern drehte, der alles verloren hat und eine Bank ausraubt. Mit „Die letzte Sau“ bewarb er sich damals an der Babelsberger Filmhochschule „Konrad Wolf“ für ein Regiestudium – und wurde genommen. Das Diplom hat Lehmann längst in der Tasche, doch die Figur des Pleite-Bauern ließ ihn nicht los. „Die Geschichte hatte ich nicht zu Ende erzählt, da steckte noch so viel mehr drin“, sagte der Regisseur.

Gedacht, getan, gedreht (unter anderem in Brandenburg)– „Die letzte Sau“ gibt es nun in der abendfüllenden Version: Der schwäbische Schweinebauer Huber (herrlich wortkarg: Golo Euler) kann es nicht mehr mit den Agrarfabriken aufnehmen. Als ein Meteorit in seinen kleinen Hof kracht, bleibt ihm nichts mehr außer einer Sau. Huber flieht vor seinen Schulden und startet einen Feldzug für Gerechtigkeit. Auf seiner Reise durch die Republik trifft er schräge Rebellen wie den imkernden Ex-Banker Meier (Thorsten Merten).

Ungerechtigkeit – das ist, was den Wahl-Münchener umtreibt und aufregt. „Die kleinen Bauern oder auch Einzelhändler werden systematisch von den Großen, von den Ketten und Konzernen kaputt gemacht.“ Als Kind, erinnert sich Lehmann, habe er mit der Kanne Milch vom Bauern geholt. In seinem Dorf im nordschwäbischen Ries habe es eine Bäckerei, einen Metzger, alle diese kleinen Handwerksläden gegeben. Vorbei. Stattdessen gibt’s Supermärkte.

Die Verbraucher sollten wieder das Leben, die Lebensmittel wert schätzen und nicht nach dem billigsten Stück Fleisch, das aber täglich verlangen. „Jeder kann mit seinem Handeln die Welt verändern – ,egal’ ist keine Haltung“, sagte der Vater eines drei Monate alten Jungen. Mutter ist die Schauspielerin Rosalie Thomass, die in „Die letzte Sau“ Hubers Freundin spielt, die wunderbar naive Tochter eines Großbauern. Lehmann und sein Hauptdarsteller Euler stellten „Die letzte Sau“ im Filmmuseum vor. Am 29. September startet das tragikomische, skurrile Roadmovie bundesweit in den Kinos. Während seines Studiums wohnte Lehmann wie so viele seiner Kommilitonen in Berlin. „Dabei ist Potsdam die schönere Stadt“, stellte der Wahl-Münchener fest.

Von Ricarda Nowak

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg