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Potsdam Biosphäre: Privatinvestor gesucht!
Lokales Potsdam Biosphäre: Privatinvestor gesucht!
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19:57 19.04.2017
Blick auf die Biosphäre. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Die Landeshauptstadt will an der Tropenhalle in der Biosphäre am Bornstedter Feld festhalten und bis Jahresende einen Privatinvestor für den Betrieb des defizitären Dschungelparadieses suchen. Diesen Vorschlag wird Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) der Stadtverordnetenversammlung am 3. Mai unterbreiten. Eigentlich sollte die Ex-Buga-Halle am 30. November 2017 in ihrer jetzigen Form ihre Türen schließen. Nun soll es eine Tropenhalle „in modifizierter Form“ geben, erklärte Jakobs am Mittwoch.

OB Jann Jakobs (SPD). Quelle: Nadine Fabian

Sollten die Stadtverordneten grünes Licht für den Weiterbetrieb der Tropenhalle geben, könnte die EU-weite Ausschreibung zur Vergabe an einen privaten Betreiber im Juni starten und bis Jahresende abgeschlossen sein. Der auf mindestens 20 Jahre zweckgebundene Betrieb wäre an Vorgaben gebunden; unter anderem sollen die Arbeitsplätze der etwa 70 festen und geringfügig beschäftigten Mitarbeiter erhalten bleiben.

Wolfgang Joop taufte kürzlich in der Biosphäre eine Orchidee auf seinen Namen – Phalaenopsis Wolfi. Joop ist ein Fan der Tropenhalle und warb bei dem Termin eindringlich für den Erhalt der Halle als Dschungelwelt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Im Gegenzug würde der Investor einen städtischen Zuschuss in Höhe von 1,9 Millionen pro Jahr Euro bekommen, der allerdings perspektivisch reduziert werden soll – vorausgesetzt, das Dschungelparadies erweist sich irgendwann als rentabel. Bislang durfte man mit den Veranstaltungen in der Biosphäre keinen Profit machen. Grund ist die Fördermittelbindung für die ehemalige Buga-Halle, die allerdings Ende November 2017 ausläuft.

Sollte sich kein Investor finden, würde der aktuelle Betreiber – das Pro-Potsdam-Tochterunternehmen Biosphäre Potsdam GmbH – in die Bresche springen. Voraussetzung für den Weiterbetrieb ist die Sanierung der 16 Jahre alten Halle. Die Kosten für die Hüllensanierung würden sich auf sechs Millionen Euro belaufen, erklärte Pro-Potsdam-Geschäftsführer Bert Nicke am Mittwoch.

Pro-Potsdam-Chef Bert Nicke. Quelle: Christel Köster

Allerdings hofft man auf eine Landesförderung in Höhe von zwei Millionen Euro aus dem Programm für energetische Gebäudesanierung. Zudem sollen die Angebote der Biosphäre sollen erweitert werden, um in der Publikumsgunst zu steigen. Zur Verjüngungskur gehören neben einem neuen Ausstellungskonzept auch die Einführung von Außengastronomie. Diese könnte „ein Zentrum für das Bornstedter Feld“ werden, hofft Nicke.

Die Biosphäre ist ein Paradies für Orchideen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Der jetzige Vorschlag könnte endlich der Schlusspunkt unter die jahrelange Suche nach einer adäquaten Nachnutzung der Ex-Buga-Halle sein. In der Prüfung waren unter anderem Kita-Betrieb, Schule, Beachvolleyballhalle, Kiezbad, Naturkundemuseum, Jugendclub oder Eishockeyhalle. Im Ergebnis zeigte sich aber, dass trotz der hohen Investitionskosten für die Hallenmodernisierung der Weiterbetrieb als Tropenhalle immer noch die günstigste Variante darstellt. Ein Komplettumbau – etwa zum Schwimmbad – würde hingegen die Kosten explodieren lassen.

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Im vergangenen Jahr kamen 151 788 Besucher in die Biosphäre, die es somit unter die sechs beliebtesten Kultureinrichtungen Potsdams schaffte. Der Betrieb kostet die Stadt jährlich 1,5 Millionen Euro. 600 000 Euro sind Betriebskosten plus Personalkosten und andere Ausgaben.

Der Abriss der Biosphäre würde zwei Millionen Euro kosten, aber einem Stadtverordnetenbeschluss zuwiderlaufen.

Jakobs stellte klar, dass mit dem Erhalt der Dschungelwelt alle anderen Nutzungen von der Wunschliste gestrichen sind: „Im Bornstedter Feld gibt es kein weiteres Bad, keine Eishockeyhalle und keine Eventhalle.“ Auch die Kombination der Tropenhalle mit einem Jugendclub kommt nicht infrage.

Exotische Pracht im Potsdamer Norden. Quelle: Michaela Hanisch

„Der Erhalt der Biosphäre ist ein Gewinn für den Potsdamer Norden“, erklärte Linken-Kreischef Sascha Krämer in einer ersten Reaktion. CDU-Fraktionschef Matthias Finken äußerte sich ebenfalls positiv: „Sollte es gelingen, zusätzlich eine Kombination mit einem Jugendfreizeiteinrichtung und einem Bürgertreff zu realisieren, wäre das wünschenswert und ein zusätzlicher Gewinn für Bornstedt und das Bornstedter Feld.“

Von Ildiko Röd

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