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Baupfusch: Schuleröffnung droht zu platzen

Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Potsdam Baupfusch: Schuleröffnung droht zu platzen

Der Anfangsverdacht hat sich bestätigt: Beim Neubau der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule in Potsdam gibt es massive Probleme. Die Betondecke im Foyer ist nicht fest genug. Ob die Schüler nun pünktlich zum neuen Schuljahr einziehen können, wird immer ungewisser. Das könnte die Pläne der Stadt gehörig durcheinander wirbeln.

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Bei der Baustellenbesichtigung im August dieses Jahres war von Baupfusch noch nicht die Rede.

Quelle: foto: Jacqueline Schulz

Potsdam. Potsdams Schulplanung gerät mächtig ins Wanken: Beim Neubau der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule im Bornstedter Feld gibt es massive Probleme, die den Eröffnungstermin ernsthaft gefährden. Teile der Betondecke sind nicht fest genug, wie ein Gutachten nun bekräftigt.

Die von einem beauftragten Baustofflabor vorgelegten vorläufigen Untersuchungen der Betonproben bestätigten „den Anfangsverdacht auf eine unzureichende Betonbeschaffenheit in Teilbereichen des Baus“, teilte Stadtsprecher Markus Klier am Montag mit. Betroffenen seien Teile des Foyers, das bis auf weiteres gesperrt bleibe. Akut einsturzgefährdet sei die Decke aber nicht, wie Klier betont. Der Kommunale Immobilienservice (Kis) werde sich noch in dieser Woche mit dem Fachplaner und dem Statistiker zusammenzusetzen, um weitere Schritte abzustimmen. Das könne mehrere Wochen in Anspruch nehmen, so Klier. Die zum Start des Schuljahres 2016/17 geplante Fertigstellung des dringend benötigten Schulneubaus gegenüber der Biosphäre wird damit immer unrealistischer. „Es wird jetzt noch schwerer, den Termin zu halten“, räumt Kis-Werkleiter Bernd Richter ein. In den übrigen Bereichen der Baustelle werden planmäßig weitergearbeitet.

Schule vor vier Jahren gegründet

In der Leonardo-da-Vinci-Gesamtschule lernen derzeit rund 500 Schüler in den Jahrgängen 7 bis 11.

Gegründet wurde die Einrichtung unter dem Namen Neue Gesamtschule im Mai 2011 in Potsdam-West. Im Schuljahr 2011/12 startete die Schule mit drei siebten Klassen.

In den kommenden Jahren soll die Schule aufbauend bis zur gymnasialen Oberstufe entwickelt werden. Geplant sind eine Fünfzügigkeit in der Sekundarstufe I sowie eine Dreizügigkeit in der Sekundarstufe II.

Seit dem Schuljahr 2012/13 ist die Einrichtung eine Schule mit gebundenem Ganztag und trägt den Namen des Universalgelehrten Leonardo-da-Vinci.

Die Gründung der Schule war eine Antwort auf den großen Run auf Gesamtschulen in Potsdam. Der Bedarf an Plätzen war deutlich größer als die Kapazität.

Das Richtfest war kurzfristig abgesagt worden

Das für 7. Dezember geplant gewesene Richtfest war kurzfristig abgesagt worden, nachdem bei Routinekontrollen Probleme bei der Festigkeit des Betons festgestellt worden waren. Schon zuvor war es zu Verzögerungen bei dem rund 24,5 Millionen Euro teuren Bau gekommen. Der Grundstein war wegen der feuchten Witterung erst Ende März gelegt worden – Wochen später als geplant. Wer Schuld an der erneuten Verzögerung hat – ob etwa eine Baufirma geschlampt hat oder falsch geplant wurde – will Stadtsprecher Klier nicht sagen. „Das ist Teil der Prüfung.“ Auch ob die Decke heruntergerissen werden muss oder sich die Schäden ausbessern lassen, sei noch unklar. Noch sei es aber möglich, den Eröffnungstermin zu halten. Falls nicht, sei man „in engen Gesprächen mit der Schule über einen Plan B“, so Klier. Die Schule war am Montagnachmittag nicht zu erreichen.

Die junge Gesamtschule will expandieren und ist auf den Neubau angewiesen. In den jetzigen Standort in der Haeckelstraße soll im Sommer 2016 ein Gymnasium einziehen. Die komplette Potsdamer Schulplanung, die wegen steigender Schülerzahlen mit heißer Nadel gestrickt ist, würde durch einen Bauverzug gefährdet. Weitere Schüler müssten wohl vorübergehend in Containern lernen, wie es derzeit schon am Campus Kurfürstenstraße der Fall ist. Dort verzögert sich die Sanierung um mindestens ein Jahr, weil im Dach des Helmholtz-Gymnasiums das giftige Insektizid DDT gefunden worden war.

Von Marion Kaufmann

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