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Potsdam Kinderbauernhof soll trotz fehlender Baugenehmigung bleiben
Lokales Potsdam Kinderbauernhof soll trotz fehlender Baugenehmigung bleiben
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00:20 27.02.2019
Kinderbesuch auf dem Kinderbauernhof Groß Glienicke: Mohamad (9) füttert ein Schaf, assistiert von Michael Fruth. Quelle: Rainer Schüler
Groß Glienicke

Mit einem Tag der offenen Tür am Samstag hat sich der Kinderbauernhof Groß Glienicke einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt und gezeigt, dass ein Abriss keine Option ist, die Fehler der Sanierung zu berichtigen. Eigentümer Michael Fruth hatte vor zwölf Jahren auf mündliches Wohlwollen mehrerer Amtsvertreter der Stadt vertraut und keine Baugenehmigungen beantragt für die Sanierung früherer Schweineställe aus DDR-Zeiten. Deshalb kam es 2017 zu einer anonymen Anzeige, er habe Schwarzbauten errichtet.

Ortsvorsteher Winfried Sträter hält das Vorgehen von Fruth zwar für „grob fahrlässig“, ist aber überzeugt, dass er „nur Gutes für die Natur, die Kinder und den Ortsteil geschaffen“ hat und ein Abriss nicht in Frage kommt. „Das hat der Natur nicht geschadet“, sagte er, „im Gegenteil.“

„Im Notfall muss er eine Strafe kriegen“

Als Bauausschussvorsitzender der bis 2003 selbstständigen Gemeinde Groß Glienicke habe Fruth „wissen müssen, dass er für die Sanierung Baugenehmigungen braucht“, sagte Sträter am Samstag der MAZ: „Im Notfall muss er dafür eine Strafe kriegen, das wäre verständlich“, ein Abriss sei jedoch kein Weg aus der Situation: „Die Konsequenz darf nicht sein, dass die Anlage und der Kinderbauernhof gefährdet werden.“

Eine Erweiterung des Bebauungsplanes von der anderen Seite der Potsdamer Chaussee auf die Seite des Bauernhofes wäre eine Möglichkeit, die Fehler der Vergangenheit zu heilen. Doch die Stadt sieht dafür keine Möglichkeit.

„An vielen anderen Orten in Potsdam“ wundere es ihn schon, wie leicht es die Stadt Investoren macht. Es gebe eine sichtliche „Ungleichbehandlung zwischen großen und kleinen Investoren“, kritisierte Sträter. Im Rahmen der Online-Petition für den Erhalt des Kinderbauernhofes nahm er am Samstag als Privatmann und Mitglied des Ortsbeirates Stellung, nicht als Vorsitzender, weil seine Position noch nicht diskutiert und abgestimmt wurde.

Zukunft des Kinderbauernhofs bewegt viele Menschen

„In meinen Gesprächen im Ort habe ich erfahren, dass die Zukunft des Kinderbauernhofs viele Menschen in Groß Glienicke bewegt“ schreibt er. Wiederholt sei er gebeten worden: „Tun Sie etwas, damit der dort erhalten bleibt!“

Das Gebiet habe bis in die 90er Jahre eine intensive Nutzung als landwirtschaftlicher Betrieb gehabt. Dessen bauliche Hinterlassenschaften seien in den vergangenen Jahren zurückgebaut worden, Umweltschäden seien saniert und die Gesamtanlage sei so hergerichtet worden, dass sie – im krassen Gegensatz zu den 90er Jahren – heute einen gepflegten Eindruck macht. Mit dieser Arbeit sei ein Wert auch für unseren Ortsteil Groß Glienicke geschaffen worden.

Er unterstütze die vielfältigen Anstrengungen, Initiativen und die Online-Petition zum Erhalt des Kinderbauernhofs auf seinem jetzigen Gelände. Die Unterschriftensammlung im Internet für den Erhalt des Bauernhofs hat derzeit 720 von 1600 notwendigen Unterstützern. Ihm sei bewusst, dass sich der Eigentümer viel früher um die förmliche Genehmigung hätte kümmern müssen.

Ein von einem renommierten Fachmann erstelltes Gutachten zeige Möglichkeiten auf, um die formalen Probleme so zu lösen, dass der Kinderbauernhof dort erhalten bleibt. Als Bürger von Groß Glienicke und Mitglied des Ortsbeirates bitte er die Stadtverordneten und die Stadtverwaltung eindringlich um die Erarbeitung einer konstruktiven Lösung zum Erhalt des Kinderbauernhofs.

Von Rainer Schüler

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