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Potsdam Bedürftige kommen oft in die „Schatztruhe“
Lokales Potsdam Bedürftige kommen oft in die „Schatztruhe“
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17:47 29.05.2016
Der Sozialladen „Schatztruhe“ der Arbeiterwohlfahrt ist immer gut besucht. Quelle: Foto: Christel Köster
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Schlaatz

Knapp drei Monate nach der Eröffnung ist die „Awo-Schatztruhe“ vom Schlaatz nicht mehr wegzudenken. Einheimische und Neu-Potsdamer stöbern sich durch die in Reih und Glied hängenden Klamotten. Wer kostenlos Kleidung braucht oder tauschen will, steuert den Sozialladen am Erlenhof 34 an. Lange Warteschlangen, bevor sich die Pforten dienstags bis donnerstags öffnen, sind keine Seltenheit. „Der Bedarf ist unglaublich groß“, sagt Projektleiter Raico Rummel von der Potsdamer Arbeiterwohlfahrt (Awo). Die Geschäftszeiten sollen aber nicht erweitert werden. Montags und freitags werden die Spenden sortiert, gewaschen, gehangen.

500 bis 600 Teile gehen pro Öffnungstag über den Ladentisch. Das kann Ex-Ladeninhaber Rummel, (ihm gehörte ein Doc-Martens-Shop in der Innenstadt) aufgrund der Bügel beziffern, die an der Kasse zurückgegeben werden. Kasse? Ja, zwar gibt es für jeden die Grundausstattung gratis – T-Shirt, Hemd oder Bluse, dazu Rock oder Hose, Mantel oder Jacke, ein Paar Schuhe –, das wird an der Kasse überprüft. Wer mehr Teile möchte oder braucht, kann tauschen oder muss für zusätzliche Sachen einen kleinen Obolus berappen. Das gilt für die Erwachsenen. Kinderkleidung wird nicht extra gezählt. Nicht selten purzeln Kinder – bei frischen Außentemperaturen – ohne Socken oder mit kaputten Schuhen in die „Schatztruhe“. Rummel zeigt sich bestürzt, „wie groß die Armut in Potsdam ist“.

Geholfen wird schnell und unbürokratisch. Niemand muss seine Bedürftigkeit nachweisen. Rummel berichtet von einer Begebenheit, die sich vor einigen Wochen zugetragen hat. Ein Obdachloser kam in die „Schatztruhe“ – er war am Baggersee am Stern verprügelt und beklaut worden. Die unbekannten Täter verbrannten seine Sachen samt Zelt. „Der Mann hatte nichts mehr“, erzählt Rummel. In der „Schatztruhe“ bekam der Obdachlose sofort Kleidung und einen Schlafsack. Zur Polizei, den Überfall anzuzeigen, habe das Opfer nicht gehen wollen.

Groß ist die Spendenbereitschaft der Potsdamer geblieben. „Und wir brauchen nach wie vor eine Menge“, sagt Rummel. Außer sommerlicher Kleidung in allen Größen werden Spielzeug (bitte keine Puzzle!), Kinderwagen, Wohnaccessoires, Haushaltsgegenstände gern genommen. Wer textile Schätze daheim hütet und nicht transportieren kann – kein Problem. Rummel holt sie ab. Ein Anruf unter Tel.  0800/073 81 51  genügt.

Zwanzig Ehrenamtliche helfen in der „Schatztruhe“. Drei Potsdamer sind in Teilzeit beschäftigt. Das Projekt wird bis Ende 2018 von der privaten Förderorganisation Aktion Mensch finanziell unterstützt.

Von Ricarda Nowak

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