Volltextsuche über das Angebot:

28 ° / 19 ° Gewitter

Navigation:
Das Protokoll der Bombennacht in Potsdam

Alliierter Luftangriff am 14. April 1945 zerstört Innenstadt Das Protokoll der Bombennacht in Potsdam

Potsdam ist am 14. April 1945 das Ziel eines allierten Bombenangriffs. Nach dem Luftangriff herrscht ein "Dante’sches Inferno". Tote und Verletzte liegen in den Trümmern. Der Bahnhof und ein Großteil der historischen Altstadt sind zerstört. Das Protokoll der Bombennacht in Echtzeit: Zeitzeugenberichte, Hintergründe und Bilddokumente.

Voriger Artikel
Großvater wollte nicht mit in den Keller

Angriff auf Potsdam am 14.04.1945.

Quelle: Repro MAZonline | Quelle: PT

» Vor dem Angriff

» Start der Bomber

» Fliegeralarm

» Angriffsbeginn

» Das Inferno

Potsdam im April 1945, Nazi-Deutschland ist am Ende, die russische Armee ist längst im Begriff die nahe Hauptstadt Berlin einzunehmen und alliierte Luftverbände fliegen bereits regelmäßig über Potsdam hinweg zur Reichshauptstadt und lassen dort ihre tödliche Fracht aus den Bombenschächten fallen – die Amerikaner tagsüber, die Briten zumeist nachts.

Allein von Januar bis Mitte April 1945 heulen die Sirenen in Potsdam über 130 Mal. Die über die Stadt fliegenden Flugzeuge und der damit einhergehende Weg zum Luftschutzbunker sind Bestandteil des Potsdamer Alltags. Doch bisher wurde die preußische Residenzstadt weitestgehend verschont, war noch kein Ziel für einen groß angelegten Luftangriff. Lediglich am 22. Juni 1944 waren Babelsberg und die Teltower Vorstadt einem gezielten Tagesangriff der amerikanischen Luftstreitkräfte ausgesetzt.

Die Bewohner Potsdams glauben im Frühjahr 1945 daher nicht mehr an eine groß angelegte Bombardierung ihrer Stadt. Warum sollten die Alliierten auch Potsdam bombardieren? Vor allem jetzt? Deutschland hat den Krieg zu diesem Zeitpunkt bereits so gut wie verloren und kriegswichtige Schwerindustrie gibt es in der preußischen Residenzstadt nicht.

Was die meisten Menschen jedoch nicht wissen: Potsdam steht seit Februar 1945 auf einer Liste mit 25 potentiellen Zielen (Operation 'Thunderclap'). Und das, obwohl auch auf alliierter Seite die Notwenigkeit einer Bombardierung Potsdam in Frage gestellt wird. Kriegsentscheidend ist sie nicht. Premierminister Winston Churchill stellt Ende März 1945 sogar die Bombardierung von Städten ohne klar erkennbaren militärischen Nutzen infrage.

Einige mächtige Generäle und Verantwortliche teilen diese Bedenken jedoch nicht. Für sie sind Bomben ein Mittel, um die Moral, den letzten Widerstand der deutschen Bevölkerung brechen, Die Bevölkerung gegen die Nazi-Führer aufzubringen und schließlich "den preußischen Militarismus geschichtlich zu annullieren", wie Historiker Jörg Friedrich in seinem Buch 'Der Brand' (2002) schreibt.

Die Militärs setzen sich durch. Potsdam bleibt auf der Liste  - und wird weniger später Ziel des letzten großen Fliegerangriffes der Royal Air Force (RAF) gegen Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg.

Vor dem Angriff

Montag, 9. April 1945

Eine Aufklärungsflugzeug ('Spitfire') überfliegt Potsdam und macht Fotos so wie dieses. Sie werden maßgeblich für den Angriff wenige Tage später werden.

Donnerstag, 12. April 1945

Die Entscheidung ist endgültig gefallen: Potsdam wird am 14. April 1945 tagsüber angegriffen. Gegen 16:30 Uhr sollen acht Minuten lang Bomben auf die Stadt fallen. Wenig später eine Änderung: Der Plan, bei Tageslicht anzugreifen wird wieder verworfen. Ein Nachtangriff wird beschlossen. Beginn der Bombardierung: Samstag um 22:50 Uhr.

Freitag, 13. April 1945

Die beteiligten RAF-Einheiten bekommen ihre ersten konkreteren Einsatzbefehle.

Samstag, 14. April 1945

In der Nacht von Freitag auf Samstag gab es in Potsdam mal wieder Fliegeralarm. Doch um kurz nach Mitternacht ist der Spuk vorbei. Potsdam ist, wie schon so oft in letzter Zeit, mit dem Schrecken davongekommen. Ein schöner, trockener und wolkenloser Frühlingsmorgen bricht an.

Das Ensemble am Alten Markt mit der Nikolaikirche, das Alte Rathaus sowie dem Stadtschloss. Foto aus dem Jahr 1933.

Die heutige Ausgabe der 'Potsdamer Tageszeitung' berichtet von den aktuellen Kriegs- und Weltnachrichten. Daneben findet sich Werbung für Backwürfel geworben und Hinweise auf die Ausgabezeiten für Gemüse und die Dom-Vesper am morgigen Sonntag hingewiesen.

Zudem wird informiert, wann und warum es Fliegeralarm gibt - und wieviel Zeit bleibt, um in einen schützenden Bunker zu gekommen.

Doch an diesem Vormittag ist alles ruhig, von feindlichen Bombern keine Spur und auch Kampfhandlungen am Boden sind nicht der Fall.

Die schwangere dreißigjährige Dorothea Günther bezieht nach dem Aufstehen die Betten frisch und freut sich bereits auf den Abend, um zusammen mit ihren Mann das "Wohlgefühl der frisch bezogenen Betten zu erleben"

Hauptmann Dr. Brauer muss an diesem Samstag zum Dienst in die Gardes-Du-Corps-Kaserne Am Kanal. Dennoch ist es für ihn ein Tag "erfüllt von buntem Leben". In der Kaserne herrscht Trubel. Etwa 200 Mann einer Sturmgeschützkompanie machen hier Zwischenstopp. Morgen sollen sie weiter nach Böhmen ziehen.

13 Uhr

Im über 1000 Kilometer entfernten England enden am Mittag die Einsatzbesprechungen mit den Bomberpiloten. Der Angriff auf Potsdam (Codename 'Crayfish') steht. Die Besatzungen bekommen erstmalig das genaue Zielgebiet präsentiert, die Flugrouten erklärt und die Punkte gezeigt, an denen mit starker deutscher Gegenwehr gerechnet werden muss.

Den Piloten wird anhand markanter geographischer Merkmale erläutert, wo die Bombenlast abzuwerfen ist. Als Begründung für den Angriff heißt es lapidar, dass es sich bei den Zielen um wichtige Eisenbahnlinien und Kasernen der Wehrmacht handelt.

Früher Nachmittag

In Potsdam ahnt man von derlei Vorbereitungen nichts. Wer kann, der versucht, Lebensmittel zu beschaffen. Die Lebensmittelversorgung ist in der Stadt zu einem großen Problem geworden. Nur wer entsprechende Karten hat, bekommt seine Ration.

Die Mangelverwaltung spielt in der Zeitung eine große Rolle: Wo gibt es Gemüse, Seife, Eier oder Magermilch?

