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Potsdam Bewährung für Tritt gegen den Kopf
Lokales Potsdam Bewährung für Tritt gegen den Kopf
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08:25 11.06.2016
Das Gericht hat gesprochen Quelle: dpa
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Potsdam

Wäre er am 13. Oktober 2013 vor Clärchens Tanzcafé nicht abgehalten worden, er hätte wohl weiter auf sein wehrlos am Boden liegendes Opfer eingetreten – das gibt Dennis K. (32) freimütig zu. Zwar kann ihm die Schwurgerichtskammer am Landgericht Potsdam um den Vorsitzenden Richter Theodor Horstkötter keinen Bordsteinkick nachweisen, wohl aber, dass er mehrmals „mit großer Wucht und brutaler Gewalt“ mit dem beschuhten Fuß auf den Kopf seines Opfers Burkhard S. eingetreten und ihn in eine lebensgefährliche Situation gebracht hat.

Die Kammer sprach Dennis K. nach fünf Verhandlungstagen des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Diese wird zur Bewährung ausgesetzt, wofür Verteidiger Martin Dakhli plädiert hatte.

K.s Freund David A. (37) hingegen wurde wie von Verteidiger Steffen Voigt gefordert wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Diese beträgt 60 Tagessätze à 25 Euro und erscheint somit nicht im Führungszeugnis. A. habe sich nicht der Mittäterschaft schuldig gemacht, wozu ein entsprechendes Bewusstsein hätte vorliegen müssen. Dies sei wegen seiner erheblichen, von Blackouts begleiteten Alkoholisierung und einer kurz zuvor bei einer Auseinandersetzung im Tanzcafé erlittenen Gehirnerschütterung unwahrscheinlich. Man müsse A.s Rolle rechtlich vom restlichen Tatgeschehen loslösen – als wäre K. nicht da gewesen, so Horstkötter. Im Ergebnis bleibe, dass er Faustschläge mit S. ausgetauscht, ihn zu Fall gebracht und dann weiter gegen seinen Oberkörper geschlagen hat, ohne ihm dabei aber erhebliche Verletzungen zuzufügen.

Bei A.s Tat sei von einer einfachen Körperverletzung auszugehen – auch wenn er durch seinen Angriff das Szenario erst ermöglicht habe. Horstkötter betonte auch in Hinblick auf die anwesenden Angehörigen von Burkhard S. und auf die Forderung von Staatsanwalt Peter Petersen, mit einem harten Urteil ein Signal gegen solch eine „Gewaltorgie“ und „viehische Brutalität“ zu setzen, dass es zwar ums Richten gehe – aber nicht darum, jemanden zu Grunde zu richten. „Wir wollen die Tat nicht verniedlichen. Das Gericht muss aber auch den Menschen, den Einzelfall sehen.“ Hier zwei bis dato unbescholtene Männer, die sich freiwillig der Polizei gestellt und dort ihre Tat ohne Umschweife zugegeben haben, die sich um einen Täter-Opfer-Ausgleich bemüht und dem Gericht ein Geständnis vorgetragen haben, das mehr sei als ein vom Anwalt nahegelegtes Lippenbekenntnis.

Der Täter-Opfer-Ausgleich war gescheitert, weil sich Burkhard S. außer Stande sah, sich mit den Angeklagten an einen Tisch zu setzen. Mit einem Schmerzensgeld-Vergleich habe man nun „eine befriedende Regelung für beide Seiten“ gefunden, so Horstkötter. Demnach muss David A. 1500 Euro zahlen und Dennis K. 12000 Euro – weil ihm bereits das Gehalt gepfändet wird, springt die Oma ein.

Von Nadine Fabian

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