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Schüler müssen ein weiteres Jahr warten

Schulcampus Kurfürstenstraße Schüler müssen ein weiteres Jahr warten

Zu den Schadstoffen im Dach des Helmholtz-Gymnasiums kommen nun auch noch mangelhafter Estrich und ein Wasserschaden hinzu. Das historische Hauptgebäude wird daher erst zum Schuljahr 2016/17 saniert sein. Deshalb müssen nicht nur die Gymnasiasten, sondern auch die Eisenhart-Grundschüler ein weiteres Jahr auf die Rückkehr in ihre Stammhäuser warten.

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Der neue Hort der Eisenhart-Grundschule ist zwar saniert, dient aber ein Jahr als Möbellager.

Quelle: Christel Köster

Innenstadt. Nach der Entdeckung von Schadstoffen im Dach der Schulaula des Helmholtz-Gymnasiums vor drei Monaten gibt es jetzt noch schlechtere Nachrichten von der Baustelle. Durch Pfusch müssen große Teile der erneuerten Estrichböden im historischen Hauptgebäude herausgerissen und neu eingebaut werden. „Frühestens zum Schuljahresbeginn 2016/17 wird die Sanierung des Hauptgebäudes fertiggestellt“, sagte Bernd Richter, der Werkleiter des Kommunalen Immobilienservice (Kis) am Donnerstag bei einer Baustellentour mit Oberbürgermeister Jann Jakobs. Damit verzögert sich die Fertigstellung um ein ganzes Schuljahr.

Der frisch gegossene Estrich weist wegen Baupfusch Risse auf

Der erst im Frühjahr gegossene Estrichboden weist bereits großflächig Risse auf, da er nicht nach den Richtlinien des Herstellers eingebaut worden ist. Unter anderem wurde auf eine Bewehrung verzichtet, obwohl diese bei starker Beanspruchung vom Hersteller vorgeschrieben sei. Die Risse lassen sich laut einem Gutachten nicht reparieren, weshalb die Böden mitsamt Leitungen wieder herausgerissen werden müssen. Etwa ein Drittel der Fußböden in allen Obergeschossen ist davon betroffen. Zur Schadenshöhe wollte Richter sich nicht äußern. Er geht davon aus, dass die ausführende Firma und der bisherige Generalplaner dafür in Haftung genommen werden können.

Das Kellergeschoss hat einen Wasserschaden durch Starkregen

Ein weiterer Schaden entstand im Sommer im Kellergeschoss: Dort erlitten etwa 70 Prozent des Bodens einen Wasserschaden durch Starkregen. Auch dort müsste man abbrechen und neu bauen. Hier geht Richter von einem Versicherungsfall aus.

Das Hauptgebäude des Helmholtz-Gymnasiums wird seit 2013 saniert

Das Hauptgebäude des Helmholtz-Gymnasiums wird seit 2013 saniert. Außer Schadstoffen im Dach verzögern jetzt auch Baumängel an gerade fertiggestellten Böden die Fertigstellung.

Quelle: Peter Degener

Der Hort ist zwar fertig, wird aber ein Jahr nicht als solcher genutzt

Der Anlass der Baustellenbesichtigung war die Sanierung des künftigen Hort- und Schulnebengebäudes der Eisenhart-Grundschule nebenan. Hier gab es vor allem gute Nachrichten: Der Architekt Wolfhardt Focke hat gemeinsam mit dem Kis termin-, budget- und denkmalgerecht den Brandschutz und das energetische Konzept des Hauses erneuert. Das historische Klinkergebäude aus dem Jahr 1884 mit einem modernen Anbau aus dem Jahr 1927 zeigt im Inneren nun eine große, ebenfalls historische Farbenpracht und soll künftig Platz für 198 Hort-Kinder bieten. Durch eine Bundesförderung wurde LED-Beleuchtung eingesetzt, die künftig 9000 Euro jährlich an Betriebskosten einsparen soll.

Über 1000 Schüler bleiben weiterhin in Ausweichquartieren

Doch die fristgerechte Übergabe des Hauses ist durch die Baumängel des Helmholtz-Gymnasiums irrelevant geworden. Von dessen Mängeln betroffen sind nämlich nicht nur die 730 Gymnasiasten, sondern auch 336 Schüler der Eisenhart-Grundschule, die alle in Ausweichquartieren auf die Fertigstellung des Gymnasiums warten. Die Schüler der Eisenhart-Grundschule bleiben vorerst in der Gutenbergstraße, damit Hort und Klassenräume nicht auseinandergerissen werden. Das ertüchtigte Hort-Gebäude wird fürs erste als Lager für Schulmöbel dienen und ansonsten nicht genutzt.

Richter hofft nun auf sein „Ass“, den Architekten Wolfhardt Focke, der den Hort pünktlich fertiggestellt hat, obwohl auch dort mit Trockenfäule und Hausschwamm Überraschungen zu Tage kamen. Seit Donnerstag ist er der neue Architekt des Helmholtz-Hauptbaus.

Campus Kurfürstenstraße

Das Helmholtz-Gymnasium und die Eisenhart-Grundschule mit Fröbel-Hort haben ihre Stammhäuser nördlich der Kurfürstenstraße.

19,3 Millionen Euro werden dort in Neubauten, denkmalgerechte Sanierungen und Außenanlagen investiert.

Das Haupthaus der Eisenhart-Schule wurde bereits 2012 fertiggestellt und dient derzeit dem Helmholtz-Gymnasium als Ausweichstandort. pede

Von Peter Degener

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