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Biosphäre: Neue Hoffnung für die Dschungelwelt

Potsdam Biosphäre: Neue Hoffnung für die Dschungelwelt

Bislang schien klar: Am 30. November 2017 wird das Tropenparadies dicht machen. Doch noch ist anscheinend nicht aller Tage Abend. Nun wird – neben anderen Ideen – die weitere Nutzung der Ex-Buga-Halle als Dschungelwelt geprüft. Natürlich unter Vorbehalt, denn das Ganze hängt am Geld, sprich: an Fördermitteln.

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Die Biosphäre ist das Wahrzeichen des Bornstedter Felds.

Quelle: Archiv

Potsdam. Der Dschungeltraum lebt weiter: Eine Zukunft der Biosphäre als Tropenhalle ist wohl doch noch nicht komplett vom Tisch. Derzeit prüft die kommunale Immobilienholding Pro Potsdam neben anderen Möglichkeiten die weitere Nutzung der Ex-Buga-Halle als Dschungelparadies mit pädagogischem Mehrwert. Das sagte Pro-Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke bei einem Treffen der Interessenvertretung Bornstedter Feld am Donnerstag.

Voraussetzung sind Fördermittel des Landes oder des Bundes für den Weiterbetrieb der defizitären Halle, deren Betrieb die Stadt derzeit 1,5 Millionen Euro pro Jahr kostet. Allerdings gilt: Nur mit konkreten förderfähigen Nutzungsideen lohnt es sich, beim Land beziehungsweise bei anderen potenziellen Fördermittelgebern wegen der Förderung vorstellig zu werden, so Nicke. Eigentlich soll die Tropenwelt am 30. November 2017 in ihrer jetzigen Form ihre Türen schließen.

Tropenfeeling mitten in der Mark – die Biosphäre ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal von Potsdam

Tropenfeeling mitten in der Mark – die Biosphäre ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal von Potsdam.

Quelle: Christel Köster

Wie berichtet, ist eine Nachnutzung der Halle als Schule wegen der exorbitanten Kosten vom Tisch. Im Juli beschlossen die Stadtverordneten dann eine Prüfung des Umbaus zur Multifunktionshalle. Für die Nachnutzung könnten – je nach Variante – in der Halle verpachtete Gastronomie, eine Sporthalle, Wellness-Einrichtungen, Kino, eine Jugendfreizeiteinrichtung oder ein Bürgertreff Platz finden. Einer der Top-Wünsche des Bürgerhaushalts ist zudem ein Kiezbad. Bis zum Jahresende wird in einer Untersuchung – Kostenpunkt: 100 000 Euro – die Multifunktionshalle auf ihre Wirtschaftlichkeit hin geprüft. Im Gespräch ist auch eine Fusion mit dem Naturkundemuseum. Die Ergebnisse der Untersuchung werden den Stadtverordneten im Januar vorgestellt.

Üppige Orchideenpracht als Blickfang für die Besucher

Üppige Orchideenpracht als Blickfang für die Besucher.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Doch schon jetzt ist klar, dass der komplette Wunschzettel kaum umzusetzen sein wird – oder schlicht zu teuer ist. „Die Betriebskosten des Naturkundemuseums sind am jetzigen Standort in der Breiten Straße günstiger“, sagte Luftschiffhafen-Geschäftsführer Andreas Klemund, der im Auftrag der Pro Potsdam die Prüfung des Umbaus fachlich begleitet. Varianten wie ein Jugendtreff oder ein Kiezbad seien zudem kaum förderfähig – im Gegensatz zur touristischen Nutzung. Klemund wies auf die hohen Kosten hin: „Fünf bis sechs Millionen Euro sind notwendig, um die Biosphäre – Dach und Fassade – für die angestrebten Nutzungen umzubauen.“ Dazu kämen noch Umbaukosten für die diversen neuen Nutzungen. „Und trotzdem soll es billiger werden als vorher“, erinnerte Klemund an die Vorgaben durch die Stadtverordneten.

Was guckst du

Was guckst du? Vielleicht sieht der kleine grüne Frosch ja die grüne Zukunft der Biosphäre.

Quelle: Julian Stähle

Matthias Finken, CDU-Fraktionschef und Sprecher der Interessenvertretung Bornstedter Feld, holte beim Treffen ein Meinungsbild ein. Seine Frage an die etwa 90 Anwesenden: Wer würde einen Abriss der Biosphäre und den Bau einer Multifunktionshalle am gleichen Ort befürworten? Die Antwort fiel eindeutig aus: Die Mehrheit hängt an der markanten Ex-Buga-Halle.

Gleichzeitig wurde aber deutlich, wie groß die Sehnsucht der Menschen am Bornstedter Feld nach sozialen und sportlichen Treffpunkten ist. „Es ist egal, ob es in der Biosphäre oder woanders ist – aber bitte einen Jugendfreizeittreff und ein Bad!“, plädierte ein Mann im Publikum. Eine Frau empörte sich über die unhaltbaren Zustände im Neubaugebiet: „Eines meiner Kinder ist hier geboren worden und jetzt zehn Jahre alt: Wann bekommen wir endlich eine Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung?“

Der Circus Montelino zieht um

Die Biosphäre wurde während der Bundesgartenschau 2001 als Blumenhalle genutzt. Die Architekten Regine Leibinger und Frank Barkow aus Berlin errichteten den 29 Millionen Euro teuren Bau. 21,5 Millionen Euro stammten aus dem Landeshaushalt.

Der Volkspark rund um die Halle soll umgestaltet werden. Laut Dietlind Kornhardt (Entwicklungsträger Bornstedter Feld) wird unter anderem der Standort des Circus Montelino in unmittelbare Nähe der Biosphäre verlagert. Er wird dann ohne Parkeintritt erreichbar sein.

Die derzeit sehr großzügigen Stellplatzflächen für Autos , die für die Buga konzipiert wurden, werden räumlich zusammengelegt. Daran angrenzend entsteht der neue Betriebshof.

Unterstützung für den Erhalt der Biosphäre als Tropenhalle kommt auch aus der Politik: Von den „Top 20“ der Bürgerhaushaltsvorschläge wird die SPD-Fraktion unter anderem den Erhalt der Biosphäre prüfen.

Linken-Kreischef Sascha Krämer sagt ebenfalls: „Es wäre schade, wenn die Biosphäre als einzigartige touristische und bildungspolitische Einrichtung wegfallen sollte. Ein Verlust für Klein und Groß aus nah und fern.“

Von Ildiko Röd

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