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Beste Nachwuchsfilmemacher geehrt

Studierendenfilmfest in Babelsberg Beste Nachwuchsfilmemacher geehrt

In zehn Kategorien wurden am Sonntagabend die besten Filme des 46. Sehsüchte-Festivals an der Babelsberger Filmuni ausgezeichnet. Eine deutsch-kenianische Co-Produktion stach dabei ganz besonders heraus und überzeugte auch das Publikum, das am Wochenende fast alle Sitze in den Kinosälen gefüllt hatte.

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Die Produzenten Matrid Nyagah und Tobias Rosen, Regisseurin Katja Benrath und Kameramann Felix Striegel (v.l.) freuen sich über ihre Preise.

Quelle: Christel Köster

Babelsberg. Seit fast einem Jahrzehnt ist Kenia dem Terror der islamistischen Miliz Al-Shabaab ausgesetzt. Zwischen Christen und Muslimen wachsen Angst und Misstrauen – bis sich muslimische Passagiere bei einem terroristischen Überfall auf einen Reisebus mit ihren christlichen Mitreisenden solidarisieren. Die Geschichte, die sich im Dezember 2015 ereignete, ging um die Welt.

Auch das junge Hamburger Filmteam um Tobias Rosen hörte damals von dem Ereignis. „Wir wollten die Geschichte zeigen und ein möglichst authentisches Bild von ihr zeichnen“, sagt der 33-Jährige. Watu Wote ist der Titel des 22-minütigen Werks, das nach monatelanger Arbeit entstand, und bedeutet übersetzt in etwa „Wir alle“. Der Kurzfilm gewann beim 46. Studierendenfilmfestival in Potsdam gleich zwei ganz besondere Preise: die Auszeichnung für die beste Produktion und den Publikumspreis.

Preisgekrönte Abschlussarbeit aus Hamburg und Kenia

Das Sehsüchte-Festival, dass bereits seit 1972 von Studierenden der Konrad-Wolf-Filmuniversität in Babelsberg organisiert wird, ist eines der wenigen internationalen Filmfeste, bei denen auch die Produzenten der Werke geehrt werden. Watu Wote wurde nicht allein von Rosen als Abschlussarbeit seines Studiums an der Hamburg Media School produziert. Mehrere Wochen hatte sich das bis dato vierköpfige Team in Kenia auf die Suche nach Partnern begeben und mit der Medienproduktionsfirma Lightbox Africa gefunden.

Vertrauen und Teamarbeit seien bei dem Projekt besonders wichtig gewesen, sagt Rosen. Denn gedreht wurde der Kurzfilm unter anderem an der Grenze zu Somalia, die als hochgefährlich gilt. Auch von der Sehsüchte-Jury gab es dafür Lob. Der Produzent habe nie die Sicherheit des Teams außer Acht gelassen und mit souveräner Weitsicht eine deutsch-kenianische Produktion gestemmt, heißt es in der Begründung.

Heißbegehrt

Heißbegehrt: In zehn Kategorien verteilte die Jury die Sehsüchte-Flammen.

Quelle: Sehsüchte / Jonas Friedrich

Zu sehen bekommen die afrikanischen Partner, darunter auch die Schauspieler des Films und Betroffene des Überfalls, den Film erst im Oktober. Bei seiner Afrika-Premiere wird Watu Wote gleich mehrere Auszeichnungen mitbringen. „Wir haben bereits in Spanien und Italien Preise bekommen“, berichtet Regisseurin Katja Benrath.

Mit dem Abschluss des Sehsüchte-Festivals kam noch eine weitere Auszeichnung hinzu, die dem Filmteam besonders viel bedeutet. „Der Publikumspreis ist der schönste Preis, den unser Film erhalten kann“, sagt Benrath, „immerhin haben wir ihn gemacht, um die Menschen damit zu erreichen.“ Die Festivalbesucher konnten nach den Filmblöcken, die seit Mittwochabend in der Filmuniversität und dem FX-Center liefen, alle Werke bewerten. So gewann nicht der Film mit den meisten Stimmen, sondern jener mit den besten Bewertungen.

Die Kinosäle waren vor allem Samstag bei allen Vorführungen gut gefüllt

Die Kinosäle waren vor allem Samstag bei allen Vorführungen gut gefüllt.

Quelle: Sehsüchte / Jonas Friedrich

Kinobesucher gab es beim 46. Sehsüchte-Festival insgesamt mehr als erwartet. „Am Samstag waren fast alle Filmblöcke ausverkauft“, berichtet Festivalkoordinatorin Sarah Hoffmann, „auch an den anderen Tagen lief der Ticketverkauf sehr gut.“ Die mehr als 100 internationalen Filmemacher, die zum Festival angereist waren, zeigten sich auch vom Rahmenprogramm begeistert. Führungen durch die Babelsberger Studios, Workshops, Diskussionsrunden und nicht zuletzt die große Sehsüchte-Party am Samstagabend waren teilweise ausgebucht. „Insgesamt hat das Festival auch unsere Erwartungen übertroffen“, sagt Hoffmann zum Ende des Filmwochenendes.

Die Preisträger beim 46. Sehsüchte-Festival

Zwei deutsche Filme erhielten insgesamt drei Sehsüchte-Flammen. Außerdem erhielt die Berlin Autorin Gesa Scheibner den Preis für das beste, noch unverfilmte Drehbuch.

Aus Europa kamen alle anderen Preisträger in den insgesamt zehn Kategorien. Der beste Spielfilm kam aus Finnland. Die besten Kinder- und Jugendfilme aus der Schweiz und den Niederlanden. Das beste Musikvideo reichte ein Österreicher ein.

Mit fast 40 000 Euro waren alle Preise insgesamt dotiert. Das höchste Preisgeld erhielt mit 10 000 Euro der Gewinner des Publikumspreises.

Von Victoria Barnack

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