In den "Nachrichten für die Truppe", die amerikanishe "Feindpropaganda", vom gestrigen Tag steht dagegen drin, wer für die Hungersnot verantwortlich ist. Die Alliierten werfen immer mal wieder Flugblätter ab, mit denen die deutsche Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg informiert werden sollte. So auch an diesen Tagen. Ein eifriger Sammler ist der junge Horst Goltz . Ein lebensgefährliches Hobby. Wer damit erwischt wird, dem drohen Strafen.

Horst Goltz, Zeitzeuge des Angriffs auf Potsdam am 14. April 1945, hat ein außergewöhnliches Hobby: er sammelt Flugblätter der Allierten, die in den Kriegstagen über Deutschland abgeworfen wurden.

Zur Bildergalerie

Gefährlich ist es auch in der Reichshauptstadt Berlin. Sehr unwahrscheinlich, dass sich viele Potsdamer überlegen, ins nahe Berlin zu fahren. Obwohl man dort am Nachmittag "ohne Bescheinigung" mit allen Nahverkehrsmitteln fahren darf.

Nur einer freut sich heute nach Berlin reisen zu dürfen. Hauptmann Richard von Weizsäcker , der spätere Bundespräsident. Er wurde wenige Wochen zuvor bei einem Einsatz seines 9. Grenadierregiments an der Küste des Friesischen Haffs leicht am Oberschenkel verletzt und war Anfang April zu einer kurzen medizinischen Versorgung nach Potsdam geschickt worden. Doch Weizsäcker glaubt längst nicht mehr an den Endsieg. Er wird bei seinem Bataillonschef vorstellig und erreicht, dass er für einen siebentägigen Erholungsurlaub zu seiner Großmutter an den Bodensee fahren darf. Er macht sich auf den Weg nach Berlin. Von dort aus will er am Sonntag über Prag – der amerikanische Vormarsch vom Westen und zerstörte Bahnlinien machen diesen Umweg nötig – nach Lindau reisen.

Start der britischen Bomber

17:45 Uhr

Die letzten Startvorbereitungen bei der RAF sind abgeschlossen. 512 Flugzeuge heben  innerhalb der nächsten 75 Minuten nach und nach von mehreren britischen Flugplätzen nördlich von London mit dem Ziel Potsdam ab – davon haben 490, zumeist schwer beladende Lancaster-Bomber, das Ziel Potsdam. Der Bomber-Strom wird fast 70 Kilometer lang werden.

In Potsdam herrscht noch immer tolles Wetter und eine ungewöhnliche Fernsicht. Milde 13°C werden gemessen.

Kurz vor 18 Uhr

Nördlich von London, auf dem Stützpunk Wratting Common in der Nähe von Cambridge, steht ein viermotoriger 'Lancaster'-Bomber der RAF zum Start bereit.

Sieben Mann warten in dem Flugzeug der Seriennummer NG 130 (21m lang, 31m Spannweite) mit auf ihren Startbefehl: der Pilot, der Navigator (Oberleutnant John W.K. Matthews), der Bordingenieur, der Funker und drei Bordschützen.

Geladen haben sie eine Luftmine, 'Cookie' genannt (rund 1,8 Tonnen) und sieben weitere kleine Sprengbomben.

Matthews, der Navigator, richtet sich auf seinem Sitz mit der Glaskuppel hinter dem Piloten auf den langen, etwa 9-stündigen Flug ein. Er überprüft abermals die wichtigsten Daten und verinnerlicht den genauen Zeitplan.

18 Uhr

Startfreigabe für NG 130. Über 30 Tonnen erheben sich langsam in die Luft.

18:10 Uhr

Immer mehr Bomber erheben sich in die Luft. Jetzt begibt sich auch Obersleutnant Hugh James Felce Le Good zu seiner Maschine. Er ist der 'Master Bomber', der Leiter des Angriffs. Über Potsdam wird er die Bombardierung aus seiner Lancaster PB 676 koordinieren.

18:18 Uhr

Die Lancaster NG 130 mit dem Navigator Matthews an Bord ist bereits gestartet, hat den Ostteil Londons unter sich gelassen und fliegt zum ersten Wendepunkt über Reigate.

Jetzt hebt auch die Lancaster PB 676 mit 'Master Bomber' Hugh James Felce Le Good an Bord ab.

19 Uhr

Die siebenjährige Elenore Heckendorf hat gerade zusammen mit ihrer Mutter und den zwei kleinen Geschwistern in der Wilhelmstraße 20 (heute: Alt Nowawes) in Babelsberg Abendbrot gegessen. Jetzt wird gebadet, um dann später ins Bett zu kriechen

Draußen wird es kühler, der Himmel über Potsdam ist sternenklar.

Der Start der alliierte Flugzeuge in England ist auch der Deutschen Luftwaffe nicht entgangen, Im deutschen Radio wird vermeldet, dass sich "zahlreiche" feindliche Flieger von England aus gen Osten aufmachen. Dies hört auch Dr. Brauer in der Gardes-Du-Corps-Kaserne Am Kanal.

Karl-Heinz Blank übergibt zusammen mit anderen Männern der Wehrmacht in der Kaserne an der Berliner Straße einige beschlagnahmte Pferde. Weitere Aufträge bekommen sie nicht. Sie dürfen nach Hause fahren.

In der Nähe der Langen Brücke liegt seit Tagen ein Boot mit rund 140 Zwangsarbeitern. Die Verpflegung ist kläglich, die sanitären Umstände katastrophal und medizinische Versorgung schlicht mangelhaft.

Die Lange Brücke in Potsdam

Und dennoch: Die deutschen Behörden haben ihnen verweigert, in festen Unterkünften an Land unterzukommen. Nun versuchen sie sich mühsam an selbstgemachten kleinen Feuerstellen etwas zu wärmen.

19:16 Uhr

Nach und nach formieren sich die Flugzeuge. Auch NG 130 nimmt nun seinen Platz in der Formation ein.

19:27 Uhr

Bei Eastbourne, an der Südspitze Englands, verlässt NG 130 die Insel. Kurs Süd-Ost Richtung französische Küste.

19:30 Uhr

Im Bereich Berlin-Potsdam gibt es Voralarm.

Am Kanal, in der Gardes-Du-Corps-Kaserne, beziehen Hauptmann Dr. Brauer und seine Männer bereits Posten. Brandwachen und Spritzenmänner werden eingeteilt.

19:43 Uhr

NG 130 überfliegt Abbeville und nimmt Kurs auf die Belgische Grenze.

20 Uhr

Die fünfzehnjährige Renate Jungmann bekommt einen Anruf von ihrem Vater: ein Großangriff auf Potsdam steht bevor, sagt er.

20:45 Uhr

Lancaster NG 130 hat jetzt, planmäßig Luxemburg hinter sich gelassen und ist über deutschem Gebiet.

Zur gleichen Zeit endet in der Garnisonkirche ein Gottesdienst. Gestern Abend war er aufgrund des Fliegeralarms verschoben worden, aber heute lief alles – abgesehen vom fehlenden Strom – normal. Niemand ahnt, dass es der letzte Gottesdienst in der intakten Kirche sein wird.

21:17 Uhr

Der nächste Wendepunkt ist erreicht. NG 130 nimmt über Mainz Kurs in Richtung Nordnordost.

Frankfurt am Main wird ebenso kampflos überflogen wie Marburg und Fulda. Deutsche Luftabwehr ist bisher kaum oder gar nicht vorhanden. Ziel der alliierten Luftflotte ist nun der Luftraum über Hildesheim. Von da soll es weiter nach Potsdam gehen.

21:30 Uhr

Wolfgang Heese , Melder bei der Polizei, ist auf Grund des Voralarms nicht sonderlich beunruhigt. "Wieder ein Angriff auf Berlin", denkt er. Er zieht sich trotzdem an und verlässt seine Wohnung in der Kunersdorfer Straße 1.

Der sechszehnjährige Harry Wonneberger ist bei einem Schnelligkeitskommando der Feuerwehr. Bereits jetzt, vor dem drohenden Angriff, haben sie sich im Feuerwehrdepot in der Stephensonstraße versammelt.

21:45 Uhr

Die Besatzung der Lancaster NG 130 wird über Aktivitäten der Deutschen Luftwaffe zwischen Paderborn und Kassel informiert. Die Crew korrigiert die Flughöhe, steigt auf zunächst 4600 Meter und bleibt auf Kurs in Richtung Hildesheim.

22:01 Uhr

Die Deutsche Luftwaffe ist noch nicht komplett ausgeschaltet. Zwischen Paderborn und Kassel wird ein Lancaster-Bomber in ein Feuergefecht mit einem deutschen Abfangjägern verwickelt.

Das britische Flugzeug und die Besatzung überstehen den Kampf jedoch unbeschadet.

Am Kanal in der Gardes-du-Corpes-Kaserne ergibt sich plötzlich ein Problem. Ein großes Platzproblem. Rund 100 kriegsrechtlich zum Tode verurteilte Soldaten aus Magdeburg sollen gerade jetzt untergebracht werden. Hauptmann Dr. Brauer organisiert einen Eckraum, wo die „grauen Gestalten“ untergebracht werden. Dann eilt er zu seinem Beobachtungsposten.

22:13 Uhr

NG 130 passiert den kritischen Punkt bei Paderborn ohne Kampfeinsatz und erreicht den Luftraum über Hildesheim. Jetzt geht es in Richtung Potsdam. Flughöhe: 6100 Meter – Angriffshöhe.

Zur gleichen Zeit starten die Alliierten in Cuxhaven ein Ablenkungsmanöver. Zwei Minuten lang wird die Stadt an der Elbmündung bombardiert. Eine in Schleswig Holstein stationierte Nachtflug-Division der Deutschen Luftwaffe wird somit gebunden und vom Hauptangriffsziel Potsdam abgelenkt.

Renate Jungmann ist zu diesem Zeitpunkt zusammen mit ihrer Mutter, ihrem Bruder und der Nachbarfamilie im Keller in der Saarmunder Straße 11 (heute: Heinrich-Mann-Allee) angekommen.

Fliegeralarm

22:15 Uhr

Fliegeralarm in Potsdam. Die Bomber sind eindeutig auf dem Weg Richtung Potsdam/ Berlin. Die vordersten Flieger sind bereits im Luftraum über Hannover/ Braunschweig.

Der Schlösserverwalter Max Kühn bewohnt mit seiner Familie eine Wohnung im nördlichen Commun am Neuen Palais. Seine 14-jährige Tochter Ilse Kühn ist erst am Freitag von der Großmutter aus Peine in Nordrhein Westfalen heimgekehrt. Dort entkam sie einem Fliegerangriff unverletzt. Jetzt muss sie wieder vor Bomben zittern.

Auch Anneliese Sotschek (Jahrgang 1920) hört den Alarm. Sie ist zusammen mit ihrer Mutter, den Großeltern und ihrem kleinen Bruder in der Wohnung der Familie in der Wollestraße in Babelsberg. Zusammen macht man sich auf den Weg in den Keller. Nur der Großvater will nicht: “Ich geh nicht in den Keller, ich hab den Ersten Weltkrieg überlebt”, sagt er und bleibt in der Wohnung.

Der Stadtschlossführer Max Nitsch wohnt mit seiner Familie im Stadtschloss selbst. Zu viert leben sie in einer Dienstwohnung im rechten Flügel des Fortunaportals. Er selbst ist gerade an der Front. Als der Alarm gegeben wird, packt seine Frau das Allernötigste zusammen, nimmt ihre dreizehnjährige Tochter Ingrid und deren kleine Schwester Bärbel an die Hand und eilt über den Schlosshof in den ausgebauten Luftschutzbunker im alten Weinkeller von Friedrich Wilhelm I. aus dem Jahr 1726.

Am Wilhelmplatz (heute: Platz der Einheit) sind der 15-jährige Werner M. und sein Bruder, der mit einer Schußverletzung auf Genesungsurlaub gerade da ist. Der Alarm flößt ihnen keine Angst ein. In den Keller gehen sie nicht.

Auch August und Hanna Grisebach gehen jetzt nicht mit ihren Kindern in den Keller in ihrem Haus in der Wörterstraße 3 (heute Menzelstraße) in der Berliner Vorstadt, nahe der Glienicker Brücke.

In der Kiezstraße weigert sich die Mutter von Christa Silberbach in den Luftschutzkeller zu gehen. Die Familie lebt erst seit rund zweieinhalb Monaten in Potsdam. Genau am Geburtstag von Friedrich dem Großen, am 24. Januar, sind sie in die Stadt gekommen und bekamen eine Wohung in der Kiezstraße zugeteilt. Jetzt aber graut es der Mutter davor, "mit fünf Kindern in der staubigen und dunklen Enge des Kellers zu sitzen". Der Luftschutzwart redet jedoch solange auf die Mutter ein, bis sie schließlich alle nach unten gehen.

In Babelsberg hat sich die Familie von Hannelore Wagner aus ihrem Zuhause, dem Pförtnerhaus an der Jutespinnerei, auf in den Keller der Fabrik gemacht.

Die 1862 von den Brüdern Julius und L. Robert Arntz am Ufer der Nuthe in Neuendorf gegründete Fabrik war die erste Industrie-Spinnerei im Ballungsraum Potsdam-Nowawes. Das Hauptgebäude war mit Türmen und Zinnen geschmückt. Mit 327 Webstühlen wurde die Fabrik 1887 zur zweitgrößten Jutespinnerei in Deutschland.

Quelle: Sammlung Hannelore Wagner

In der Spandauer Straße 31 (heute: Friedrich-Ebert-Straße 78) lebt Ilse Peinert . Seit neun Jahren wohnt sie dort, direkt neben dem Stadthaus. Das Verwaltungsgebäude ist jetzt auch das Ziel von llse Peinert, da ihr Haus keinen Luftschutzkeller hat. Mit Kinderwagen und Gepäck macht sie sich zwei Treppen nach unter auf und schafft es bis zum Stadthaus.

Karl-Heinz Blank ist gerade auf dem Weg zum Bahnhof. Er hat die Lange Brücke erreicht als es ernst wird. Doch wohin? Er kennt sich in Potsdam nicht aus.

Den Bahnhof kann der Achtjährige Martin Petrzak von seinem Zuhause fast sehen. Er wohnt mit seiner Familie in der Schützenstraße 6, gleich neben dem Lokal Petershöhe auf dem Brauhausberg (direkt über dem heutigen neuen Schwimmbad). Als die Sirenen heulen, ist er längst im Bett. Seine Mutter schnappt sich den Jungen und seinen Bruder und flieht in den Eiskeller der alten Brauerei in der Leipziger Straße. Der Vater packt noch einige Sachen zusammen.

Im Bahnhof Wildpark, angrenzend an den Park Sanssouci, steht ein Zug mit Teilen der Division 'Theodor Körner'. Sie ist vor allem mit jungen Männern des Reichsarbeitsdiensts zusammengestellt. Unter ihnen Rüdiger Sempf . Die Sirenen heulen, doch sie „kümmern sich nicht drum“. Schutz suchen sie nicht. "Wohin auch" sollen die jungen Männer jetzt gehen?

In der Zeppelinstraße bricht der dreizehnjährige Wolfgang W. mit seiner Mutter auf in Richtung Brandenburger Tor. Im Keller seiner Schule in der Kaiser-Wilhelm-Straße (das heutige Einstein-Gymnasium in der Hegelallee) ist ein Luftschutzraum für mehrere hundert Menschen. So richtig glauben sie nicht daran, dass Potsdam heute bombardiert wird: Kasernen gibt es in der Innenstadt nicht und außerdem werden die Engländer doch sicher eine "gewisse Rücksicht auf die englische Verwandtschaft des Kaisers" nehmen...

Charlotte Joop mit Sohn Wolfgang

Quelle: Privat, Aufnahme nach dem Krieg

In Bornstedt ist die 29-jährige Charlotte Joop zusammen mit ihrem vier Monate alten Sohn Wolfgang (der spätere Modeschöpfer) und einigen Flüchtlingen, die Familie aufgenommen hat, in den Keller ihres Guts in der Ribbeckstraße gegangen. Ihre Schwester hat sich den Weg gespart. Nach dem Tod ihres Mannes geht sie nicht mehr in den Keller.

22:20 Uhr

Erste Flugzeuge erreichen Potsdam. Doch noch fallen keine Bomben. Manche Flieger sind schlicht und einfach zu früh und kreisen über der Stadt.

Den Menschen, die den vorüber fliegenden Maschinen sonst nur hinterher schauten, wird jetzt bewusst, dass dieser Angriff ihrer Stadt gilt. Sie rennen in die Luftschutzkeller, versuchen ihr eigenes und das Leben ihrer Liebsten in Sicherheit zu bringen. Viel Zeit bleibt ihnen nicht, doch die vielen Fliegeralarme haben die Menschen eine gewisse Routine entwickeln lassen.

Auch Gertrud Jungbluth in der Viktoriastraße 9 (heute: Bruno-H.-Bürgel-Straße) in Babelsberg weiß, was zu tun ist, wenn die Sirenen heulen. Bei ihr sitzt "jeder Handgriff".

Ebenso bei Frida Liese . In ihrer Wohnung Am Kanal 51 ist alles vorbereitet. Für die Kinder liegt bereits seit einiger Zeit Trainingszeug bereit, um die Kleinen "in wenigen Minuten ankleiden und in den Keller bringen" zu können.

August Burda , Küster der 'St Peter und Paul' am Bassinplatz ist erstaunt, dass "entgegen den sonstigen Gewohnheiten, wo die Bewohner des Pfarrhauses kaum die Luftschutzräume aufsuchten", sich  dieses Mal fast alle in dem Schutzraum in der Charlottenstraße 54a versammelt haben.

Die schwangere Dorothea Günther und ihr Mann hatten die Bombardierung Dresdens im Februar 1945 erlebt und Hunger und Kälte ertragen, doch die einsetzende Angst bei dem Sirenengeheul können sie heute nicht verdrängen. Der Fliegeralarm reißt sie aus den frisch gemachten Betten. Voller Entsetzen greifen sie das Luftschutzgepäck und stolpern in den Keller.

In der Wilhelmstraße 20 in Babelsberg weckt die Mutter die siebenjährige Elenore Heckendorf , deren fünfjährige Schwester und den dreijährigen Bruder. Zusammen gehen sie in den Keller.

Der neunzehnjährige Jürgen Zippel , in Potsdam wegen eines Schulterdurchschusses in Behandlung, nimmt den Alarm nahezu gelassen hin. "Was soll in Potsdam angesichts der Kriegslage noch geschehen" fragt er sich. Dennoch macht er sich von seiner Unterkunft in der Hohewegstraße 12 (heute: Friedrich-Ebert-Straße 121) zum nahegelegenen Schutzbunker auf.

Freude beim fünfzehnjährigen Karl-Heinz Redlin . Er ist Feinmechaniker-Lehrling bei Kaltenbach & Voigt in der Mammonstraße (heutige W. Seelenbinder-Straße). Heute ist Nachtschicht angesagt. Der Fliegeralarm kommt da genau richtig, denn Lust zum Arbeiten hat Karl-Heinz nicht. Wie die meisten denkt er, dass schon nichts passieren wird, die Bomber ihre Fracht weiter nach Berlin tragen. Im Bunker angekommen herrscht eine routinierte Alarmbereitschaft. Der Luftschutzwart lässt sogar die Tür offen – man muss ja wissen, was draußen so vor sich geht.

Etwa 22:30 Uhr

Wolfgang Heese ist kurz vor dem Luftschutzbunker in der Epilepten-Anstalt in der Alten Zauche.

Für Eva Bidder ist es zunächst wie die unzähligen Male zuvor. Sie geht wie die meisten im Keller davon aus, dass der Spuk schnell vorbei ist und man "nach einer Stunde wieder nach oben ins warme Bett" kann.

In der Großbeerenstraße 122 in Babelsberg hört Richard Pohl das "Gedröhne der Motoren". Zusammen mit seiner Frau geht er in den Luftschutzkeller.

In der der Kaiser-Wilhelm-Straße 50 (heute: Hegelallee) begibt sich die Familie des siebzehnjährigen Hans-Werner Mihan vom dritten Stock auf die Straße vor das Haus.

Das Weberhaus in der Goethestraße der Familie Boick hat keinen Keller mit Notausgang. Der Vater von Anneliese Boick hat daher selbst einen Bunker im Garten errichtet. Aber die hochschwangere Anneliese Boick weigert sich mit ihrer einjährigen Tochter in den Bunker zu gehen. Ihre Mutter schreit.

Die junge Mutter Ursula Radke lebt mit ihrem siebenmonatigen Baby und ihren Eltern in der Albrechtstraße 20-24 (heute: Am Neuen Garten). Ihr Vater ist Luftschutzwart und dreht gerade seine Runde.

Familie Reichstein, Besitzer der Brennabor-Werke, haben auf Hermannswerder nicht nur ein Grundstück, sondern auch einen Keller, der mehreren Menschen Schutz vor den Bomben bieten kann. Zwölf Menschen kauern nun in dem Raum. Darunter auch Ursula Rödiger , deren Mutter und Großmutter.

Im Park Sanssouci tritt Karl-Heinz Voß mit seiner Mutter vor die Tür der Villa Illaire. Die Beiden leben im dem ehemaligen Wohnhaus des Hofgärtners. Der Himmel über der Innenstadt ist erleuchtet. „Heute ist Potsdam dran“, sagt die Mutter und flieht mit dem Jungen in einen nahegelegenen Schutzkeller.

Auch Hans-Werner Mihan sollte jetzt besser in den Keller gehen. Doch noch beobachtet er „die ersten Scheinwerferbündel am Himmel“.

Die Deutsche Flak hat die feindlichen Flieger ins Visier genommen, deutsche Nachtjäger steigen auf.

Der Angriff beginnt

22:39 Uhr

Auf Befehl des 'Master Bombers' werden Beleuchtungsbomben über dem Zielgebiet abgeworfen. Anhand eines wenige Tage zuvor geschossenen Luftbildes der alliierten Streitkräfte wurden dafür vier markante Punkte rund um das Stadtzentrum ausgemacht. Im Zentrum des Zielgebietes liegt der Bahnhof.


Die Kreise sind die vier Punkte, an denen Markierungsbomben abgeworfen werden - nach aktuellem Forschungsstand waren es keine so genannten 'Christbäume'. Der straffierte Bereich, stellt das eigentliche Zielgebiet dar.

Wolfgang Heese steht zusammen mit eine gleichaltrigen Jungen noch immer vor dem Luftschutzbunker in der Epilepten-Anstalt in der Alten Zauche. Er betrachtet den Spektakel am Himmel. Als die Motorengeräusche der nahenden Bomber aber immer lauter werden, geht auch er in den Keller.

Hauptmann Dr. Brauer huscht in der Gardes-du-Corps-Kaserne über die Gänge. Er will schnell in den Keller gelangen. Die Fenster sind mit schweren Vorhängen zugezogen, doch er grelle Schein der Markierungsbomben fällt durch das eine oder andere Loch. Er schiebt den Vorhang leicht zur Seite und „prallt geblendet zurück. Es ist, „als senk[e] sich der gestirnte Himmel langsam auf die Erde, jeder Stern eine grellweiße Fackel mit einem weißlichen Schweif hinter sich“.

Am Wilhelmplatz ist der Bruder von Werner M. in den Hof gerannt. Plötzlich ist es taghell. Er bekommt Angst, schreit nach Werner.

Ab 22:40 Uhr

Die Abwehrbemühungen der Deutschen sind heftig, aber erfolglos. Über Potsdam öffnen sich die Bombenschächte der Flieger.

Die Messinstrumente des Potsdamer Wetterdienstes registrieren erste heftige Ausschläge.

Karl-Heinz Voß und seine Mutter haben es so gerade in den Schutzraum in der Nähe ihres Zuhauses geschafft. Noch ehe die Tür geschlossen ist, schlagen die ersten Bomben in Potsdam ein. Mutter und Kind hören „das Pfeifen der Bomben, das Krachen und Bersten“.

In der Wörterstraße machen sich Hanna Grisebach und ihre Kinder nun doch auf in den Keller. Noch während sie auf der Treppe ist, kommt "ein Teppichwurf, der wie ein Erdbeben grollt und das Haus wie ein Schiff" schwanken lässt. Auch ihr Mann August macht sich nun auf den Weg nach unten - "in Pelz und Strümpfen mit der Taschenalampe" in der Hand. Er war von dem grellen Licht der Markierungsbomben erwacht, die auf Potsdam niederregnen.

Auch Martin Petrzak hat es mit seiner Mutter und dem Bruder in den Eiskeller der Brauerei in der Leipziger Straße geschafft. Nur wenig später kommt auch der Vater "mit einem Koffer voll Wertsachen in das Gewölbe". Da fallen schon die ersten Bomben. Der ganze Keller schaukelt.

Wolfgang Heese hatte gerade den Keller in der Alten Zauche betreten, als die ersten Bomben in Potsdam einschlagen. Er hört „die Flakbatterien schießen und die Bombeneinschläge in der näheren und weiteren Entfernung“.

Im Bunker des Ausbildungslagers der Hitlerjugend in der Spandauer Straße 20 (heute: Teil der Friedrich-Ebert-Straße, stadtauswärts ab Nauener Tor), wartet der fünfzehnjährige Horst Goltz darauf, dass "das Haus über [ihm] zusammenfällt". Das ganze Haus schaukelt „wie ein schwankendes Schiff“, das Licht flackert.

Im Luftschutzkeller in der Großbeerenstraße 122 nimmt Richard Pohl das "Pfeifen und Krepieren der Bomben" wahr. Im dunklen Schutzraum schlagen die Türen auf und zu, Fenster klirren und "das ganze Haus wackelt".

In der Goethestraße in Babelsberg schlägt eine Bombe ein. Anneliese Boick ist nicht in den Bunker gegangen. Zusammen mit ihrer kleinen Tochter steht sie unter freiem Himmel. Ihre Tochter entgleitet ihr. Sie selbst wird verschüttet und hat „nur die Arme noch frei“. Sie kann keine klaren Gedanken mehr fassen. "Was wird nun?", fragt sie sich. Aber da ist schon der Vater bei ihr und gräbt sie und die Tochter daneben aus. Sie blickt sich um. Die Bombe hat wohl eine Garage ganz in der Nähe getroffen. Die Autos wurden herausgeschleudert. Zusammen machen sie sich auf den Weg zum nächsten Luftschutzbunker.

Im Keller in der Wollestraße in Babelsberg, dort, wo Anneliese Sotschek hockt, öffnen sich durch den Luftdruck der Bomben die Rußklappen der Öfen. Die Menschen drohen zu ersticken. Die Hauswirtin fasst sich ein Herz, rennt hoch und holt Wasser.

In der Wallstraße (heute: Karl-Gruhl-Straße) in Babelsberg brennt es „an einigen Stellen lichterloh“. Das Schnelligkeitskommando mit Harry Wonneberger rückt an. Bevor die Löscharbeiten beginnen können, "muss man zunächst Wasser holen; es wird aus der Havel gepumpt mit einer 500 Meter langen Schlauchkette". Tote Körper und der "Geruch verkohlter Leichen" gehen ihm nahe, aber Angst hat Harry Wonneberger nicht. Durch Löscharbeiten in Berlin "hat er die schlimmsten Folgen von Luftangriffen" erlebt. Er und seine Kameraden sind "abgestumpft". Über die Erlebnisse sprechen sie untereinander nicht. Ihre Nacht wird noch bis Sonntag um 15 Uhr gehen.

Auch Dorothea Günther empfindet eine Todesnähe wie nie zuvor. Sie hat das Gefühl, die Welt geht unter. Die Mauern rings herum "wackeln, Kalkbrocken fallen von der Decke, Mörtel rieselt herunter, zerberstendes Glas scheppert". Der Boden unter ihnen rollt so, "als sei heftiger Wellengang." Bei jedem Einschlag denkt sie, dass das Haus einstürzt, das Ende gekommen ist.

In dem Schutzraum in der Nähe des Parks Sanssouci, in dem auch Karl-Heinz Voß und seine Mutter sind, herrscht Totenstille. Die Menschen im Keller sind bleich und schweigen. Auch Wolfgang W. ist von dieser unheimlichen Stille umgeben. Stumm beten die Menschen, während draußen die Bomben fallen. Im Keller schwankt es "wie auf einem Schiff oder bei einem Erdbeben". Das Heulen der fallenden Bomben ist das Schlimmste. Sobald es aber kracht, stellt sich auch eine gewisse Erleichterung ein: Man lebt noch, die Bombe ist woanders explodiert. Dann geht ganz in der Nähe eine Luftmine runter. Der Zugang zum Keller ist verschüttet.

Im Keller des Krankenhauses an der Behlertstraße wird die 29-jährige jährige Hildegard H. zusammen mit anderen Frauen in einen Schutzraum gebracht. Gestern hat sie ihren zweiten Sohn Manfred geboren. Die Säuglinge werden von ihren Müttern getrennt und in einem Nachbarraum gebracht. Dann wird das Haus von einer Bombe getroffen. Die Frauen schreien "fürchterlich; auch die Kinder, die nebenan in einem extra Raum" sind. Dann Stille. Der Raum füllt sich mit "Rauch und Staub, man [kann] nichts mehr sehen, der Qualm [wird] immer dichter" und die Frauen bekommen kaum noch Luft zum atmen.

In der Garde-du-Corps-Kaserne hat sich Hauptmann Dr. Brauer im Keller der Kaserne Am Kanal eingefunden. Der Boden bebt und schwankt „wie der Boden einer Segeljacht auf bewegter See. Sekundenlang? Minutenlang?“ – die Zeit ist nicht mehr greifbar. Dann knallt und rummst es heftig. Die „acht bis zehn Mann in dem kleinen Raum, der nur etwas drei mal vier Meter groß“ ist, werden durcheinander geworfen. Schwarzer Qualm kriecht in den Raum. Brauer und ein Bekannter versuchen die Tür zuzudrücken. Zu zweit stemmen sie sich gegen die Tür. Vergebens. „Immer wieder [reißt] der Luftdruck neuer Explosionen ihnen die Klinke aus der Hand“.

Die Begeisterung über den freien Abend ist bei Karl-Heinz Redlin längst gewichen. Der Wechsel von Über- und Unterdruck lässt die offene Schutztür des Bunkers in der Mammonstraße hin und her schlagen. Der Fünfzehnjährige steckt sich die Finger in die Ohren und öffnet den Mund, um für Druckausgleich zu sorgen. 

Im Schutzraum des Stadthauses schwankt der Boden, Türen fliegen auf und zu, Staubwolken breiten sich aus. Die Bomben fallen ganz in der Nähe. Ilse Peinert vertraut darauf, dass die Kellerdecke und -wände halten, die "Tresore der Bank und die  starken Wasserrohre" zusätzlichen Schutz bieten.

Jetzt schlagen auch erste Bomben in der Kaiser-Wilhelm-Straße ein. Hans-Werner Mihan zündet im Luftschutzraum eine "Endsieglampe" an. Im Schein der Kerze sieht er die verängstigten Gesichter der anderen. Manche beten, andere schreien und wieder andere schweigen einfach. Die Druckwellen der Explosionen sind trotz geschlossener Kellertür deutlich zu spüren.

Renate Jungmann hört jetzt in der Saarmunder Straße das "Krach und Poltern" über ihr. Ein Phosphorkanister steckt den Keller nebenan in Brand. Sie hört die Frauen schreien, die darin verbrennen. Die elfjährige Gisela Sch. ist ebenfalls in der Saarmunderstraße dem Keller ihres Wohnhauses in der Nähe der Brauerei. Die Decke kommt "mit all dem Schutt runter" und der Keller stürzt ein. Die Menschen schreien und beten. Es ist schlimm.

Als die Bomben rund um den Telegrafenberg einschlagen, kauert Horst Wedell dort in dem Splittergraben mit dem spärlichen Schutz. Sand wird hochgewirbelt und legt sich über die drei.

Der ' Master Bomber ' ist ununterbrochen damit beschäftigt, seinen Piloten den richtigen Zeitpunkt für die Bombardierung mitzuteilen. Der auffrischende und sich drehende Wind macht ihm zu schaffen. Er bemerkt zudem den sogenannten „Rückkriecheffekt“. Viele Piloten werfen ihre Bomben aufgrund der starken Flugabwehr zu früh ab. Viele Bomben gehen westlich vom markierten Zielgebiet runter – östlich sind dagegen kaum „Weitwürfe“ auszumachen. Im Sekundentakt kommen nun seine Befehle: Mal ist die rote Zielmarkierung die falsche, mal die grüne zu ignorieren und die Konzentration wird wieder auf die rote gelenkt, Zudem setzt er die Bomberpiloten über die Deutschen Ablenkungsmarkierungen in Kenntnis, Innerhalb von Sekunden passt er seine 'präzisen und hilfreichen' Anweisungen an.

In dem Luftschutzkeller von Martha Gellhardt in der Breite Straße 42 macht sich Angst breit. Der Boden schaukelt "wie ein Boot". Alle „zittern und bangen um ihr Leben“. Zehn Menschen liegen „lang und flach an der Erde und beten“.

Ursula Radke beugt sich in der Albrechtstraße über das Baby-Körbchen, um ihr Kind „vor eventuell herabstürzenden Mauerstücken zu schützen“. Das "Rauschen der Bomben" erfüllt die ganze Straße. Der Boden schwankt, der „Orkan geht los“, denkt Katharina Wille ganz in der Nähe im Keller der Albrechtstraße 33.

Karl-Heinz Blank und zwei, drei seiner Begleiter haben sich ihrem Schicksal ergeben. Sie setzen sich „bei der Langen Brücke ans Havelufer und lassen den Angriff über [sich] ergehen".

"Im Trainingsanzug mit dem Nachthemd drunter und mit Turnschuhen an den Füßen" ist Werner M. nun doch zu seinem Bruder nach unten gerannt. Die Bomben fallen auch hier am Wilhelmplatz. Ein Fachwerkhaus bricht zusammen. Er wäre jetzt lieber an der Front, "denn da wüsste er, von wo der Gegner kommt", sagt der Bruder zu Werner.

In der Ribbeckstraße in Bornstedt hat Charlotte Jopp den Keller wieder verlassen. Zusammen mit ihrem Sohn Wolfgang und den anderen steht sie im Hof des Anwesens. "Die Flieger dröhnen über [sie] hinweg" und beobachten den "Feuerschein über Potsam". Fassungslos sehen sie zu, wie ihre Heimatstadt zerstört wird. In dieser Nacht bes

22:45 Uhr

Eins…, zwei…, drei Bomben lassen den Unterschlupf von Eva Bidder erbeben. Erst jetzt realisiert sie, dass Potsdam wirklich das Angriffsziel ist. Krampfhaft hält sie sich an ihrer Mutter fest und betet.

Bomben treffen das Haus in der Saarmunder Straße, in dem Renate Jungmann Schutz gesucht hat. Das Licht im Keller fällt aus, Staub legt sich über alles und jeden.

Im Keller des Hauses Am Kanal 51 hockt Frida Liese mit ihren Kindern. Draußen fliegen die Sandkästen, die als Schutz vor den Fenstern stehen, umher. Drinnen versuchen die Erwachsenen die Kleinen mit ihren Leib zu schützen.

Auch Lydia Weisflog ist mit ihren drei Kindern in einen Keller geflüchtet. Sie versucht Jo (4 Jahre), Ira (3) und Christian (9 Monate) mit ihren Händen festzuhalten, während das Haus wankt und es überall kracht. Plötzlich kracht es draußen „schauerlich, und plötzlich, vom Luftdruck verursacht, [wird] das Kellerfenster, neben dem [sie sitzen], aus den Angeln gerissen und stülpt sich Ira über den Kopf.“ Die Dreijährige bekommt einen „Schreikrampf, der nicht zu stillen [ist].“ Lydia Weißflog führt ihre Kinder aus dem Keller in den Treppengang. Alle Kinder schreien und weinen, Jo hat „lauter Glassplitter am Kopf, die, gottlob, nicht zu tief“ sitzen.

An der Langen Brücke kauern noch immer Karl-Heinz Blank und seine Kameraden. Der Boden unter ihnen „zittert und dröhnt“. Sie beobachten, wie "die Stadt im Feuer untergeht".

22:47 Uhr

Um genau 22:47,5 Uhr macht die Bordkamera der NG 130 ein Foto von der ersten und letzten Reise der tödlichen Fracht. Auf Grund der Angriffshöhe (6100 Meter) werden die Bomben bereits 2,5 Kilometer vor dem Zielgebiet  - ungefähr über Hermannswerder – ausgelöst.

