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Bergbau zu Potsdam

Der Architekt Markus Löffler hat der Stadt-SPD den Siegerentwurf für den Brauhausberg vor Ort erläutert Bergbau zu Potsdam

Wer hätte gedacht, dass er mit diesem Entwurf auf Tournee gehen würde? Markus Löffler winkt ab: „In Potsdam wird eben viel diskutiert.“ Der Architekt und Professor an der Fachhochschule hat mit seiner Planungsgemeinschaft den Siegerentwurf für den städtebaulichen Wettbewerb für den Brauhausberg vorgelegt.

POTSDAM. Jetzt tingelte er nach dem Besuch bei der Stadt-Fraktion der Linken mit der SPD über den Berg der Berge, um seine Vision vor Ort zu erläutern. Rund 20 Zuhörer folgten ihm und seinen Ausführungen auf Schritt und Tritt.

Den Entwurf unter den Arm geklemmt, ermunterte Löffler die Runde immer wieder, die Gestaltung der Gebäude auf den Skizzen nicht allzu ernst zu nehmen. „Die Diskussion um die Pergola ist zum Beispiel völlig sinnlos“, sagt Löffler. „Die Pergola ist nicht festgelegt, nur der Standort des Bades.“ Wie berichtet, war beim städtebaulichen Wettbewerb zu ergründen, wo genau das neue Bad stehen soll und wie die übrigen Flächen genutzt werden können. Die konkrete Architektur hingegen gilt es in einem zweiten, gerade ausgelobten Wettbewerb zu finden.

Weshalb dann überhaupt die Raffinesse? „Man möchte für den Betrachter eine Atmosphäre erzeugen“, sagt Löffler. „Das geht am besten mit Details. Das ist aber nicht unser finaler Entwurf.“ Maßgeblich sei hingegen die Zuordnung der Flächen. „Wir haben die Richtung vorgegeben – den Rest werden die Wettbewerbsteilnehmer interpretieren“, sagt Löffler, dessen Entwurf für Runde 2 gesetzt ist und nun verfeinert wird.

Der Brauhausberg sei einer der identitätsstarken Orte der Stadt. Er habe in der Geschichte immer über eine Sichtbeziehung mit der Innenstadt agiert. Allerdings habe der Bahnhofneubau den Berg von der Stadt nahezu getrennt, sagt Löffler; zudem werde die geplante Bebauung der Speicherstadt das Konzept des sichtbaren Berges weiter schwächen. Löffler und sein Team wollen die Bedeutung des Berges für die Stadt erhalten, also den Blick auf den Berg und vom Berg in die Stadt offen halten. Da sei es wichtig, dass die Schwimmhalle nicht mittendrin steht, sondern am Fuß, „im Windschatten des neuen Quartiers der Speicherstadt“, mit dem die Halle eine neue Stadtkante bildet, die den Blick auf den Berg freigibt.

„Die anderen Wettbewerbsentwürfe bauen diesen Blick zu – das ist das Entscheidende“, sagt Löffler. Gleichzeitig schaffe die Halle mit der Speicherstadt eine Eingangssituation in ein neues Stadtfeld. Das Entree des Bades sei der Straße und so auch der Stadt zugewandt. Es beziehe sich in seiner Architektur und in seinen Proportionen auf die erhaltenen, „wunderschönen, alten Speichergebäude“ der Leipziger Straße. „Wir wollen den Geist dieses Straßenzugs aufnehmen“, so Löffler.

Knifflig ist die Freifläche des Schwimmbads. An der Kreuzung, das gibt Löffler unumwunden zu, ist es nicht besonders gemütlich. Er schlägt daher vor, das Terrain aufzuschütten und so um rund vier Meter zu erhöhen und eine Tiefgarage drunter zu setzen. Die Crux: Der Blick auf spärlich bekleidete Menschen ist von den geplanten Fünfstöckern auf der anderen Seite der Leipziger Straße frei. „Niemand konnte dieses Problem bisher lösen“, so Löffler. Um die generellen Schwierigkeiten des Standorts macht er keinen Hehl. Es sei einfacher und kostengünstiger ein Bad für den Stadtrand zu planen.

Das Wohnquartier sieht Löffler zwischen Max-Planck-Straße und Landtag. Auf dass sich der Berg behaupten kann, habe man sich für einzelne Häuser und gegen Blöcke entschieden. Die Geländekante am „Minsk“ soll indes verschwinden: Man könne sie hervorragend zum Bau einer weiteren Tiefgarage nutzen und die Häuser obenauf setzen. Insgesamt sollen Leichtigkeit, Lücken und Licht das Viertel auszeichnen. Der Berg soll so weit wie möglich grün und landschaftlich bleiben. – Das allerdings bezweifelt Thomas Hintze von der Bürgerinitiative Pro Brauhausberg. Er fordert, auf die Häuser oberhalb des „Minsk“ zu verzichten und den kleinen Park zu erhalten. „Ansonsten finden wir den Entwurf ziemlich gut. Die Anordnung des Bades ist optimal“, sagte Hintze beim Rundgang. Er begrüße zudem, dass Löfflers Entwurf die Chance einräumt, das „Minsk“ zu erhalten. „Das ist keine Frage der Architektur, das ist eine wirtschaftliche Frage“, sagt Löffler. Er mag diesen Bau der Ost-Moderne. „Ich würde mich freuen, wenn das Minsk bleibt, aber ich glaube, dass das schwierig wird; eine Sanierung wäre sehr teuer.“ (Von Nadine Fabian)

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