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Potsdam Berufsberatung für Schüler an der VHS
Lokales Potsdam Berufsberatung für Schüler an der VHS
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02:15 12.02.2017
Auf Ausbildungsmessen werden Berufe und Studiengänge vorgestellt. Quelle: dpa
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Studium, Freiwilligendienst im Ausland oder doch eine solide Ausbildung im Handwerk? Vor dieser Frage stehen in jedem Jahr Zehntausende Schulabgänger allein in Brandenburg. Der Trend geht seit Jahren weg von der klassischen Lehre hin zur Uni-Laufbahn. Die Auswahl an Studiengängen, aber auch an Ausbildungsberufen steigt stetig.

Der Potsdamer Ernst-Walter Cantner möchte den Jugendlichen deshalb helfen. Immerhin hat er als ehemaliger Verantwortlicher für den Bereich Bildung im ländlichen Raum im Brandenburger Landwirtschaftsministerium weitaus mehr Erfahrung und durch unzählige Besuche auf Ausbildungsmessen einen wesentlich größeren Überblick über das Angebot als die Schüler selbst.

Schüler und Eltern sind mit dem Ausbildungsangebot oft überfordert

„Bei mittlerweile 15 000 Studiengängen und 350 Ausbildungsberufen wäre es purer Zufall, wenn ein Schüler auf Anhieb den richtigen Beruf für sich findet“, sagt er und bietet daher zwei kostenlose Berufsberatungen in der Potsdamer Volkshochschule an. „Der Dschungel ist riesig“, weiß auch der Direktor der VHS, Myrtan Xhyra, „da sind auch die Eltern oft überfordert.“

Eltern sind der wichtigste Ratgeber

Bei den beiden Abendveranstaltungen in den nächsten Wochen erklärt Ernst-Walter Cantner nicht einfach beliebige Berufsbilder, sondern gibt den Jugendlichen eine Strategie an die Hand, mit denen jeder den Weg zum Traumberuf finden kann, so Cantner. Zu den Veranstaltungen lädt er ganz ausdrücklich auch die Eltern der baldigen Schulabgänger ein. Denn er ist der Meinung, dass die Unterstützung, aber auch die Vorbildfunktion der Eltern eine wesentliche Rolle bei der Frage der Berufsfindung ihrer Kinder spielen. „Die Eltern sind in der Schulzeit der wichtigste Ratgeber“, erläutert er.

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In Sachen Freizeitgestaltung würden sich viele Kinder nach Mutter und Vater richten. „Hier müssen sich auch die Eltern engagieren, ihren Einfluss nutzen und nicht nur vor der Glotze sitzen“, sagt er. Immerhin sei eine leere Seite unter dem Punkt „Hobbys und Interessen“ im Lebenslauf das Ausschlusskriterium schlechthin bei Praktikumsbewerbungen. Die Möglichkeit in verschiedene Berufe zu schnuppern, ist übrigens Cantners Tipp Nummer eins an die Jugendlichen. Je ein Praktikum pro Schuljahr empfiehlt er ab der neunten Klasse. Bei der Auswahl der bevorzugten Berufe geben laut Cantner schon einfache Begabungstests im Internet hilfreich Auskunft.

Zeit nach dem Abschluss ist für die persönliche Entwicklung wichtig

All jenen, die bereits kurz vor dem Abschluss stehen und trotzdem noch keine Entscheidung fürs Leben treffen können oder wollen, spricht Cantner Mut zu. „Es gibt meiner Meinung nach keinen vernünftigen Grund dafür, sich nach dem Abitur sofort in die Ausbildung zu stürzen“, sagt er, „den Abschluss schneller zu haben als andere, wird einem heute von keinem Unternehmen gelohnt.“

Er empfiehlt den Jugendlichen, die noch auf Selbstfindungsreise sind, beispielsweise Sprachkurse und Ferienjobs im Ausland. Auch VHS-Direktor Xhyra unterstützt Cantner in dieser Ansicht. „Für die jungen Menschen ist es wichtig, die richtige Welt ohne Mama und Papa kennenzulernen“, sagt er.

„Unschlagbar“ mit Ausbildung und Bachelorabschluss

Abschließend rät Ernst-Walter Cantner jedem Schüler, egal ob noch in der 9. oder schon in der 12. Klasse, übrigens zur Lehrausbildung. „Nach einer abgeschlossenen Ausbildung versteht man sofort, was der Professor an der Tafel erklärt“, sagt er. Mit Ausbildung und Bachelorabschluss sei man in Deutschland und Europa „unschlagbar“.

Info: Die erste Berufsberatung am 15. Februar richtet sich an Schüler der 9. und 10. Klassen und ihre Eltern. Am 22. Februar sind Schüler der 11. bis 13. Klassen und ihre Eltern eingeladen. Die Seminare beginnen jeweils um 19 Uhr und sind kostenlos. Die VHS bittet im Vorfeld um eine telefonische Anmeldung.

Von Victoria Barnack

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