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Blick hinter die Schwimmhallen-Kulisse

22 Grundschul-Kinder besuchen Kiezbad am Stern Blick hinter die Schwimmhallen-Kulisse

Woher kommt der Schwimmhallengeruch? Was macht der Bademeister den ganzen Tag? Und wie wird das Wasser im Becken wieder sauber? Auf diese Fragen bekamen die Kinder der 5c aus der Grundschule am Pappelhain am Mittwoch beim MAZ-Zeitungsflirt Antworten.

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Hans Behrendt im Einsatz: Er zeigt den Schülern, wie man einen Menschen aus dem Wasser rettet.

Quelle: Friederike Steemann

Stern. Wie eine Schwimmhalle funktioniert, was im Keller des Hauses passiert und wie es in den heiligen Hallen der Bademeister aussieht, das wurde den 22 Schülern von Clemens Grobmann, Leiter des Waldbads Templin, und den beiden Fachangestellten für Bäderbetriebe, Patrick Kraus und Hans Behrendt, gezeigt. In zwei Gruppen erkundeten die Zehn- und Elfjährigen mit den Badmitarbeitern das Haus. Für eine Gruppe ging es zunächst dahin, wo das Chlor in einer Elektrolyseanlage hergestellt wird. Im Kiezbad wird das Wasser nicht mit Chlorgas gereinigt, sondern mit Chlor aus der Elektrolyse von Chlorsalz. Das ist teurer, aber ungefährlicher als die Lagerung von Gas im Wohngebiet. Aus dem Salz entsteht eine dreieinhalbprozentige Chlorlösung, die ins Wasser gegeben wird. "Das ist wie in einem Glas mit 100 Murmeln. 96,5 davon sind aus Wasser, dreieinhalb aus Chlor ‒ gar nicht so viele, aber das reicht, um das Wasser zu desinfizieren", erklärt Grobmann. Der typische Schwimmhallengeruch entsteht, wenn das Chlor im Wasser reagiert. "Wenn es in einer Schwimmhalle stark danach riecht, heißt das, dass das Chlor viel zu tun hatte", sagt Grobmann. Mit mehr als 120000 Gästen im Jahr ist das häufig der Fall.

Weiter geht es in den Keller ‒ hier kommen Besucher sonst nie hin. Grobmann zeigt den Computer, an dem alles überwacht wird: Wassertemperatur, pH-Wert, Chlorgehalt. Überall hängen Rohre so tief, dass Erwachsene sich den Kopf stoßen, wenn sie nicht aufpassen. "Das ist ja für Kinder gemacht", stellen die Schüler fest. Wenn es ganz leise ist, hört man Wasser in den Rohren plätschern. Zusammen mit Grobmann führen die Schüler einen PH-Wert-Test einer Wasserprobe durch. Laut Computer liegt dieser gerade bei 7,1 ‒ so soll es sein. Der Test ergibt: 7,2 ‒ alles okay.

Clemens Grobmann führt die Kinder ums kleine Becken. Über 20 Schritte muss man hier machen, um von einer auf die andere Seite zu kommen. Auch die Wasserenthärtungsanlage und den Filter mit Aktivkohle, durch den das Wasser aus dem Becken fließt, bevor es sauber wieder ins Becken kommt, zeigt Grobmann den Schülern. Nach dem Ausflug in den Keller geht es zurück in die Schwimmhalle. Nun zeigen Patrick Kraus und Hans Behrendt, was ein Fachangestellter für Bäderbetriebe alles können muss. Die "Rettungskette" ist das Wichtigste in ihrem Beruf. Ständig müssen sie trainieren, um fit zu bleiben. In ihrem Job müssen sie 100 Meter in unter 60 Sekunden schwimmen ‒ im Kiezbad sind das vier Bahnen. Rettungsschwimmer müssen im Vergleich diese Strecke in 90 Sekunden schaffen. Mindestens 1000 Meter schwimmen Kraus und Behrendt jeden Tag. Außerdem trainieren sie mit einer 40 Kilo schweren Puppe die Rettung von Menschen.

Wie genau das in der Praxis aussieht, zeigen die beiden den Schülern: Hans Behrendt hechtet mit einem Kopfsprung ins Wasser und holt die Puppe vom Beckengrund an die Oberfläche und transportiert sie mit einem speziellen Griff an den Rand. Dann übernimmt er den Part der Puppe und Patrick Kraus zeigt, wie man einen Menschen aus dem Becken zieht und Erste-Hilfe-Maßnahmen einleitet: die stabile Seitenlage, eine Herz-Lungen-Wiederbelebung. "Es passiert pro Bad ungefähr einmal im Jahr, dass jemand von uns gerettet werden muss", sagt Grobmann. Einen kurzen Blick können die Schüler in die "heiligen Hallen" der Bademeister werfen. Von hier haben die Mitarbeiter den kompletten Überblick über beide Becken ‒ vier Monitore zeigen zusätzlich, was im Bad passiert. Letzte Station ist der Sani-Raum, in dem kleine Wunden versorgt werden: "Wenn man auf den glatten Fliesen ausgerutscht ist, dann gibt es ein Kühl-akku oder ein Pflaster", sagt Behrendt. Auch den Defibrillator zeigt er der Schülern: "Den mussten wir zum Glück noch nie benutzen."

Von Friederike Steemann

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