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Bauern besser vor Unwetter warnen

Projekt aus Kleinmachnow Bauern besser vor Unwetter warnen

Datenbanken sollen künftig landwirtschaftlichen Betrieben helfen, sich besser auf drohende Unwetter einzustellen. Mit Hilfe dieses Projekts des Julius-Kühn-Instituts in Kleinmachnow könnten alle Landwirte von den Erfahrungen einzelner Kollegen mit Extremwetterereignissen und dem Datenmeer der Wissenschaft profitieren.

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Unterwetter können zu erheblichen Schäden in der Landwirtschaft führen. Datenbanken sollen Bauern nun helfen.

Quelle: dpa

Kleinmachnow. Verhagelte Ernten haben auch in der Region schon manche landwirtschaftliche Existenz gefährdet. Im Zuge des Klimawandels drohen künftig noch mehr Extremwetterereignisse, die Bauern und der übrigen Produktion von Getreide, Obst und Gemüse erheblichen Schaden zufügen können. Forscher des Julius-Kühn-Instituts (JKI) in Kleinmachnow wollen nun helfen, eine Datenbank einzurichten, um aktuelle und drohende Risiken von Unwettern besser erfassen und bewerten zu können.

Agrarbetriebe sollen sie mit Erfahrungen füttern, wie sich Hagel, Starkregen und Sturm auf den Anbau auswirken können. Für die Abschätzung von Risiken werden die Daten gezielt mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Kulturen, Bewirtschaftung, Boden, Landnutzung oder geologischen Gegebenheiten ergänzt. Das Instrument soll dann wiederum landwirtschaftlichen Betrieben als digitaler Helfer zur Verfügung stehen.

Dem Bund ist das sogenannte „Emra“, was in etwa für Extremwettermonitoring und Risikoabschätzungssystem in der Landwirtschaft steht, rund 1,1 Millionen Euro wert. „Rasche, effiziente, anwendungsorientierte und praxistaugliche Lösungen für aktuelle Fragen zu finden, ist wichtiges Ziel des Programms zur Innovationsförderung“, sagt Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Bleser hat den Förderbescheid für das Projekt am JKI in Kleinmachnow übergeben.

Datenverarbeitung als Projektpartner

Neben dem Fachinstitut für Strategien und Folgenabschätzung ist das Julius-Kühn-Institut (JKI) in Kleinmachnow auch ein Sitz der zentralen Datenverarbeitung der bundesweiten Forschungseinrichtung mit insgesamt elf Standorten.

Der interne IT-Dienstleister nimmt eine Schlüsselstellung im JKI ein und widmet sich nicht nur der internen Infrastruktur sondern wirkt als aktiver Partner bei Forschungsvorhaben mit.

Aber der Staatssekretär wird noch mehr in der Tasche haben, um die landwirtschaftliche Forschung in der Region zusätzlich mit Bundesmitteln zu unterstützen. Rund 300 000 Euro gibt es für das Vorhaben „Progpuc“ (Prognose- und Entscheidungshilfesystem zur Bekämpfung des Gelb- und Schwarzrostes in Winterweizen). Progpuc soll zu besseren Strategien gegen die beiden wichtigen Krankheitserreger beim Anbau von Weizen führen. Beide Pilze verursachen immer wieder große Ernteausfälle. Auch Progpuc ist als Prognose- und Entscheidungshilfesystem für die Landwirtschaft angelegt, mit dem das JKI dazu beitragen will, aufkommende Epidemien frühzeitig zu erkennen, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln zu optimieren und zu minimieren.

„Dass die Projektpartner aus der Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis kommen, wird den langfristen Betrieb sicherstellen“, prognostiziert Bleser. Seine Wünsche an Emra-Koordinatorin Sandra Krengel gelten ebenso für das Schädlingspilz-Vorhaben, bei dem neben dem JKI auch die Zentralstelle der Länder für EDV-gestützte Entscheidungshilfen und Programme im Pflanzenschutz (ZEPP) sowie das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP) mit im Boot sind.

Ein wesentlicher Baustein des Projekts zu Extremwetterfolgen Emra wird sein, die notwendigen Strukturen, Schnittstellen und Dienste zum Betrieb der Onlineplattform und einer App für die Beteiligung der Betriebe aufzubauen. Integriert wird hier auch das Potsdamer Unternehmen Delphi IMM sein, dass sich speziell der Visualisierung von Geoinformationen widmet.

Von Gerald Dietz

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