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Anderswo ist es nicht besser

Babelsberger Regie-Studentin auf der Berlinale Anderswo ist es nicht besser

Die Babelsberger Regie-Studentin Ester Amrami zeigt bei der Berlinale ein herrlich komisches Familiendrama. Ihr abendfüllender Spielfilm „Anderswo“ feiert am 14. Februar Weltpremiere in der Berlinale-Reihe „Perspektive Deutsches Kino“.

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„Anderswo“ auf der Reise mit Romi Abulafia (Netta), Neta Riskin (Noa), Golo Euler (Jörg) und Hana Laslo (Rachel, v.l.n.r.).

Quelle: Berlinale

Potsdam. Noa am Rande des Nervenzusammenbruchs: Lange lebt die Israelin in Berlin, ist mit ihrem Freund Jörg (Golo Euler) endlich zusammengezogen – nun bewirbt er sich nach Stuttgart. Als Noa (Neta Riskin) dann auch noch das Stipendium für ihre Masterarbeit zu einem Wörterbuch unübersetzbarer Wörter verweigert wird, fliegt sie heim. Dort kochen alte Konflikte mit Mutter (herrlich: Hana Laslo, 2005 in Cannes als beste Darstellerin geehrt) und Schwester wieder hoch. Dann muss die Oma ins Krankenhaus, und Jörg taucht auf. Noa merkt: „Anderswo“ ist es nicht unbedingt besser – glücklicherweise. Denn sonst wäre den Zuschauern ein so komisches wie konfliktreiches Familiendrama entgangen, in dem Regisseurin Ester Amrami hier und dort dem weiten Heimatbegriff nachspürt. Ihr abendfüllender Spielfilm „Anderswo“ feiert am 14. Februar Weltpremiere in der Berlinale-Reihe „Perspektive Deutsches Kino“.

Wie ihre Heldin steht die 34-Jährige kurz vor dem Ende ihres Studiums – an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ –, ist geboren und aufgewachsen in Kfar Saba nahe Tel Aviv, wohnt seit Jahren in Berlin, hat einen deutschen Partner. Wie viel Esti, wie sie von allen genannt wird, steckt in Noa? „Das ist nicht meine Geschichte. Noa hätte auch eine Japanerin in Frankreich sein können.“ Da „Anderswo“ kaum Budget hatte, aktivierte die Regisseurin Kontakte in ihrer Geburtsstadt: Das Team durfte gratis drehen, sogar Esters Bruder Dedi Amrami, ein Rechtsanwalt, spielt mit. Das Drehbuch schrieb die Regisseurin mit ihrem Mann Momme Peters – der seine Brötchen als Sozialarbeiter verdient. Ester Amrami gelangte über Umwege auf den Regiestuhl: Nach dem Wehrdienst in der israelischen Armee studierte sie Modedesign, wollte aber „etwas Bedeutungsvolleres“ machen. Dazu kam eine gewisse Unlust auf Israel. „In London oder Paris ohne Geld und ohne Plan neu anzufangen, ist kaum möglich. Berlin dagegen war unfertig, überall gab es billige Wohnungen.“

Hier wollte sie Malerei studieren: „Meine Bewerbungsmappe war nicht gut.“ Erfolg brachten ihr bewegte Bilder: „Berlin Diary“ gewann einen Wettbewerb des Goethe-Instituts und führte sie 2007 zum Studium nach Babelsberg. Seither liefen ihre Kurzfilme weltweit bei Festivals, so beim Next-Generation-Programm in Cannes. „Anderswo“ ist ihr Abschlussfilm, entstanden innerhalb der „Leuchtstoff“-Initiative, die der Rundfunk Berlin-Brandenburg und das Medienboard aufgelegt haben, um junges deutsches Kino zu fördern.
Die Regisseurin hat zwar Pläne für einen neuen Film, bereitet sich momentan aber auf ein anderes schönes Projekt vor: Im Frühjahr wird sie zum ersten Mal Mutter.

Von Ricarda Nowak

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