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Promi-Golfclub im Visier der Steuerfahnder

Exquisiter Verein soll Gebühren als Spenden deklariert haben Promi-Golfclub im Visier der Steuerfahnder

Einer der prominentesten Berliner Golf-Clubs – gelegen vor den Toren Potsdams – ist ins Visier der Steuerfahnder geraten. Der Golf-Club in Wannsee gehört zu den Top-Adressen in Deutschland und ist noch vor dem Golf-Verein am Seddiner See beliebtester Tummelplatz für die High-Society des Südwestens Berlins und des Potsdamer Raums.

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Der Club in Berlin-Wannsee hat eine 27-Loch-Anlage.

Quelle: dpa

Wannsee. Geschäftsführer Yasin Turhal vom Golf- und Land-Club Berlin-Wannsee bestätigte am Wochenende, es gebe „Ermittlungen gegen eine Anzahl von Mitgliedern“. Der Verein arbeite sehr eng mit den Behörden zusammen, um die Vorwürfe restlos aufzuklären.

Dem Club wird nach Berichten von „Bild“, „B.Z.“ und „Berliner Morgenpost“ (Samstagsausgabe) vorgeworfen, neuen Mitgliedern neben der Aufnahmegebühr bis zu 20 000 Euro zusätzlich abverlangt zu haben. Dieses Geld soll dann als Spende getarnt worden sein, um die Gemeinnützigkeit des Vereins nicht zu gefährden. Spenden lassen sich außerdem von der Steuer absetzen.

Mehdorn steht auf der Spender-Liste

Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, steht auch der Berliner Flughafenchef Hartmut Mehdorn auf der Liste. 2008 sollen er und seine Frau 40 000 Euro gespendet haben. Das Blatt zitiert den 71-Jährigen mit den Worten: „Es ist richtig, dass ich gespendet habe. Die Spende wurde bei mir aber nicht zur Aufnahmebedingung gemacht.“ Insgesamt soll es den Zeitungsangaben zufolge um 170 bis 180 Mitglieder gehen. Die Zahlen seien definitiv falsch, so Geschäftsführer Turhal. Weitere Angaben machte er zunächst nicht.

Der Golf-Club in Wannsee gehört auch sportlich gesehen zu den Top-Adressen in Deutschland und ist noch vor dem Golf-Verein am Seddiner See beliebtester Tummelplatz für die Hautevolee des Südwestens Berlins und des Potsdamer Raums. Das Areal mit seiner 27-Loch-Anlage liegt an der Bundesstraße 1 östlich vom Potsdamer Ortsteil Klein Glienicke und nördlich des Griebnitzsees auf Berliner Seite. Es schließt die Siedlung Wannsee in Richtung Potsdam ab.

Club am Seddiner See regelt Finanzen anders

Während der Club am Seddiner See als Aktiengesellschaft organisiert ist – Neumitglieder müssen eine Aktie im Wert von 20 000 Euro erwerben, um Spielberechtigung zu erlangen – sind die Finanzen in Wannsee offenbar anders geregelt. Dort kommt zur Jahresgebühr dem Anschein nach die ominöse Spende.

Gegründet wurde der Verein in Wannsee 1885 von britischen und amerikanischen Diplomaten. Von 1924 bis 1933 war der in Potsdam wohnende jüdische Bankier Herbert Gutmann Präsident des Clubs – seine Familie musste nach Hitlers Machtergreifung emigrieren. Gutmanns riesige Villa am Potsdamer Jungfernsee wird heute von der Schauspielerin Nadja Uhl und ihrer Familie saniert.

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