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Potsdam Eröffnung mit „Romeo und Julia“
Lokales Potsdam Eröffnung mit „Romeo und Julia“
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00:31 27.08.2015
René Schwittay, Patrizia Carlucci, Anja Kozik (v.l.n.r.). Quelle: Foto: Köster
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Potsdam

Romeo und Julia in einer Traumwelt. Phantastische Projektionen in der großen Arena lassen Körper und Raum verschmelzen. In einer Kussszene sind es plötzlich drei Julias, die ihre Romeos küssen. Dann plötzlich erscheint eine Julia im Rollstuhl und erzählt vom Muskelschwund, der ihren Körper verzehrt.

Ein Dutzend Künstler sind an dieser Inszenierung beteiligt – professionelle Tänzer und Tanzschüler, zwei Schauspieler, eine Choreografin, junge Menschen, die nicht sprechen, nicht hören, nicht laufen können, eine Autistin, die – gefangen in ihrer Welt – zum Ende der ersten Probe mit einem stummen Nicken zeigte, dass sie gern weiter dabei ist.

Die Idee zu diesem gemeinsamen Projekt von Behinderten und Nichtbehinderten hatte Anja Kozik, die langjährige Leiterin der Oxymoron-Tanzstudios am Waschhaus, nach einer Begegnung mit dem aus Zürich stammenden Theater „Hora“ in Wien, das als professionelle Bühne seit mehr als 20 Jahren mit geistig Behinderten arbeitet. Gemeinsam mit Yvonne Pachl, der Leiterin des AWO-Kulturhauses Babelsberg, entwickelte Kozik das Konzept für ein mehrtägiges Festival „Bewegend anders“, das am 2. September um 18 Uhr mit der Premiere von „Romeo und Julia“ in der Waschhaus-Arena eröffnet wird.

Partner bei dieser Inszenierung sind René Schwittay, Ensemblemitglied des Hans-Otto-Theaters (HOT), der im Sommer 2011 in der Rolle des Lorenzo an der Oxymoron-Tanztheaterproduktion „Romeo meets Juliet“ auf der Seebühne des HOT beteiligt war, und Patrizia Carlucci. Sie arbeitete schon seit 2012 als Ensemblemitglied des HOT nebenberuflich am integrativen Theater RambaZamba in Berlin und wechselte im August als Projektleiterin für die Jugendarbeit dorthin.

Kozik hatte Carlucci in der HOT-Inszenierung „Die Kunst des negativen Denkens“ erlebt, in der die Welt eines alles verneinenden Mannes im Rollstuhl von einer das positive Denken trainierenden Selbsthilfegruppe körperlich und geistig Behinderter komplett durcheinander gebracht wird.

Patrizia Carlucci und René Schwittay sprechen passagenweise Texte aus Shakespeares berühmtester Tragödie ein. Die komplette Geschichte wird es nicht geben, denn die, so Koziks Kalkül, hat sowieso jeder irgendwie im Kopf. Leitmotiv ihrer Inszenierung ist ein Zitat, das sie bei der Biennale in Venedig entdeckte: „Ich möchte einmal die Perspektive wechseln, um aus deinen Augen die Welt zu sehen." Für das Publikum soll gar nicht mehr erkennbar sein, wer auf der Bühne denn nun „behindert“ ist und wer „normal“.

Am Eröffnungstag von „Bewegend anders“ wird neben der Premiere von „Romeo und Julia“ eine Ausstellung mit künstlerischen Beiträgen von Schulen und Förderschulen auf dem Freigelände vor dem Waschhaus eröffnet. Um 20 Uhr spielt die eigens für das Festival gegründete, achtköpfige Band „Norbert“. Das Theater „Hora“ gibt am 4. September um 10 Uhr in der Reithalle A mit „Disabled Theater“ sein Potsdam-Debüt.

Info: Das komplette Programm auf www.bewegendanders-festival.de

Von Volker Oelschläger

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