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Potsdam Baupanne alarmiert Potsdams Politiker
Lokales Potsdam Baupanne alarmiert Potsdams Politiker
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11:13 07.12.2015
Ortsvorsteherin Carmen Klockow auf der Baustelle. Quelle: Christel Köster
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Neu Fahrland

Der MAZ-Bericht über die Errichtung eines Flüchtlingsheims in einer zwei Meter tiefen Grube hat die Kommunalpolitik alarmiert. Der Kreischef der Linken, Sascha Krämer, erklärte: „Ich erwarte von der Stadt, dass sie umgehend alle baulichen Maßnahmen ergreift, damit eine menschenwürdige Unterbringung von Menschen in Neu Fahrland gewährleistet wird.“ Weder Einwohner, noch Flüchtlinge dürften „im Regen stehen gelassen werden“.

Auch das abgesagte Richtfest der Leonardo-da-Vinci-Schule ist Thema

SPD-Fraktionschef Mike Schubert kündigte an, am Mittwoch eine Stellungnahme des Kommunalen Immobilienservices (Kis) nicht nur zu dieser Baustelle, sondern auch zum Neubau für die Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule zu fordern. Dort sollte an diesem Montag Richtfest sein. Doch am Freitag wurde dieser Termin überraschend abgesagt, weil bei einer Betondecke statische Probleme festgestellt wurden.

Wer auf Toilette will, muss zunächst einen Erdhügel erklimmen

In Neu-Fahrland hatte Ortsvorsteherin Carmen Klockow (Bürgerbündnis) mit Verweis auf Regen- und Schmelzwasser in der Grube vor einem „Schildbürgerstreich“ gewarnt: „Die Menschen können ja nicht mit nassen Füßen in der Halle stehen.“ Sie kritisierte zudem, dass die Bewohner erst einen zwei Meter hohen Erdwall erklimmen müssten, um zu den Sanitäranlagen zu gelangen.

Stadt weist Kritik zurück – „alles ist gut vorbereitet“

Von der Stadt war am Freitag keine Stellungnahme zu bekommen. Doch am Sonntag wies Rathaussprecher Stefan Schulz die Kritik an der Baustelle zurück: Die Darstellung sei „leider nicht von Sachkenntnis geleitet und wird von uns entschieden zurück gewiesen“. Dass die Hallen in der Grube stehen, ließ er unwidersprochen. Doch sie würden „im Randbereich noch um 10 bis 20 Zentimeter angefüllt“. Damit, so der Sprecher, „fließt das Wasser an der Halle vorbei“.

Der Boden liege 20 bis 25 Zentimeter „über Gelände“. Außerdem sei „der Randbereich mit einer Abdichtung versehen“, „unter dem Boden liegt eine Folie“. Im Bereich der Regenfallrohre werde „nach Erfordernis eine Sickerpackung eingebaut, so dass nicht passieren sollte“. Auch den Erdwall hat das Rathaus im Blick. Dort werde „eine Treppe gebaut“. Schulz’ Fazit: „Alles ist vorbereitet, damit hier Flüchtlinge gut unterkommen.“

Die Treppe hinauf zu den Toiletten ist für SPD-Fraktionschef Schubert der nächste Kritikpunkt. Schließlich handle es sich um einen Bau im Sozialbereich, der eigentlich barrierefrei sein müsse. Er habe den Eindruck, „hier geht Schnelligkeit vor Sorgfalt“.

Von Volker Oelschläger

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