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Potsdam Baulandmodell: Verschärfung begrüßt
Lokales Potsdam Baulandmodell: Verschärfung begrüßt
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19:27 13.03.2019
90 Eigenheimen entstanden bis 2017 am Nuthewinkel nahe des Horstwegs. Der Bauträger musste sich an den Kosten beteiligen, die durch den erhöhten Bedarf an Kita- und Hortplätzen entstanden. Quelle: Gartenschläger
Potsdam

Die Stadtverwaltung wird ab sofort mehr Gewinne von Investoren abschöpfen, die Wohnungen auf Flächen bauen, die zuvor eigens für die Wohnbebauung in Bauland umgewandelt worden sind. Die mit dieser Umwandlung in Bauland verbundene Wertsteigerung dient der Finanzierung von Kita- und Hortplätzen, aber auch für sozialen Wohnungsbau. Dieses „Potsdamer Baulandmodell“ ist nicht neu – nur will die Verwaltung nun den Stichtag für die Ermittlung der Wertsteigerung deutlich nach hinten verschieben – und erhofft sich dadurch mehr Geld.

Bei vier laufenden Projekten hätten zehn statt vier Millionen Euro abgeschöpft werden können

Weil Bauprojekte oft viele Jahre bis zum eigentlichen Start benötigen und das Land in Potsdam währenddessen teurer wird, soll die Wertsteigerung künftig erst bei Abschluss eines Vertrags von Investor und Stadt ermittelt werden.

Der Bauausschuss nahm am Dienstagabend einen Bericht über die bisherigen Ergebnisse des Baulandmodells wohlwollend zur Kenntnis – darin empfiehlt die Verwaltung die Veränderung des Verfahrens in diesem Detail. Da es keinen Widerspruch gab, werde die Verwaltung „ab sofort“ die neue Methode auf alle Verfahren anwenden, die noch nicht zu weit fortgeschritten sind, so Sebastian Anderka aus dem Bereich Stadtentwicklung. Die erhoffte Wirkung wurde anhand von vier derzeit laufenden Bauprojekten durchgerechnet: Statt 4,2 Millionen Euro, würden 10,4 Millionen Euro für die genannten Zwecke zur Verfügung stehen.

Das „Investorendrittel“ als Anreiz für Projekte wird noch diskutiert

Die zweite Stellschraube, die der Bericht empfiehlt, sorgte im Ausschuss dagegen für Diskussionen: Bislang dürfen Investoren mindestens ein Drittel der Wertsteigerung definitiv behalten – als Anreiz um überhaupt zu bauen und damit Wohnungen zu schaffen. Die Verwaltung empfiehlt mindestens eine Senkung des Investorendrittels. „Das macht die Spekulation mit Bauprojekten und deren Weiterverkauf ohne Realisierung unattraktiver. In Berlin wurde die Praxis des Zwischenerwerbs als Hauptgrund der Bodenpreisexplosion identifiziert“, erklärte Anderka.

CDU und Bürgerbündnis/FDP warnen vor zu starker Senkung der Rendite

Lars Eichert (CDU) fürchtete, dass Investoren abgeschreckt würden, wenn ihre Renditeerwartung weiter geschmälert werden. Der sachkundige Einwohner Jörg Geppert (Bürgerbündnis/FDP) warnte, dass die Stadt nur steigende Bodenpreise sehe, nicht aber die Steigerung von Baukosten. „Das scheint mir schöngerechnet zu sein“, so Geppert. „Wir wollen mehr, aber kriegen wir tatsächlich mehr aus dem Modell heraus, wenn Investoren sich andere Standorte für ihre Wohnungsprojekte suchen?“, fragte er.

Debatte mit der Wohnungswirtschaft bis zum Herbst

Bis zum Herbst soll die Diskussion über eine Senkung des Investorendrittels gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft erfolgen. Im Gegensatz zur Änderung des Stichtags bei der Wertermittlung ist für die Senkung des Investorendrittels auch ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung nötig.

Von Peter Degener

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