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Blindgänger in Potsdam Bombenentschärfung am Freitag in Potsdam
Lokales Potsdam Blindgänger in Potsdam Bombenentschärfung am Freitag in Potsdam
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18:46 01.08.2018
In der Landeshauptstadt Potsdam wird am Freitag, 3. August 2018, eine Weltkriegsbombe entschärft. Der Blindgänger wurde bei Bauarbeiten an der Heinrich-Mann-Allee gefunden. Quelle: Peter Degener
Potsdam

In Potsdam muss wieder ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft werden. Am Freitag ist es soweit. Am 3. August 2018 wird der Kampfmittelräumdienst die Fliegerbombe unschädlich machen.

Die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe englischer Herkunft aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Mittwoch auf dem Geländes des ehemaligen Tramdepots an der Heinrich-Mann-Allee in der Teltower Vorstadt gefunden.

Der Sperrkreis

Der Sperrkreis um den Fundort auf dem ehemaligen Tramdepot beträgt am Freitag etwa 800 Meter. Wie die Stadt Potsdam am Mittwochnachmittag mitteilte, sind Teile der Teltower und der Templiner Vorstadt zwischen Friedrich-List-Straße, Nuthestraße, Horstweg und Albert-Einstein-Straße betroffen.

Rund um den Fundort kommt es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen: Die Heinrich-Mann-Allee ist zwischen Brauhausberg und Horstweg gesperrt, die Friedrich-Engels-Straße zwischen Leipziger Dreieck und Nuthestraße. Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren.

Der Hauptbahnhof, die Humboldtbrücke, die Lange Brücke und die Nuthestraße sind frei, ebenso die Albert-Einstein-Straße und die Zufahrt zum Wissenschaftspark. Sowohl die Friedrich-List-Straße als auch der Horstweg sind befahrbar. Die Nuthe ist für Wassertouristen ab Horstweg gesperrt, der Schlaatzweg ist auch für Radfahrer nicht passierbar.

Pflegeheime und Staatskanzlei betroffen

Im Sperrgebiet befinden sich die Staatskanzlei sowie die Ministerien und Landesämter und der Bundespolizeistandort am Standort Heinrich-Mann-Allee 103, zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, eine Kindertagesstätte, das Freiland, zwei Friedhöfe und der Kletterpark – und die Märkische Allgemeine Zeitung.

„Die Arbeitsfähigkeit der Landesregierung wird voll gewährleistet sein“, versicherte Regierungssprecher Florian Engels der MAZ. „Wir haben das ja auch schon ein paar Mal geübt“, sagte er.

Betroffen von der Räumung werden neben der Staatskanzlei auch Bildungs,- Finanz- und Wirtschaftsministerium sein. Jüngst etwa Anfang Juli, als am Hauptbahnhof eine Weltrkiegsbombe gefunden worden war. Damals war der Regierungssitz ebenfalls betroffen. Das Kabinett, das damals dienstags tagte, verlegte sich ins Innenministerin in der Henning-von-Treskow-Straße.

Mitarbeiter machen Heimarbeit

Die Mitarbeiter in den Ministerien und in der Staatskanzlei würden am Freitag entweder Außentermine wahrnehmen oder Heimarbeit machen. „Alle Telefone werden umgestellt“, so Engels. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist ohnehin nicht vor Ort. Er wird zu einem Termin in Templin (Uckermark) erwartet.

Diesmal sei keine Kabinettssitzung, außerdem sei Urlaubszeit, das vereinfache die Lage ein wenig, so Engels. „Getreu dem Brandenburg-Motto: Es kann so einfach sein.“

Rund 3000 Menschen leben im Sperrkreis. Sie müssen ihre Wohnungen am Freitag bis 7.30 Uhr selbstständig verlassen. Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um einen Transport für Freitag zu bestellen.

Als Aufenthaltsorte während der Evakuierung und Entschärfung stehen der Hauptbahnhof und für alte, kranke und transportbedürftige Menschen die Comeniusschule zur Verfügung.

Neue Wohnungen entstehen

Auf dem Areal zwischen Nuthewinkel, Kolonie Daheim und dem Alten Friedhof will die kommunale Pro Potsdam bald mit dem Bau von 750 Wohnungen beginnen.

Bombenfund keine Überraschung

Am 22. Juni 1944 war die Teltower Vorstadt Ziel eines Luftangriffes alliierter Streitkräfte. Zudem befindet sich das Baufeld nahe des am 14. April 1945 schwer bombardierten Bahnhofs. Daher wurde dort seit Monaten nach Weltkriegsmunition gesucht. Tausende Löcher wurden metertief in das Erdreich gebohrt. Auf alten Luftaufnahmen hatte man sieben Vermutungspunkte für Blindgänger ausgemacht.

Kampfmittelsuche am alten Tramdepot an Heinrich-Mann-Allee in Potsdam. Quelle: Peter Degener

Seit 1990 werden Fliegerbomben ab 100 Kilogramm in Potsdam statistisch erfasst. Der jetzt gefundene Blindgänger ist Nummer 189. Erst am 3. Juli 2018, vor genau einem Monat am Tag des Stadtgeburtstages, musste der Kampfmittelräumdienst eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärfen. Rund 10.000 Menschen mussten den Sperrkreis rund um den Hauptbahnhof für Stunden verlassen.

Entschärfte Blindgänger der letzten Jahre

„Die Nacht von Potsdam“

Am 14. April 1945 wurde Potsdam das Ziel eines alliierten Bombenangriffs. Der Angriff damals dauerte nur wenige Minuten, aber die Folgen waren verheerend: Tote und Verletzte liegen in den Trümmern. Der Bahnhof und ein Großteil der historischen Altstadt sind zerstört. Von den 1656 Gebäuden der Innenstadt wurden 509 völlig zerstört und 103 zum Teil; 989 Gebäude galten noch als bewohnbar und nur 55 als unbeschädigt

Von MAZonline

Der 250-Kilo-Blindgänger am Nuthepark wurde entschärft. 10 000 Menschen mussten ihre Wohnungen im Sperrkreis verlassen – einige Male musste die Polizei dazustoßen.

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