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Potsdam Bittschriftenlinde soll zurück ans Schloss
Lokales Potsdam Bittschriftenlinde soll zurück ans Schloss
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00:31 28.02.2015
Die Bittschriftenlinde am Stadtschloss. Quelle: Wikipedia Commons
Stadtmitte

Ein Symbol kehrt zurück: Die weltbekannte Bittschriftenlinde soll voraussichtlich im Herbst wieder an ihrem Stammplatz an der Humboldtstraße am Landtag nahe der Langen Brücke aufgestellt werden. Das bestätigte gestern die Sprecherin des Sanierungsträgers, Jessica Beulshausen. Baumschulenbesitzer Dieter Lorberg hatte den Baum der Landeshauptstadt zum Tausendjahrjubiläum 1993 spendiert, als Nachfolger der originalen Bittschriftenlinde, die 1949 als Symbol des monarchistischen Preußens der Axt zum Opfer gefallen war. Wegen der Arbeiten an der Tram-Brücke der Langen Brücke musste der Nachfolger des Traditionsbaums 2008 temporär verpflanzt werden. Per Tieflader ging es nach Fahlhorst in die Gemeinde Nuthetal in die Baumschule des Betriebs „Baum und Park Landschaftsbau GmbH Potsdam“. Die Neuauflage der ersten Bittschriftenlinde weist mittlerweile eine stattliche Größe von rund acht Metern auf. Der Kronenansatz ist – wie bei Straßenbäumen üblich – ziemlich hoch angesetzt. „Er beginnt bei 3,50 Metern“, erklärt der Geschäftsführer Garten-Landschaftsbau, Vitus von Campe.

Liebling der Untertanen

Mit der Rückführung des Baums an die Alte Fahrt bekommt die Stadt ein pittoreskes Postkartenmotiv wieder, das seinerzeit in jedem deutschen Haushalt bekannt war. Um die Bittschriftenlinde rankten sich unzählige Überlieferungen und Sagen. So hieß es zum Beispiel, dass Friedrich der Große in seinem Arbeitszimmer drei Spiegel stehen hatte. Diese ermöglichten ihm sogar von seinem Schreibtisch aus den ungehinderten Blick auf den Publikumsmagneten, der sich so großer Beliebtheit bei den Untertanen erfreute. In einer Potsdam-Monografie von 1933 malte sich Autor Martin Hürlimann die Szenerie mit den Bittstellern folgendermaßen aus: „Sah sie der König hier stehen, schickte er gemeiniglich sogleich hinab, um ihnen die Bittschriften abnehmen zu lassen. Dieser Weg, Wünsche und Klagen vor den König zu bringen, wurde aber nicht bloß von den Bewohnern der Stadt und ihrer Umgebung gewählt, aus den fernsten Teilen des Reiches sah man unter dieser Linde die Bittenden in ihrer heimatlichen Tracht stehen, hoffend und fürchtend ihre Blicke zu den Fenstern des königlichen Arbeitszimmers hinauf gerichtet.“

Die Linde war der unbestrittene „Star“ unter den Bäumen in der Stadt. Jeder Untertan des Königs hatte gemäß einer jahrhundertealten Tradition das Recht, dem König in Bittschriften oder „Suppliken“ Beschwerden vorzutragen und Nöte zu klagen. „Davon wurde viel Gebrauch gemacht“, heißt es in den Heidelberger Jahrbüchern der Universitäts-Gesellschaft, „Wenn der König auf seinen zahlreichen Inspektionsreisen an den Poststationen den Relaiswechsel abwartete, wurden ihm in den Wagen Bittschriften aus dem Kreise der sich um sein Gefährt scharenden Bürger und Bauern hineingereicht. Kam er von einer Truppenrevue zum Potsdamer Stadtschloss zurück, so wartete seiner an der Bittschriftenlinden mancher Supplikant.“ Überliefert ist zum Beispiel, dass einmal die Berliner Seilerinnung beim König um ihren Fortbestand bat. Friedrich empfing sie auch prompt.

Bombenangriff wie durch ein Wunder überlebt

Die Geschichte der Bittschriftenlinde reicht aber noch viel weiter zurück. Unter dem Großen Kurfürsten sollen die holländischen Linden am Schloss gepflanzt worden sein. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war aber noch die Bittschriftenlinde übrig, die dem Zahn der Zeit eisern widerstand. Am Schluss stand der total gekrümmte Baum, der abgestützt werden musste, sogar mitten auf der Fahrbahn. Durch den Neubau der Langen Brücke in den 1880er Jahren hatte sich der Straßenverlauf so verändert, dass er nun um das Wahrzeichen herum führte. Ein vergoldetes schmiedeeisernes Gitter schützte das prominente Grün. Bei der Deutschlandrundfahrt Anfang der 1930er Jahre passierten die Radfahrer den Baum. Und am Tag von Potsdam im März 1933 erklommen ihn die Schaulustigen als Ausguck. Den Bombenangriff überstand er wie durch ein Wunder. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er den neuen SED-Machthabern ein riesiger Dorn im Auge. Im Januar 1949 machten FDJ-Aktivisten in einer „Nacht und Nebel“-Aktion kurzen Prozess – aus der uralten Bittschriftenlinde wurde Kleinholz. Die neue Linde wird wohl auch künftig ohne Bittschriften auskommen müssen. Für den Bürgerhaushalt gab es in den letzten Jahren zwar den Vorschlag, den uralten Ort für Petitionen neu zu beleben. Allerdings landete der fromme Wunsch ziemlich abgeschlagen auf den hinteren Rängen.

Von Ildiko Röd

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