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Treue Alltagsbegleiter

Blindenführhunde Treue Alltagsbegleiter

Blindenführhunde sind treue und sichere Alltagsbegleiter für ihre gehandicapten Frauchen und Herrchen. Was viele Nicht-Blinde nicht wissen: Die Vierbeiner dürfen mit in Supermarkte, ins Restaurant oder unangeleint in den Park.

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Stephanie Seidel (l.) mit Juta, Nicole Einbeck mit Juna und Elona-Müller-Preinesberger beim Spaziergang.

Quelle: Christel Köster

Potsdam. Die weiße Schweizer Schäferhündin Juna findet Türen, warnt vor Hindernissen, kann links und rechts unterscheiden – und erleichtert damit den Alltag ihres blinden Frauchens Nicole Einbeck erheblich. „Meinem Hund verdanke ich Freiheit, Mobilität, Selbstbestimmtheit – und meine gute Laune“, sagt Potsdams Behindertenbeiratsvorsitzende.

Juna „arbeitet“ – am Geschirr entsprechend gekennzeichnet – als Blindenführhund, begleitet die alleinerziehende Mutter eines Teenager-Sohnes seit zwei Jahren auf Schritt und Tritt, in Supermärkte, Kneipen, Parks und in den Urlaub. Juna darf – anders als nicht ausgebildete Vierbeiner – überall mit rein. Und das trifft bei unsensiblen Zeitgenossen auf gern mal laut vorgebrachten Unmut. Deshalb hatte Nicole Einbeck bereits etliche Auseinandersetzungen. In den Parks der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten werde sie regelmäßig von Parkwächtern wegen Juna angesprochen und zurecht gewiesen. „Ich habe schon gar keine Lust mehr, dort spazieren zu gehen. Juna muss sich entspannen, kann das in solchen Situationen aber nicht“, erzählt sie. Und nein, die Hündin braucht keinen Maulkorb, wenn sie mit Frauchen in Bus und Bahn einsteigt.

„Es mangelt an Wissen und Aufklärung“, beklagte die Sozialbeigeordnete Elona Müller-Preinesberger (parteilos) am Freitag.

Blindenführhunde gelten (vergleichbar mit dem Rollstuhl) als medizinisches Hilfsmittel – die Kosten (bis zu 30 000 Euro) übernimmt die Krankenkasse. Deshalb ist es gar nicht erlaubt, eben mal den Hund während des Einkaufs vor dem Supermarkt anzuleinen.

Auch Stephanie Seidel, die nur noch Hell und Dunkel unterscheiden kann, hat seit sechs Jahren einen sogenannten Assistenzhund – Labradordame Juta. „Früher hatte ich Angst vor Hunden, konnte sie nicht mal anfassen. Aber Juta und ich sind ein Herz und eine Seele.“ Damals, ohne Vierbeiner, fühlte sich die langjährige Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Blinde und Sehbehinderte „eingesperrt, jetzt gehe ich raus und bekomme viel mehr mit von der Welt“.

Juna und Juta sind hübsche, gelehrige Tiere. Auch wenn es Hundeliebhabern in den Fingern juckt – streicheln ist nicht erlaubt. Das verwirrt die Vierbeiner nur.

Von Ricarda Nowak

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