Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 12 ° stark bewölkt

Navigation:
Benefizlesung für Potsdams Tierheim

Buchpremiere für Katzenkrimi „Tuxedo“ Benefizlesung für Potsdams Tierheim

Die Potsdamer Autorin Anita Meybohm stellt in einem Benefiz für das künftige Tierheim am 27. April im Potsdamer Naturkundemuseum ihren ersten Katzenkrimi „Tuxedo“ vor. Das Tierheim soll unter Regie des Tierschutzvereins an der Michendorfer Chaussee nahe Wilhelmshorst errichtet werden.

Voriger Artikel
Benefizprojekt Kultür mit wachsender Gästeliste
Nächster Artikel
John Allen: Ausbruch aus dem Nachtschwarz

Anita Meybohm mit ihrem ersten Katzenkrimi „Tuxedo“, der am 27. April im Naturkundemuseum vorgestellt wird.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam. Potsdams Tierfreunde rücken zusammen. Mit einer Benefizlesung für das neue Tierheim laden das Naturkundemuseum und der Tierschutzverein am 27. April erstmals gemeinsam zu einer Veranstaltung ein. Anita Meybohm (55), im Hauptberuf Strafrichterin am Landgericht, stellt ihr erstes Buch vor, „Tuxedo“, einen Katzenkrimi mit vielfältigem Bezug zu Potsdam. Mit dem Schreiben begann sie 2010 bei einem Urlaub in der Toskana. Aus ersten Versuchen entstand eine Erzählung, die sich zum kleinen Roman auswuchs, den die Autorin im Laufe der Zeit schließlich zum Krimi umschrieb.

Ort der Handlung sind die Brandenburger Vorstadt und der nahe Park Sanssouci: „Den Kiez kenne ich“, sagt Meybohm, „und ich habe einen traumhaften Weg zur Arbeit. Ich gehe nämlich durch den Park.“ Auch für den Helden des Krimis, den in einem grausamen Doppelmord ermittelnden schwarz-weißen Kater Balboa, gibt es ein reales Vorbild. 2007, kurz bevor sie in den gemütlichen Kiez nahe der Erlöserkirche umzogen, begegneten sie bei einem Spaziergang durch die Sellostraße einem ebenso gemusterten Tier. „Er saß auf einer Mülltonne. Mein Mann ist ein Katzenfreund und hat ihn sofort angesprochen. Da ging gleich nebenan ein Fenster auf und jemand sagte: ,Das ist Johnny, den haben sie ausgesetzt.’“

Eine Woche nach dem Umzug lockten sie den Kater mit Rührkuchen fast bis zu ihrer neuen Wohnung. Die Operation misslang. Ein Hund kam dazwischen, der Kater verschwand. Eine Frau vom Tierschutzverein fing den Streuner wenig später, brachte ihn zur Kastration und gab den Meybohms Bescheid. Die holten den noch immer narkotisierten Kater im Karton und setzten ihn in die Wohnung. Auch Romanheld Balboa wacht in einer fremden Wohnung auf und weiß nicht, wie er dort hingekommen ist. Menschen sind in dem Katzenkrimi insgesamt jedoch eine rare Spezies. Auch ein Hund und zwei Igel kommen vor, „die dem Kater Hinweise geben“.

Die wirklich großen Konflikte aber toben zwischen den Bewohnern der Brandenburger Vorstadt, zu deren gemütlichen Ritualen die Katerversammlung im Garten der Erlöserkirche zählt, einer aggressive Katzenclique, die im Park nebenan ihr Unwesen treibt, und Ratten, mit denen ebenfalls nicht zu spaßen ist. Und dann ist da ja noch der Fetzenmörder, der so genannt wird, weil er seinen Opfern nach dem tödlichen Biss ins Genick im Blutrausch das Fell vom Leibe reißt.

Das Leben von Johnny ist ganz so aufregend nicht, Turbulenzen gibt es aber auch. Immer wieder mal kommt der Kater nach Prügeleien mit Artgenossen mit Blessuren nach Hause, er charmiert mit der Tigerkatze von nebenan und ist mit einem großen schwarzen Labrador befreundet. Einmal habe dessen Frauchen einen Stock geworfen. Und noch einmal. Beim dritten Mal jedoch „hat der Hund das Stöckchen zum Kater gebracht“, berichtet Meybohm lachend, um gleich noch zu beteuern, dass sie das mit eigenen Augen gesehen habe.

Im Tierschutzverein ist die Richterin seit 2014 aktiv. Sie betreute Stände der Tierschützer bei Stadtteilfesten und Weihnachtsmärkten, hat aber auch schon bei der Vorbereitung der Tierheimbaustelle an der Michendorfer Chaussee mitgeholfen. Ein Teil vom Verkaufserlös für ihr Buch soll am Benefizabend dem Tierheim zugute kommen. Die von Schülern der städtischen Musikschule begleitete Lesung im Naturkundemuseum, Breite Straße 13, beginnt um 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei. Aus Platzgründen empfehlen die Veranstalter eine Voranmeldung unter Tel.0331 289 6707.

Vorbereitungen für Potsdams neues Tierheim

Unmittelbar vor der Benefizlesung im Naturkundemuseum beginnt laut Tierschutzverein auf dem Gelände des künftigen Tierheims an der Michendorfer Chaussee mit Schachtarbeiten die Vorbereitung für Strom- und Wasseranschlüsse.

Die eigentliche Baustelle kann erst mit erteilter Baugenehmigung eröffnet werden. Nach der bislang letzten Terminsetzung vom Januar im Finanzausschuss könnte sie im April oder Mai vorliegen.

Mit Erteilung der Baugenehmigung könnten auch jene 131 000 Euro an Spenden freigegeben werden, die bereits seit Jahren für die Errichtung eines neuen Tierheims durch die Stadt verwahrt werden.

Potsdam ist seit der Schließung der Einrichtung in der Forststraße Ende 2008 ohne eigenes Tierheim. Potsdams Tiere gingen ersatzweise nach Kremmen, Beelitz und Zossen.

Zur Benefizveranstaltung im Naturkundemuseum berichtet Günther Hein, Chef des Tierschutzvereins, über den aktuellen Stand.

 

Von Volker Oelschläger

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam
Die Karikaturen des Potsdamers Hafemeister

Jörg Hafemeister karikiert seit Jahren die Potsdamer Lokalpolitik. Nun hat er immer mittwochs seinen festen Platz im Potsdamer Stadtkurier. Wir zeigen an dieser Stelle alle Karikaturen.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg