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Potsdam Betreuungsplatz per Mausklick
Lokales Potsdam Betreuungsplatz per Mausklick
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22:36 26.07.2016
Leiterin Bianca Daumke (r.) mit Kindern der Kita „Sportakus“ Quelle: Röd
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Potsdam

Der stetige Zuzug in die Landeshauptstadt lässt sich auch an dem Ansturm auf die Kinderbetreuungseinrichtungen ablesen: In den kommenden vier Jahre will die Stadt gemeinsam mit den freien Trägern 1600 zusätzliche Kita-Plätze schaffen – bei Bedarf kann sogar noch aufgestockt werden. „Wir werden unsere Investitionen in den Kitabereich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) am Dienstag am Rande seiner Kita-Tour, die ihn in die Innenstadt und nach Drewitz führte.

In den nächsten drei Jahren sollen fast 20 Millionen Euro im Kita- und Hortbereich investiert und eine Kita-Platz-Vermittlung im Internet installiert werden. Zum Vergleich: Bislang waren es jährlich etwa drei Millionen Euro, die der Kommunale Immobilienservice (KIS) in die Sanierung der Kita-Infrastruktur investiert. Darüber hinaus zahlt die Landeshauptstadt für Neubauten und Sanierungen durch freie Träger einen Aufwendungsersatz.

Um den rasant steigenden Bedarf zu befriedigen, werden auch die Sanierungen der Kitas vorangetrieben. Auf diese Weise können sie ihre Kapazitäten besser ausschöpfen als bisher: Ziel der etwa zweistündigen Tour von Jakobs mit Dorothea Junghanns vom Kommunalen Immobilienservice (KIS) und Kerstin Elsaßer vom Jugendamt war ein Lokalaugenschein bei der Kita Froschkönig in der Straße Wall am Kiez und bei der Kita Sportakus in der Gartenstadt Drewitz.

Es geht voran

In diesem Jahr gehört die Innensanierung der Kita Kinderland am Bisamkiez im Stadtteil Schlaatz zu den wichtigsten Investitionsprojekten im Kita-Bereich. Außerdem werden in der Kita Sonnenschein am Hans-Marchwitza-Ring in Zentrum-Ost Teile des Zweigeschossers und das Kellergeschoss im Innern saniert.


In der Kita Regenbogenland am Babelsberger Hubertusdamm beginnt im Herbst der dritte Bauabschnitt. In der Kita Sternschnuppe in der Max-Born-Straße am Stern finden Arbeiten bis 2018 bei laufendem Betrieb statt.

Während man in der Innenstadt-Einrichtung noch bis Frühjahr 2018 in den Sanierungsarbeiten steckt, können sich die Drewitzer schon über ein fertiges Haus freuen. Sogar der Name ist seit Anfang Juni neu: „Sportakus“ ist eine Anspielung auf den Schwerpunkt der Kita mit vielfältigen Bewegungsangeboten. Highlight auf dem Gelände ist – besonders in der aktuellen Sommerhitze – die „Blaue Lagune“, ein kleiner Wasserspielplatz mit einer Felsformation zum Klettern. Beim Rundgang führte Kita-Leiterin Bianca Daumke stolz durch das Innere des strahlend rot getünchten Gebäudes. Seine Vergangenheit als grauer Plattenbau sieht man ihm heute nicht mehr an. Das Haus war die letzte Kita, deren Bau noch zu DDR-Zeiten in Potsdam in Angriff genommen wurde. 2004 wurde hier die mittlerweile wieder geschlossene jüdische Kita eingeweiht. 2,7 Millionen sind in die Sanierung geflossen. Erleichternd für den reibungslosen Betrieb war der Umstand, dass das Haus aus vier Kuben besteht. So konnte etappenweise je ein Kubus leergezogen und saniert werden. 260 Kinder vom Krabbelalter bis zu zehn Jahren werden in der Sportakus-Kita betreut – perspektivisch sollen es etwas mehr als 300 werden.

Am Rande des Rundgangs ging es gestern auch um Innovatives in Sachen Kita-Platz-Vermittlung. In absehbarer Zeit soll es in Potsdam auch möglich sein, den Nachwuchs online für einen Kita-Platz anzumelden. Damit wird der Anmeldeprozess für Eltern, die ihr Kind in mehreren Einrichtungen angemeldet haben und auf die Vergabe eines Platzes warten, deutlich erleichtert. Das Modell nennt sich „Kita-Navigator“ und befindet sich derzeit in der Vorbereitungsphase. Im Unterschied zum bereits existierenden Suchportal, das nur einen Überblick über Konzept und Platzkapazitäten einer Einrichtung gibt, soll man sich dann per Mausklick einen Betreuungsplatz sichern können. Der Navigator wird voraussichtlich „in anderthalb bis zwei Jahren“ an den Start gehen, so Kerstin Elsaßer, Bereichsleiterin Kindertagesbetreuung beim Jugendamt: „Wir sind derzeit dabei, zusammen mit Eltern, Fachleuten und freien Trägern die Rahmenbedingungen zu erarbeiten.“

Von Ildiko Röd

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