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Potsdam Besonderes Geburtstagskind: Die älteste Potsdamerin
Lokales Potsdam Besonderes Geburtstagskind: Die älteste Potsdamerin
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20:08 30.08.2016
Ilse Nowak ist 107 Jahre alt. Quelle: Friedrich Bungert
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Potsdam

Als die Geburtstagsgesellschaft im Gemeinschaftssaal des Emmaus-Hauses in der Eisenhartstraße Beethovens „Ode an die Freude“ anstimmt, fällt Ilse Nowak sogleich ein und singt kräftig mit. Schon von klein auf war Musik Teil ihres Lebens. Ihr Vater war im Knabenchor des Berliner Doms gewesen, sie sang ebenfalls in einem Chor und nahm jahrelang Klavierstunden. Einmal reiste sie zu Musikfestspielen im österreichischen Graz, „aber das war 1939 – und ist schon so lange her“, sagt Ilse Nowak und hängt ihren Gedanken hinterher. Damals war sie bereits 30 Jahre alt, erinnert sich aber sehr lebhaft. Am Dienstag wurde, ihr zu Ehren, besonders viel gesungen. Sie feiert ihren 107. Geburtstag!

Ilse Nowak ist fit, das Hörgerät staubt ein

Geboren wurden sie am 30. August 1909 in Berlin-Tempelhof. Nach einigen Jahren am Niederrhein zogen Ilse Nowak und ihre Mutter nach Potsdam, da der Vater, ein Zahlmeister beim ersten Garderegiment, dort Arbeit gefunden hatte. Sie besuchte das Lyzeum und erlernte den Beruf der technischen Lehrerin für Handarbeit, Hauswirtschaft und Sport. Später reiste sie als Wanderlehrerin durch Brandenburg.

Ilse benötigt mittlerweile einen Rollstuhl. Auf das Hörgerät verzichtet sie allerdings lieber. Sie ist schließlich noch fit. Quelle: Friedrich Bungert

Eine Lehrerin steckt auch heute noch in ihr. Mit größter Leidenschaft sucht sie in Texten nach Fehlern – Syntax, Rechtschreibung, Grammatik. Schon drei kleine Bücher hat sie feinsäuberlich mit schöner Handschrift gefüllt. Ilse Nowak braucht dazu keine Brille und hält die Texte auch keine Armlänge von ihrem Körper weg, um die Schrift entziffern zu können. Das hängt eventuell mit ihrer Laser-Operation zusammen, der sie sich vor 15 Jahren unterzog, doch damals war sie auch schon über 90 Jahre alt. Ilse Nowak ist mittlerweile auf den Rollstuhl angewiesen, den sie aber alleine bewegen kann. Sonst ist sie fit. Nicht einmal ein Hörgerät braucht sie. „Das liegt da“, sagt sie und zeigt hinter sich. „Und staubt ein.“

Rückblick auf ein bewegtes Leben

Ilse Emilie Ida Nowak schaut auf ein bewegtes Leben zurück. Als Kind erlebte sie den Ersten Weltkrieg, verlor ihren ersten Gatten an der Front des Zweiten Weltkriegs und saß in der Nacht zum 14. April 1945 mit ihrem drei Monate alten Baby im Keller und hörte die Bomben auf Potsdam niedergehen. „Das war schon schlimm“, erinnert sie sich und für einen kurzen Augenblick kann man in ihrem Gesicht die Schrecken von damals erahnen.

Fünf Jahre später heiratet sie erneut, ein Bild mit ihrem Mann Erich steht auf einem altem Vertiko von 1902, das ihren Eltern gehörte. Das Foto zeigt ein hübsches Brautpaar. Er ein stattlicher Mann, sie eine schmale, auffallend hübsche junge Frau mit lockigem Haar. Die Ehe wird von zwei weiteren Kindern gekrönt. Es folgen einige Enkel und mittlerweile vier Urenkelkinder.

Zu ihrem Geburtstag sind nur zwei Söhne gekommen. Ausreichend findet Ilse Nowak. Der Trubel ist schon genug. „Aber der Bundespräsident hat mir gratuliert“, sagt sie. Es klingt wie etwas völlig Alltägliches. Diese Frau hat eben schon viel erlebt.

Von Lisa Neumann

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