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Potsdam Benefiz am Brandenburger Tor
Lokales Potsdam Benefiz am Brandenburger Tor
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18:38 25.08.2016
Die Big Band der Bundeswehr spielt am 6. September vor dem Brandenburger Tor. Quelle: Foto: Johannes M. Langendorf
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Potsdam

Die Big Band der Bundeswehr gastiert erstmals in ihrer 45-jährigen Geschichte in Potsdam. Die 24 Musiker geben am 6. September vor dem Brandenburger Tor ein Benefizkonzert. Der Erlös soll zu gleichen Teilen der Behandlung von zumeist minderjährigen traumatisierten Kriegsflüchtlingen im Klinikum „Ernst von Bergmann“ und von Soldaten im Berliner Krankenhaus der Bundeswehr dienen, die nach Auslandseinsätzen unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden.

Initiator des Benefizkonzertes ist Generalleutnant a.D. Rainer L. Glatz (65), der zum Ende seiner 44-jährigen Dienstzeit von 2009 bis 2013 Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Geltow war. Die eineinhalbjährige Vorbereitung des Konzertes sei für ihn eine wichtige Erfahrung gewesen. „Ich habe gemerkt, wenn man den Leuten den Benefizzweck erklärt hat, dass alle Türen offen standen.“

Der Initiator Rainer L. Glatz. Quelle: Privat

Schirmherren sind Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Veranstalter sind die Landeshauptstadt, das Bundeswehr-Sozialwerk und der Rotary Club Potsdam. Glatz, der seit mehr als zehn Jahren in der Landeshauptstadt wohnt, ist seit Juli Präsident dieser ältesten unter den drei Potsdamer Rotarier-Vereinigungen. Das Benefiz wird präsentiert von der Märkischen Allgemeinen Zeitung.

Zu dem Konzert auf dem Vorplatz des Brandenburger Tores können nach Angaben der Veranstalter bis zu 3000 Menschen einen Platz finden. Der Eintritt ist frei. Sitzmöglichkeiten werden nicht bereitgestellt. Während des zweistündigen Konzertes mit einem bunten Programm aus Swing, Rock, Pop und – laut Glatz auf besonderen Wunsch der Landeshauptstadt – Filmmusik werden sich Spendensammler in teilweise außergewöhnlicher Kostümierung unter das Publikum mischen.

Auch die Grinsekatze aus dem Kindermusical „Alice im Wunderland“ wird am 6. September Spenden sammeln. Quelle: Christel Köster

Jeweils fünf Sportlerinnen der ersten Mannschaften des 1. FFC Turbine Potsdam und der Volleyball-Abteilung des SC Potsdam gehen paarweise mit den jungen Darstellern aktueller Musical-Produktionen des Kindermusiktheaters „Buntspecht“ im Treffpunkt Freizeit. Begegnen wird man nach Mitteilung der „Buntspechte“ dem weißen Kaninchen, dem Hutmacher, der Grinsekatze, Diideldei und Dideldum, der schwarzen Königin und natürlich der Hauptfigur aus „Alice im Wunderland“, sowie dem Bären Balu, der Schlange Kaa und dem Tiger Shir Khan aus dem Musical „Das Dschungelbuch“.

Die Vorbereitung der Show beginnt in den Morgenstunden. Gegen 7.45 Uhr soll der Truck des Orchesters vorfahren, ein zunächst ganz normal scheinender Sattelzug, der sich dann ähnlich den beseelten Fahrzeugen in Michael Bays Transformer-Filmen in eine Hightech-Bühne von beträchtlicher Größe verwandelt.

Zur Ausstattung des Bauwerks mit 18 Meter Breite, zwölf Meter Tiefe und zehn Meter Höhe gehören eine zehn mal sechs Meter große LED-Wand, Showlicht, Tontechnik, Kameras und vieles mehr. Um 16 Uhr ist Soundcheck. Die Veranstalter hoffen auf einen milden Spätsommerabend. Doch die Musiker „spielen bei jedem Wetter“, sagt Glatz. Konzertbeginn ist um 20 Uhr.

Die Big Band der Bundeswehr

Die in Nordrhein-Westfalen stationierte Big Band der Bundeswehr unter der aktuellen Leitung von Bandleader Timor Oliver Chadik zählt zu den außergewöhnlichen Show- und Unterhaltungsorchestern Deutschlands.

Unter den 14 Klangkörpern der Bundeswehr ist sie die einzige, von der man keine Marsch- und Orchesterliteratur erwarten kann. Dafür gibt es den Sound einer klassischen Big-Band-Besetzung.

Einmalig ist auch die technische Ausstattung: Nach Angaben ihres Managements gibt es kein zweites Show- und Unterhaltungsorchester, das mit einer „derart hochmodernen, multimedial aufbereiteten und damit einzigartigen Bühnenshow durch Deutschland, Europa und die Welt reist“.

Seit ihrer Aufstellung 1971 spielte die Big Band der Bundeswehr ohne Gage. Die Eintritts- und Spendengelder in Höhe von mittlerweile weit mehr als 20 Millionen Euro kamen vom ersten Tag an Menschen in Not zu Gute.

Die posttraumatische Belastungsstörung von Soldaten nach Auslandseinsätzen wurde erst in den letzten Jahren als Problem erkannt. In Berlin wurde ein Psychotraumazentrum aufgebaut, in dem es allein im vergangenen Jahr 1750 Behandlungskontakte gab.

Von Volker Oelschläger

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