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Bebauung von Innenstadt-Lücken

Potsdamer Gestaltungsrat fordert mehr Sorgfalt Bebauung von Innenstadt-Lücken

Martin Reichert, Direktor des Berliner Büros von Stararchitekt David Chipperfield und Mitglied im Potsdamer Gestaltungsrat, hat eine "übergeordnete städtebauliche Vision" für die Landeshauptstadt gefordert. Wenn die Stadt bei der Bebauung einiger Flächen nicht aufpasse, könnte sie an Lebensqualität verlieren.

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Potsdam. Besonders beim Thema "Nachverdichtung" - das Nutzen freier Flächen innerhalb bereits bestehender Bebauung - sei eine Steuerung notwendig, sonst würde die Stadt an Lebensqualität verlieren. Bislang würde die Verwaltung nur "reaktiv" agieren, sagte Reichert gestern bei der Sitzung des Gestaltungsrates, die eine besondere war: Nach drei Jahren steht der erste "Schichtwechsel" im Gremium an. Baudezernent Matthias Klipp (Grüne) verabschiedete die Häfte des sechsköpfigen Expertengremiums.

Dieses tagt unter dem Vorsitz von Stadtplanerin Ulla Luther und begleitet Bauprojekte mit fachlichen Ratschlägen: Neben Reichert nehmen Michael Bräuer und Regina Poly Abschied. Für sie rücken in der nächsten Sitzungsperiode die Architekten Anke Schettler, Helmuth Riemann und Landschaftsarchitekt Axel Lohrer nach. Weiter "an Bord" bleiben die Architekten Mara Pinardi, Christian Rapp und Ulla Luther. Vor der gestrigen Sitzung zogen die Mitglieder zusammen mit dem Baubeigeordneten noch einmal Bilanz. Es sei "der Verdienst des Gestaltungsrates, dass wieder Wettbewerbskultur in Potsdam Einzug gehalten hat", lobte Klipp.

Vorsitzende Luther hob hervor, dass der Gestaltungsrat mittlerweile immer früher in die Projekte mit einbezogen werde: "Anfänglich wurden wir mit Projekten konfrontiert, die schon lange Vorlaufzeit hatten."

Trotz der Zufriedenheit finden sich auf dem "Wunschzettel" immer noch etliche Posten: So sucht man mehr Nähe und Vernetzung mit anderen Gremium, etwa dem Bauausschuss. Architekt Christian Rapp, der in den Niederlanden an der Technischen Hochschule Eindhoven lehrt, wünscht sich, dass auch der Denkmalschutz in den Gestaltungsrat miteinbezogen wird ‒ "gerade bei einer Stadt wie Potsdam", so Rapp. Gleichzeitig regte er eine Diskussion über den Baugesetzbuch-Paragrafen 34 ‒ "Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile" - an. Es sei ein Unterschied, "ob man über die Vorstädte oder die Potsdamer Mitte oder das Havelufer redet".

Im Anschluss an die Debatte besprach der Gestaltungsrat - wie gewohnt - mehrere neue Projekte mit Bauherren.

Verschiedene Vorhaben

Studentenheim am Horstweg

Ein neues Wohnheim für Studenten soll am Horstweg entstehen.

Quelle: BLR-Projektplan Entwicklungs GmbH

Am Horstweg in Babelsberg soll ein Wohnheim für Studenten entstehen. Zum Nutzungskonzept gehören ein „Spätkauf“-Laden, ein Café, ein Clubraum; sogar eine Verleihstation für „Carsharing“ und Räder soll das Wohnheim haben. „Außerdem wollen wir ein extensiv begrüntes Pultdach und teilweise Balkone“, erklärten die Architekten der Blr-Projektplan Entwicklungs GmbH. Der Gestaltungsrat zeigte sich zwar angetan von dem Nutzungskonzept mit den vielfältigen Angeboten. Moniert wurde aber „eine gewisse Beliebigkeit bei der Fassade“ und eine Unruhe, zu viele verschiedene Themen bei der Fassade, etwa das außen angebaute Treppenhaus oder das Flugdach. Weniger ist mehr – so die Botschaft an die Architekten.

Wohnungsbau auf der Insel Neu Fahrland

Geplantes Mehrfamilienwohnhaus auf der Neu-Fahrländer Insel neben dem Parkrestaurant.

Quelle: Carlos Zwick

23 Wohnungen und eine Gewerbeeinheit sollen an der Tschudistraße auf der Neu-Fahrländer Insel entstehen, direkt neben dem alten Parkrestaurant. Wie es hieß, soll das Parkrestaurant restauriert werden. Der Gestaltungsrat hatte Einwände gegen die zu enge Nachbarschaft zwischen dem alten Gebäude und dem Neubau. „Das Restaurant hat diesen großen Charme – und dann dagegen diese Wucht. Das bedrängt dieses schöne Baudenkmal“, kritisierte Vorsitzende Ulla Luther.

Neustart für das Areal der Villa Luisenhof

Historische Ansicht der Villa Luisenhof, die 1893/94 errichtet wurde.

Quelle:

An der Templiner Straße 21 befindet sich das Grundstück der Villa Luisenhof, das vom Land Brandenburg an einen Ingolstädter Bauherrn verkauft wurde. Die Villa wurde 1893/94 für den Generaldirektor der Schultheiss-Brauerei AG, Richard Roesicke, errichtet und nach dessen Frau benannt. Das Potsdamer Architektenbüro „Van Geisten, Marfels“ stellte ihr Projekt – Wohnungsbau und eventuell eine Kita auf dem Areal rund um die Villa – am 23. Oktober 2013 in sehr frühem Planungsstadium vor.

Von Ildiko Röd

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