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Behrendt und Pommer bei Ruhnke

Kunst in Potsdam Behrendt und Pommer bei Ruhnke

Malerei und Skulpturen in einer gemeinsamen Ausstellung – das gehört zum Konzept der Galerie Ruhnke in der Charlottenstraße. Die 33 Bilder in der aktuellen Ausstellung stammen von Falko Behrendt, die 16 Skulpturen von Ev Pommer.

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Falko Behrendt „Im ewigen Garten“ Radierung.

Potsdam. Malerei und Skulpturen in einer gemeinsamen Ausstellung – das gehört zum Konzept der Galerie Ruhnke in der Charlottenstraße. Es sei meistens ein spannender Prozess, auszuwählen, was zusammenpasst, sagt Galerist Werner Ruhnke. „In der Galerie soll sich ein interessanter Dialog einstellen.“ Dieses Vorhaben ist bei der aktuellen Ausstellung gelungen. Die Skulpturen vermögen eine ebenso große Wirkung zu entfalten wie die Bilder. Das findet man nicht immer in solchen Kombinationen. Oft stehen die Skulpturen im Schatten des Wandschmucks. Die 33 Bilder der aktuellen Ausstellung stammen von Falko Behrendt, die 16 Skulpturen von Ev Pommer.

Arbeiten von Falko Behrendt zeigt die Galerie bereits zum dritten Mal. Behrendt wurde 1950 im vorpommerschen Torgelow geboren. Von 1971 bis 1975 studierte er an der Hochschule für bildenden Künste in Dresden. Seit dem Studium arbeitet er als freischaffender Künstler. 1991 zog Behrendt nach Lübeck, zwischenzeitlich wohnte er in Hamburg. Die Wiege der Berlinerin Ev Pommer stand in Wriezen im Oderbruch. Bereits mit 18 Jahren, 1986, begann sie ein Abendstudium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Später wurde sie Meisterschülerin.

Ev Pommer stellt zum ersten Mal in der Galerie Ruhnke aus. Sie schuf Arbeiten, die so filigran sind, dass man lieber nicht der Verlockung nachgibt, sie zu berühren – und sei es noch so vorsichtig –, um vielleicht herauszufinden, aus welchem Material sie bestehen. Sie sind aus ganz dünnem Holz, aus Papier, Kunststoff, Glas, Gips, Wachs und Beton. Alle erinnern an zarte Pflanzen. Mehrere Objekte heißen einfach „Studie“, weil es für die Künstlerin denkbar ist, sie stark zu vergrößern. Als Material wären Kunststoff oder Metallguss möglich.

Die Farben von Ev Pommers Arbeiten sind sehr zurückhaltend, auch Falko Behrendt ist kein Freund von ausgelassener Buntheit. Seine bevorzugten Techniken sind Lithografie, Siebdruck und Farbradierung. Um zum fertigen Druck zu gelangen, experimentiert er mit verschiedenen Radierplatten, Eingraviertes wird wieder verändert, schon Gedrucktes abgedeckt. „Die Farbe, oft als Aquarell über die grafischen Strukturen gelegt, gibt dem Blatt seinen emotionalen Grundakkord“, beschrieb Galerist Ruhnke bei der Vernissage die Wirkung. Es gibt viel zu entdecken auf Behrendts Bildern: skurrile Tiere, kindlich gekritzelte Häuser in Landschaften.

Einige Farbradierungen zeigen Häfen, aber nicht als Orte, in denen sich Fernweh einstellen könnte oder ein Hauch Seefahrerromantik. Wir sehen Schiffe, Kräne, Windräder – auf Arbeiten, wie sie in den Touristengalerien von Seebädern eher selten zu finden sind. Als einer von 24 Künstlern ist Falko Behrendt in Potsdam gerade in einer zweiten Ausstellung zu sehen: „Erzählte Geschichte: Grafikserien aus den Jahren 1970-2000“. Sie läuft bis 6. Juli im Landtag. Gezeigt werden von Behrendt Radierungen, die er 1979 von einer Studienreise in den Libanon mitgebracht hat.

Die Galerie Ruhnke widmet sich ganz der zeitgenössischen modernen Kunst, nun schon im 13. Jahr. „Eine Stadt, die lebendig sein will, braucht die Moderne“, sagt der Galerist. Deshalb freut er sich, dass Potsdam mit dem Museum Barberini nun über einen neuen, attraktiven Ausstellungsort verfügt, der auch der zeitgenössischen Kunst viel Raum geben will. „Der Leuchtturm Barberini wird uns alle mitbeleuchten“, so Ruhnke.

Info Falko Behrendt, Ev Pommer, Bilder und Skulpturen, bis 26. Februar in der Galerie Ruhnke, Charlottenstraße 122, Mi. bis So. von 14 bis 18 Uhr

Von Stephan Laude

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