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Potsdam Bauvertrag zur Therme bleibt unter Verschluss
Lokales Potsdam Bauvertrag zur Therme bleibt unter Verschluss
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09:54 22.10.2013
Die Becken sind sichtbar, der Plan bleibt unter Verschluss. Quelle: Christel Köster
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Werder/Havel

Anlass für den Vorstoß von SPD/Grüne in Werder und Forderungen nach mehr Transparenz waren überraschende Nachforderungen der Bäder AG in Höhe von knapp einer Million Euro für den Bau der Blütentherme in den Havelauen.

Die Initiatoren des Antrags hatten erwartet, dass der Bürgermeister mit der Bäder AG verhandelt, um mehr Öffentlichkeit zum Vertragsinhalt zuzulassen. "Wir fühlen uns nicht ausreichend informiert", sagte Fraktionsvorsitzende Anja Spiegel. "Wir fragen uns, ob die Verwaltung den Vertrag mit der Bäder AG auch richtig verstanden hat. Mit unseren Forderungen wollten wir auch erreichen, dass das Bodengutachten auf der Internetseite veröffentlicht wird." Doch auch dieser Antrag prallte bei der Mehrheit der Abgeordneten ab. Stadtverordneter Christian Große (CDU) machte vor dem Beschluss darauf aufmerksam, dass die Stadtverordneten dem Vertrag zum Thermenbau 2011 einschließlich des Paragrafen zum Stillschweigen über Inhalte zugestimmt haben.

Die Stadt lässt gegenwärtig prüfen, inwieweit die Forderungen der Bäder AG berechtigt sind und verlangt eine detaillierte Auflistung der Mehrkosten. "Die Aufstellung liegt uns bisher aber noch nicht vor", sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Manuela Saß. Sie bezeichnet auf Nachfrage von Renate Vehlow (Linke) das Vertrauensverhältnis zur Bäder AG trotz der Forderungen als nicht gestört. Die Bäderbeauftragte der Stadt sei fast täglich vor Ort, um sich über den Baufortschritt zu informieren. Nach Angaben der Stadt sind seit dem Richtfest am 29. August alle weiterführenden Arbeiten der Roh- und Ausbaugewerke termingerecht ausgeführt worden. Spätestens Ende November soll die Bauhülle fertig sein, damit die Innenarbeiten fortgesetzt werden können. Ein Termin für die Fertigstellung der Blütentherme wird im Bericht an die Stadtverordneten aber nicht genannt. Zum Richtfest hatte Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Steinhart versprochen, die "königlich" ausgestattete Blütentherme im Dezember zu eröffnen. Von Mehrkosten war zum Fest keine Rede, den Brief mit den Nachforderungen in Höhe von 900 000 Euro schickte die Gesellschaft dann am 16. September ab.

Während an der Verglasung der Fassade, an der Dachverschalung, der Decke über dem ersten Obergeschoss und Lüftungsanlagen noch gearbeitet wird, sind der Rohbau und alle Beckenanlagen fertiggestellt. Abgeschlossen sind die Arbeiten an den Wänden im Erdgeschoss und die Rohinstallation von Anlagen für Sanitär, die Heizung und Elektrik. Gegenwärtig füllen Bauleute das Gelände mit Erde auf, haben die Ausbaugewerke reichlich zu tun, muss die Haus- und die Badewassertechnik installiert werden. Laut Stadtverwaltung hat die Bäder AG 60 Prozent der Leistungen erfüllt und die Stadt dafür 10,8 Millionen Euro gezahlt. Bis März hatte die Stadt 7,5 Millionen Euro überwiesen. Durch die spätere Fertigstellung der Therme musste die Stadt mit der Bäder AG die Preisbindefrist neu verhandeln. Beide Partner einigten sich auf eine Verlängerung bis zum 30. September. Auch diese Frist ist abgelaufen. Über weitere Festlegungen zum Preis und Pachtbeginn will die Stadt im Zuge der Mehrkostenproblematik mit der Bäder AG verhandeln.

Von Regine Greiner

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