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Begeistert von Stadt und Filmpark

Israelis in Potsdam Begeistert von Stadt und Filmpark

Die Ex-Schülerinnen Rimaa Jabareen, Taili Hardiman und Noa Hen gewannen das israelische Pendant zu „Jugend forscht“. Als Belohnung gab es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eine Tour durch Deutschland. In Potsdam zeigten sich die jungen Frauen von der vielfältigen Architektur und dem produktiven Treiben im Studio Babelsberg sehr beeindruckt.

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Potsdam. „Das Deutschland von früher ist völlig verschieden von dem heutigen Deutschland“, sagt die frisch an der Jerusalemer Schule für Hochbegabte „Israel arts and science academy“ examinierte Noa Hen. Obwohl die in Holon bei Tel Aviv aufgewachsene 17-Jährige in der Schule natürlich die furchtbaren Verbrechen der Deutschen an den Juden kennenlernte, ist sie bei ihrer Deutschlandtour im August vor allem von den Universitäten und Kultureinrichtungen beeindruckt. Zusammen mit Taili Hardiman (18) und Rimaa Jabareen (18), tourt sie auf Einladung des Bundesforschungsministeriums derzeit durch deutsche Hochschulstädte.

Gestern führte sie ihre Reise nach einem kurzen Zwischenstopp an der Universität Potsdam unter anderem ans Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nach Berlin. Schon vergangene Woche waren sie durch Potsdam getourt. Die drei Mädchen haben den „Young Scientist“-Wettbewerb, organisiert durch das Jerusalemer Bloomfield Science Museum, gewonnen. Der Wettbewerb ist so etwas wie das israelische Pendant zum deutschen Wettbewerb „Jugend forscht“.

Die vom Akademischen Auslandsamt der Universität Potsdam organisierte Reise versuchte den jeweiligen Interessen der Ex-Schülerinnen gerecht zu werden. Taili Hardiman, die sich in ihrer Arbeit mit Filmen beschäftigt hatte, nahm zum Beispiel viel vom Filmgelände Babelsberg mit. „Ich war beeindruckt davon, wie viel Aufwand es macht, einen Film zu drehen.“ Gesehen hatte sie zum Beispiel die Bauten für die deutsch-amerikanische Koproduktion „Inglorious Basterds“.

Auch die vielfältige Architektur von Holländerviertel bis Sanssouci hinterließ einen starken Eindruck bei der jungen Frau. Ihre Freundin Rimaa staunte über die Universitätsgebäude Am Neuen Palais. „Ungewöhnlich war die Tatsache, dass ein Schloss in ein Universitätsgebäude umgebaut wurde. So etwas kannte ich noch nicht.“ Ansonsten schwärmte Rimaa vor allem von der gigantischen Schiffs- und Flugzeugschau im Deutschen Museum in München. Wie Potsdam aber versuche am Alten Markt ihr historisches Stadtbild wiederzugewinnen, das hat alle drei Mädchen bei ihrer Stadtrundfahrt begeistert.

Die jungen Frauen hatten sich ihre insgesamt drei Wochen dauerende Tour mit außergewöhnlichen Arbeiten verdient. Taili Hardiman untersuchte das Verhältnis von Ästhetik und Ethik im Film . Unter anderem schaute sie sich die amerikanische Fassung von „Funny Games“ des österreichischen Regisseurs Michael Haneke an. Er halte in beeindruckender Weise die Balance zwischen Ästhetik und Moral . Das tue er auch in seinem preisgekrönten Werk „Das weiße Band“, das quasi die Vorbedingungen des dritten Reiches und der Judenverfolgung thematisiere. „Das ganze Filmdesign ist sehr schön, zeigt aber doch zugleich die moralischen Probleme dieser Gesellschaft auf.“

Noa Hen hat sich mit dem antiken Kult um die Meeresgöttin Ascheera beschäftigt. Die syrisch-kanaaische Gottheit wird auch in der Bibel erwähnt. Rimaa Jabareen ist die Naturwissenschaftlerin unter den dreien. Sie hat durch Experimente versucht herauszufinden, wie man mit Hilfe der Radiocarbonmethode die Grenzen zwischen den Jahresringen von Bäumen genau bestimmen kann. Diese wiederum werden in der sogenannten Dendrochronologie zur Altersbestimmung von Bauten aus Holz genutzt.

Insgesamt sind für die heutigen Jugendlichen die deutsch-israelischen Beziehungen besonders in Forschung und Kultur etwas ganz Selbstverständliches geworden. Die drei Mädchen wollen auf jeden Fall wieder Deutschland besuchen. Dass sie zumindest einen Teil ihres Studiums hier, möglicherweise sogar in Potsdam absolvieren, schließen sie nicht aus.

Von Rüdiger Braun

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