22:48 Uhr

Die Funkverbindung zum Master Bomber ist teilweise gestört, doch die Bomberpiloten haben beste Sicht auf ihr Angriffsziel. Das Zielgebiet ist aufgrund der Freundschaftsinsel bestens auszumachen. Zwar steigt jetzt jede Menge Qualm auf, aber die „Bodeneinzelheiten [sind] sehr klar“ zu erkennen. Ebenso die Zielmarkierungen. Manche Piloten wundern sich daher, dass in der jetzigen Phase die Bomben so zerstreut fallen.

Seit dem Umzug vom alten Standort am Nauener Tor (heute Café Heider) im Jahr 1933 befindet sich das traditionsreiche Café Rabien in der Brandenburger Straße, jetzt scheint es dem Untergang geweiht. Der Dachstuhl des „fürstlichen Hofconditors", bei dem Prinzen, Gardeoffiziere, Einheimische und Touristen einkehrten, hat Feuer gefangen. Ringsum in den Straßen brennen Häuser, doch Margarete Rabien kann zusammen mit den Angestellten die Flammen löschen und die Zerstörung ihres Zuhauses und des Betriebs verhindern. Erfolgreich. Auch das Brandenburger Tor bleibt unbeschädigt.

Das Warenhaus in der Brandenburger Straße wird dagegen getroffen. Ringsherum wackeln die Häuser. Der zehnjährige Siegfried Lieberenz erlebt seine schlimmste Weltkriegsnacht im Keller des elterlichen Haus genau gegenüber, in der Junkerstraße (heute: Gutenbergstraße). Alles bebt. Sollten sie den Angriff überleben, beschließt seine Mutter, werden sie sofort nach dem Ende dieses Bombardements einen anderen Bunker aufsuchen. Am liebsten den im Winzerberg. Zwar ist der noch nicht fertig, aber immerhin tief im Berg.

Auch im Keller in der Wilhelmstraße in Babelsberg sind die Detonationen der Bomben spürbar. Die Klappen der Öfen springen raus und Ruß verteilt sich im Raum. Der Boden vibriert. Elenore Heckendorf , ihre Geschwister und die Mutter klammern sich dicht aneinander. Die Siebenjährige hört ihre Mutter sagen: "Wenn wir schon draufgehen, dann alle zusammen".

Glück für Esther Gamon in der Bismarckstraße 26 (heute: Johannsenstraße) in Babelsberg. Wenige Meter weiter wird das Haus mit der Nr. 21 von zwei Bomben getroffen, alle 26 Personen im Haus sterben.

Auf Hermannswerder liegt Gerhard Burr verletzt im Lazarett. Unter ihm schwankt die Halbinsel nach "den Einschläge im Wasser wie ein Boot". Die Stadt auf der anderen Seite der Havel brennt.

Auf dem Grundstück der Familie Reichstein schlägt eine Bombe ein. Das Nachbarhaus, das Heim von Ursula Rödigers Familie, wird fast völlig zerstört. Die zwölf Menschen im Keller bei den Reichsteins überleben jedoch alle.

Eine Bombe trifft ein großes Wohnhaus an der Ecke Alte Königstraße (heute: Friedrich-Engels-Straße) / Teltower Straße (heute: Schlaatzstraße). Trümmer verschütten den Zugang zum Luftschutzbunker. Für die Eingeschlossenen kommt jede Hilfe zu spät.

Das Altenpflegeheim Luisenhaus in der Behlertstraße wird getroffen. Ein Hausflügel wird zerstört, eine Bewohnerin stirbt.

22:50 Uhr

Der Master Bomber gibt weiter Befehle. Der „Rückkriecheffekt“ macht ihm weiter zu schaffen. „Werft nicht zu früh ab“, mahnt er die Piloten. Er korrigiert die Abwurfmarkierungen um einige hundert Meter gen Osten – mit Erfolg. Die Einschläge westlich des geplanten Zielgebiets nehmen ab.

Dort, westlich des Zielgebiets, sitzt auch Horst Goltz im Bunker des Ausbildungslagers der Hitlerjugend in der Friedrich-Ebert-Straße. Es fallen Scheiben und Dachziegel zur Erde, „der Keller schwankt wie toll“. Der 15-Jährige hört „gespenstische Geräusche durch die Luftlöcher der Kellerfenster“ und „Einschläge ganz in der Nähe“.  Ein „unaufhörliches Rollen und Krachen“ – bis es schließlich doch ruhiger wird.

Eine gewaltige Explosion reißt die Tür zum Luftschutzraum in der Kaiser-Wilhelm-Straße (heute: Hegelallee) auf. Durch die offene Tür beobachtet Hans-Werner Mihan die Brände und Explosionen. Ein Bombeneinschlag in der Nähe. Eine "Staub-, Dreck- und Kalkwolke fegt die Kellertreppe hinunter". Mit vereinten Kräften wird die Tür wieder geschlossen. Draußen knallt es weiter, doch auch hier nehmen jetzt die Bombeneinschläge merklich ab.

In der Menzelstraße haben sich mehrere Familien im Luftschutzkeller zusammengefunden. "Todesangst" macht sich unter den rund 20 Menschen breit. Man hockt in kauernder Stellung auf einer schmalen Bank"In dem Haus, in dem Familie Grisebach lebt, wohnt auch die Familie von Ludwig Voggenreither , Leiter des gleichnamigen Verlags. Er, Voggenreither, ist ein "Obernazi", wie Manon Grisebach , Tochter von Hanna Grisebach, findet. Doch jetzt, in der Stunde der Angst, schweigt er. Er sitzt "zitternd" auf der schmalen Holzbank neben Hanna Grisebach - einer Jüdin. Während die polnische Zwangsangestellte von Voggenreithers laut betet, legt Hanna Grisebach ihre Hand auf die Hand Voggenreithers und beruhigt den "Obernazi": "Keine Angst, es ist sicher bald vorbei", sagt sie.

Familie Boick hockt zusammen mit rund 20 anderen Menschen in dem Luftschutzkeller in Babelsberg. Rund die Hälfte sieht sie zum letzten Mal.

Rund um den Findling in Babelsberg wankt der Boden, Bomben schlagen dort aber nicht ein.

An der Jutefabrik am Nutheufer in Nowawes geht ebenfalls eine Luftmine runter. Das Zahlmeisterhaus wird von der Luftmine völlig zerstört. Vom Luftdruck dieser Explosion wird das Dach des Pförtnerhauses komplett angehoben, dann fällt es nach leichter Drehung wieder aufs Haus zurück. Das Bett von Hannelore Wagner und die ihrer Schwestern werden von der Wucht der Explosion durch das Fenster bis aufs Nachbargrundstück geschleudert.

Luftminien schlagen nun auch rund um den Wilhelmplatz ein. Werner M. sitzt mitten im Keller, als draußen eine Luftmine auf dem Hof explodiert. Die Mauern werden eingedrückt. "50 Zentimeter dicke Mauern!" Kisten fliegen um die beiden Brüder "herum wie Streichholzschachteln". Vor lauter Staub und Ruß können sie nichts sehen. Zum Glück ist im Keller auch ein Wassereimer. Sie pressen nasse Tücher vor ihre Münder. Dann senkt sich der Staub - und die Brüder können in den Himmel gucken. Die drei Stockwerke über ihnen sind weg. Dann kracht die nächste Bombe.

NG 130 dreht Richtung Südwesten, in Richtung Bitterfeld, ab. Für die Besatzung ist der Angriff beendet. Jetzt geht es nach Hause.

