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Potsdam Woran Bewerbungen heute scheitern
Lokales Potsdam Woran Bewerbungen heute scheitern
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00:28 25.03.2018
Isabella Vallentin (14, l.) und Josephine Dickhoff (15, m) lassen sich von Trainee Ulrike Kasper von Notebooksbilliger zu Berufsaussichten im Unternehmen beraten. Quelle: Christin Iffert
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Potsdam

In der Potsdamer Schiffbauergasse sammelt sich eine Menschentraube um den orangen Stand der Firma Notebooksbilliger. Isabella Vallentin notiert Namen und Adresse für das Unternehmen.

In Potsdam kamen am Mittwoch zahlreiche Besucher und Firmen zur 14. Jobinale in Potsdam. Wir haben Jugendliche und Unternehmen gefragt, warum sie gekommen sind und was sie von einer Jobmesse erwarten.

Auf der größten Ausbildungs- und Jobmesse für die Region Potsdam, Mittelmark und Brandenburg/Havel gab es Mittwoch einen großen Ansturm. In die Waschhaus Arena und Schinkelhalle kamen nicht nur Jobsuchende allen Alters, sondern auch mehr als 70 Unternehmen aus fast allen denkbaren Branchen.

„Ich möchte später einen sicheren Job“

Isabella Vallentin war mit einem von der Schule gecharterten Bus zur 14. Jobinale gekommen. „Ich möchte später einen sicheren Job haben, deshalb interessiere ich mich für große und aufstrebende Unternehmen“, sagte die 14-Jährige. Technikaffin ist sie, das Smartphone ihr ständiger Begleiter. Vorerst geht es ihr um ein Praktikum – und hier in Potsdam suchte sie nach ersten Kontakten. Frauen und Mädchen an einem Stand, der sonst eher technikbegeisterte Männer interessiert? „Das ist nicht mehr so. Je jünger die Generationen, desto durchmischter ist es“, sagte Notebooksbilliger-Personalmanagerin Juliane Zander.

Die Ausbildungsmesse war gut besucht. Quelle: Bernd Gartenschläger

Unternehmen und Arbeit gibt es in der Region genug. „Das Spektrum ist bunt wie ein Frühlingsstrauß“, sagte Thomas Brincker, Geschäftsführer des Potsdamer Jobcenters. Doch es gibt weniger Bewerber als Stellen. Firmen müssen umdenken und näher an potenzielle Arbeitnehmer heranrücken. „Fachkräftemangel fängt bei den Azubis an“, sagte Personalentwickler Sebastian Riesebeck, der für Werder Frucht arbeitet. Deshalb versuche man sich auf Messen wie diesen sichtbarer für junge Menschen zu machen und mit Verbänden, Jobvermittlern oder Kammern zu vernetzen. Viele Unternehmen gehen zudem in Schulen oder bieten mitunter Prämien wie „Azubis werben Azubis“.

Jeder Bewerber wird zum Gespräch eingeladen

30 Lehrlinge stellt die Firma Panther Packaging aus Wustermark (Havelland), die Verpackungen für große Unternehmen herstellt, jährlich ein. Seit gut zehn Jahren sei das immer schwieriger. „Es gibt weniger Schulabgänger, die sich für eine Ausbildung interessieren – und wir alle buhlen um die gleichen, wenigen Jugendlichen“, sagte der Assistent der Panther-Betriebsleitung, Jörg Krause. Bei Anhebung des Lehrlingsgehalts seien die Einstiegsbarrieren zudem herabgesetzt worden. „Wir laden fast alle Bewerber zu Vorstellungsgesprächen ein.“ An Formfehlern und Feinheiten auf dem Papier dürfe es in dieser angespannten Lage nicht mehr scheitern. Damit steht das Unternehmen nicht allein. Die Not erfordert einen hohen personellen Aufwand, um Nachwuchs zu finden.

Managerin Birgit Langholz (r.) vom Potsdamer Steigenberger Hotel Sanssouci klärt über Berufe in der Hotelbranche auf. Quelle: Bernd Gartenschläger

Prekär ist die Lage in der Pflege. Die Jobs sind anspruchsvoll, schlecht bezahlt und in der Gesellschaft zu gering anerkannt. „Azubis für den Beruf zu gewinnen bedeutet in erster Linie Aufklärung: Es geht nicht nur darum den Po zu reinigen. Er kann auch sehr viel geben, nämlich Dankbarkeit“, sagte Bettina Köhn, Leiterin vom Potsdamer Pflegewohnstift City Quartier. Beruf ist in der Pflege noch Berufung.

Daran können Bewerber trotz Notlage scheitern

Kann man bei dieser angespannten Lage als Bewerber trotzdem etwas falsch machen? Ja! „Manche Menschen wissen gar nicht mehr, dass sie sich bei uns beworben haben“, sagte Köhn. Dabei liege manchmal kaum ein Tag zwischen Bewerbung und Rückruf. Offenbar gab es da eine Werteverschiebung, sagte sie. Ernüchternd sei, da sind sich die meisten Unternehmen einig, dass sich viele Bewerber nicht mehr auf die Firmen vorbereiten. Viele wüssten nicht einmal mehr, worum es im Unternehmen geht. Da gehe es nur noch um eine Stelle ohne Kontext. Und wer sich bei der Polizei bewirbt, „der stellt manchmal fest, dass die Realität anders aussieht als im Fernsehen“, sagte Bernd Kierski von der Fachhochschule der Brandenburger Polizei.

Von Christin Iffert

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