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Potsdam Blaue Schafe fühlen sich in Potsdam sauwohl
Lokales Potsdam Blaue Schafe fühlen sich in Potsdam sauwohl
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13:07 23.12.2015
Wer braucht schon einen norddeutschen Deich oder irische Wiesen, wenn er einen Logenplatz in der Potsdamer City haben kann? Quelle: Julian Stähle
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Dem blauen Schaf geht’s gut, das versichert Christiane Weber nachdrücklich. Die Pressesprecherin der Stadtverwaltung hatte sich auf MAZ-Anfrage im labyrinthischen Stadthaus auf die Suche nach dem leuchtenden Polyesterharz-Wiederkäuer gemacht. Schließlich ist es genau ein Jahr her, dass „Die blaue Friedensherde“ am Luisenplatz kampierte. Vom 3. bis 5. Mai 2013 warb das Künstlerpaar Bertamaria Reetz und Rainer Bonk aus Köln und Rheinberg damit „für ein friedliches Miteinander, Toleranz und Akzeptanz des Anderen“.

Im Zuge einer dreijährigen EuropaTour macht die Herde jeweils für kurze Zeit Station in verschiedenen Städten. Die Künstler ließen in jeder Gaststadt ein Schaf zurück – Stadtverordnetenpräsident Peter Schüler (Grüne) nahm das leuchtend-blaue Tier vom Künstler entgegen. Auf einer Abschlussveranstaltung in Italien sollen alle Schafe wieder zusammenfinden. Ob die Stadt daran teilnehmen werde oder zumindest jemanden aus der italienischen Partnerstadt Perugia in Vertretung hinschickt, wusste Weber nicht zu sagen, nur: „Dass das Schaf im Kulturbereich gut aufgehoben ist und sich dort offenbar sehr wohl fühlt“. So wohl, dass es sich sogar zu vermehren scheine, fügte Weber an, die im Büro der Kulturdezernentin Iris Jana Magdowski (CDU) bereits eine blaue Miniausgabe ausgemacht haben will. Ob es vom geliehenen Mutterschaf stammt, könnte nur ein Gentest klären.

Blaue Schafe weiden in der Innenstadt vor dem Brandenburger Tor in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger

Es fällt auf, dass sich in Potsdam einige dieser Schafe in Gärten und auf Balkonen finden. Die Landeshauptstadt scheint ein Ort zu sein, an dem sich blaue Friedensschafe wohlfühlen. Beim Stadtrundgang mit vom Ostereier-Suchen noch geschärften Blick konnte die MAZ jedenfalls blaue Schafe in der Hebbelstraße, in der Eisenhartstraße, in der Benkertstraße und in einem Garten in der Bornstedter Lendelallee ausmachen. Und vermutlich waren das noch längst nicht alle, hat doch mancher dem Schaf einen Innenschlafplatz zugedacht. Sicher ist indes nur eines: Wenn das Originalschaf zum Abschluss nach Italien reist, bleiben die Nachkommen hier erhalten.

Von Jan Bosschaart

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