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Potsdam Baustelle beeinträchtigt Potsdam-Museum
Lokales Potsdam Baustelle beeinträchtigt Potsdam-Museum
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02:17 12.03.2018
Baulaster vor dem Potsdam-Museum am Alten Markt. Quelle: Christel Köster
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Innenstadt

Museumsdirektorin Jutta Götzmann schlägt Alarm: Die Baustelle in der benachbarten Brauerstraße beeinträchtigt das Potsdam-Museum am Alten Markt in hohem Maße. Die bei weitem größte Baustelle ist die des Berliner Investors Abris Lelbach in der Brauerstraße 4–7. Ein Riesenproblem sind dabei die meterlangen Baulaster, die laut Götzmann gern direkt vor dem Hauseingang parken und so die Sicht auf das am Museum versperren. Die Konsequenz laut Götzmann: Viele Passanten auf dem Platz halten das Museum wegen seiner schlechten Wahrnehmbarkeit schlicht für geschlossen. Und: Regelmäßig würden die Zufahrten zum Parkplatz von den Lastern zugeparkt, ärgert sich Götzmann. Die Zufahrt zur Brauerstraße kann nur über die relativ schmale Straße vor dem Museum erfolgen – allerdings müsste dabei nicht zwingend vor der Kultureinrichtung geparkt werden. „Man könnte die Situation der parkenden Wagen dosieren“, dringt die Museumschefin auf „mehr Rücksichtnahme“. Allerdings fühlt sie sich mit ihrem Problem momentan ziemlich allein gelassen, wie sie bei der Jahrespressekonferenz am Mittwoch unumwunden sagte: „Ich würde mir mehr Unterstützung wünschen.“ Unters

In der Brauerstraße wird massig gebaut. Quelle: Christel Köster

tützung, die sowohl von der Stadt als auch vom Bauherrn kommen sollte.

Trotz aller Defizite im Umfeld blickt man positiv in die Zukunft. 2018 stehen – abgesehen von der aktuell laufenden Schau zum Expressionisten Fritz Ascher – zwei große Ausstellungen ins Haus. Ab April geht es mit der Retrospektive „Potsdam, ein Paradies für meine Kamera“ um den Potsdam-Chronisten Max Baur, der zwischen 1934 und 1953 zu den bekanntesten und wichtigsten Fotografen der Stadt zählte. Dank der guten Kontakte zur Baur-Enkelin Antonia Gottwald bekam man Zugang zum Archiv des Foto-Künstlers. Die Schau wird vom Museumsförderverein mit 15 000 Euro unterstützt.

Im Herbst veranstaltet das Museum eine Doppelausstellung unter dem Titel „Umkämpfte Wege der Moderne“. Sie wird innerhalb eines europäischen Verbundprojekts veranstaltet, das sich mit der Weimarer Zeit und der NS-Zeit auseinandersetzt. Im Mittelpunkt des ersten Teils steht der Schweizer Architekt und Maler Wilhelm Schmid (1892–1971), der mit seiner Frau Maria Metz in Potsdam lebte und zu den Mitbegründern der kulturrevolutionären „Novembergruppe“ in Berlin gehörte. Potsdamern dürfte das Elternhaus von Maria Metz, die Villa Metz in der Berliner Vorstadt, heute vor allem als Sitz der Hasso-Plattner-Stiftung und als „Villa Wunderkind“ von Couturier Wolfgang Joop bekannt sein.

Jutta Götzmann und Oliver Max Wenske mit dem Bild von Anna Fründ. Rechts das Bild von Lovis Corinth. Quelle: Christel Köster

Das Wohnhaus des Paares – das Etappenhaus in der Böcklinstraße – soll im Begleitprogramm zur Schau mit Stadtführungen ebenfalls eine Rolle spielen. Von Schmids Werken befindet sich keines in der Museumssammlung. Alle Leihgaben – zwischen 1940 und 1945 – müssen aus der Schweiz nach Potsdam gebracht werden. Zu den Kosten des Transports wollte Götzmann gestern keine Auskunft geben. Der zweite Teil der Doppelausstellung wird sich ab Anfang 2019 kulturhistorisch dem Thema „Potsdam und Babelsberg“ widmen.

Zu den Ankäufen des Museums zählt auch ein Pastell des Potsdamer Malers Alfred Schmidt. Es zeigt ein besetztes Haus in der Dortustraße in den 1990er Jahren. Quelle: Christel Köster

Ein Coup ist dem Museum mit zwei Dauerleihgaben aus dem Nachlass der Künstlerin Anna Fründ gelungen, die vor dem Ersten Weltkrieg in Potsdam lebte. Eines der Gemälde stammt von Fründ selbst – es zeigt das Mausoleum im Park Sanssouci. Das zweite Großformat stammt von dem berühmten Impressionisten Lovis Corinth (Titel: „Weiblicher Rückenakt“). Er dürfte zu Fründs Bekanntenkreis gehört haben. Im April sollen die Gemälde, die vom Museumskonservator Oliver Max Wenske restauriert worden sind, in der ständigen Ausstellung aufgehängt werden. Am 28. Februar findet ein Kooperationsprojekt mit dem Museum Barberini statt, bei der in beiden Häusern Themenführungen zum deutschen Expressionismus stattfinden. Den „Barberini-Effekt“ in Form eines Besucherbooms konnte Götzmann im Potsdam-Museum in den vergangenen Monaten noch nicht ausmachen, abgesehen von der Auftaktausstellung im Barberini.

Ständige Ausstellung drei Monate kostenlos

Das Potsdam-Museum wurde 2017 von 33 400 Kulturinteressierten besucht. Im Vergleich zu 2016 ist das ein deutliches Plus. Damals kamen nur knapp 25 000 Besucher, was auf die Auswirkungen der Barberini-Baustelle zurückzuführen gewesen sein soll.

Die ständige Ausstellung zur Stadtgeschichte im Museum wird zwischen Mai und Juli 2018 drei Monate lang kostenlos öffnen. Geplant ist, nach der Testphase die Ergebnisse auszuwerten und bei deutlich steigenden Besucherzahlen die Schau ab 2019 dauerhaft eintrittsfrei zu halten.

Von Ildiko Röd

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