22:57 Uhr

Eine starke Explosion am Bahnhof.

22:59 Uhr

Eine weitere, sehr heftige Explosion am Bahnhof. Ein Munitionszug, der auf einem Nebengleis des Bahnhofes abgestellt war, geht in die Luft.

Den Bahnhof hat es an sich schwer getroffen. Er liegt mitten im Zielgebiet. Gleise ragen aufrecht in den Himmel, überall aufgerissene Straßen und kaputte Gebäude.

Das Inferno

Kurz nach 23 Uhr

Der koordinierte Angriff auf Potsdam ist beendet, der 'Master Bomber' dreht ab und verlässt das Zielgebiet.

Die Detonationen werden weniger. Die Lancaster NG 130 ist jetzt schon einige Kilometer von Potsdam entfernt. Doch dann ein Angriff eines deutschen Abfangjägers. Die Maschine wird vom Hauptverband abgedrängt. Der englische Bomber übersteht den Angriff jedoch ohne Schäden und findet schnell wieder Anschluss.

Als keine Bomben mehr auf Potsdam niedergehen, öffnet Hauptmann Dr. Brauer die Tür des Schutzkellers in der Gardes-du-Corps-Kaserne. Mauertrümmer versperren den Ausgang und erschweren den Weg nach draußen. „Verworrene Rufe von links und rechts“, „angstvolles Rufen weiter vorn, wo die Frauen und Kinder saßen“. Eingeschlossene werden befreit und auch die rund 200 Frauen und Kinder, die in einem größeren Raum in der Kaserne untergebracht waren, sind alle wohlbehalten. Lediglich ein „Soldat liegt mit gebrochenen Knochen im Treppenflur. Ihn hatte ein Luftstoß erfasst und in den Kellerflur geschmettert“. Schwerverletzt, aber immerhin lebend.

Der aufgewirbelte Schutt der zweiten Bombe hatte den Keller in dem Werner M. sitzt wieder zugeschüttet. 14 Menschen sterben neben den beiden Brüdern in dem ehemaligen dreistöckigen Haus am Wilhelmplatz.

Karl-Heinz Blank und seine Kameraden in Potsdam sind zur gleichen Zeit ratlos. Sie haben den Angriff im Schutz der Langen Brücke überlebt. Im Stadtzentrum explodieren ständig Zeitzünderbomben. Sie wissen nicht wie es weiter gehen soll – und bleiben einfach sitzen.

Bei Martin Petrzak muss es jetzt schnell gehen. "Auf ein Haus in der Schützenstraße unmittelbar über dem Eiskeller ist eine Bombe gefallen". Raus aus dem Keller, aber "die Wohnung ist nur noch ein Trümmerhaufen". Am Bahnhof "kracht, donnert und blitzt der explodierende Munitionszug". Über die inzwischen völlig zugewucherte Treppe gelangt die Familie auf den Telegrafenberg. Bäume brennen wie Fackeln. Aber sie müssen da durch. Hoch zum Einsteinturm. Opa Robert Geitner arbeitet dort im Wissenschaftspark als Gärtner und bewohnt ein Häuschen neben dem Einsteinturm. Einstein selbst hatte ihn eingestellt.

Dorothea Günther , ihr Mann Martin und der Untermieter lösen sich aus ihrer Umklammerung unter dem Türrahmen im Keller. Das noch ungeborene Kind in ihrem Bauch "tobt und strampelt". Sie setzen sich zu den übrigen Hausbewohnern. Eine Frau beginnt, Leinen in Streifen zu reißen, um Verbandsmaterial zu erhalten. Absurd: dieses reißende Geräusch treibt die werdende Mutter nach all dem infernalischen Lärm an den Rand der Verzweiflung.

In der Friedrich-Ebert-Straße treibt der Luftschutzwart Ilse Peinert und die anderen Unverletzten an die Luft: "Alles raus, was helfen kann". Doch Ilse Peinert ist wie gelähmt. Draußen tobt jetzt das Inferno, immer mehr Schutzsuchende drängen in den überfüllten Keller – man rückt zusammen.

In der Epilepten-Anstalt in der Alten Zauche werden die ersten Verletzten eingeliefert. Wolfgang Heese und sein Begleiter werden losgeschickt, um Krankenwagen für die Schwerverletzten zu holen. 

23:15 Uhr

Britische Bomber starten jetzt einen Angriff auf die Reichshauptstadt Berlin. Es ist Ablenkungsangriff, um den Heimflug der Bomber zu sichern. Bis 23.21 Uhr fliegen sechzig zweimotorige Bomber ('Mosquitos') Angriffe auf die Stadt.

Ein Großteil der Bomberflotte, die Potsdam angegriffen hat, ist derweil schon über Halberstadt. Dort gerät die NG 130 wieder ins Visier deutscher Luftabwehr. Doch die Flak richtet keinen Schaden an.

In Potsdam versucht derweil  Wolfgang Heese ins Städtische Krankenhaus zu gelangen. Auf dem Weg über die Saarmunder Straße explodieren noch zeitgesteuerte Bomben, auf der Straße liegen Bäume und die Straßenbahn-Leitungen. Ein Splitterschutzgraben am Leipziger Dreieck hat einen Volltreffer erhalten. Keiner der Schutzsuchenden hat überlebt.

23:16 Uhr

Der letzte britische Flieger verlässt den Luftraum über Potsdam.

ab 23:30 Uhr

Die Sirenen für die Entwarnung funktionieren nicht. Dennoch verlassen jetzt viele Menschen in Potsdam die Luftschutzbunker. Auch Eva Bidder treibt es nach draußen. Was sie sieht, sind "nichts als Trümmer und Scherben".

Der verletzte Gerhard Burr macht sich von Hermannswerder auf ins brennende Zentrum. Er sucht seine Eltern – und findet sie schließlich unverletzt.

Hauptmann Dr. Brauer und weitere Soldaten kontrollieren nun jeden Raum in der Gardes-du-Corps-Kaserne. Gab es doch Verluste? Schließlich ist ganz in der Nähe eine Mine explodiert. Dann müssen sie „herzlich lachen“. Der Raum, in dem die 100 Todeskandidaten untergebracht waren, ist menschenleer; der Notausgang offen. „Ein gutes, ein tröstliches Zeichen“, findet Brauer.

Auch  Ursula Radke kann ihr Glück nicht fassen. Ihr und ihrem Kind ist nichts passiert. Zusammen mit anderen verlässt sie den Keller, um „in der Nachbarschaft Hilfe zu leisten“. Weit kommen sie nicht. Überall Feuer. Die Frauenklinik in der Behlertstraße ist getroffen und brennt. Rauch und Trümmer machen es für die junge Mutter jedoch unmöglich "an die Brandstelle heranzukommen".

Rings um Richard Pohl in Babelsberg brennt es ebenfalls.

Genau wie bei Ellen Gräfin von Grumme-Douglas . Für sie ist es der "Untergang des Alten Potsdam". Sie lebt in der Beyerstraße, nahe der Alexandrowka. Nach dem Angriff handelt sie "minutenlang marionettenhaft". Sie schlägt sich durch bis zum Nauener Tor, "von da ab steht alles in Flammen."

In der Behlertstraße sind Hildegard H. und die anderen Frauen noch immer im völlig verqualmten Schutzraum. Vor dreieinhalb Jahren war sie schon mal hier. Da wurde ihr Sohn Helmut geboren. Daher weiß sie genau, wo die Tür ist. Sie steht auf, tastet sich durch den Rauch und bekommt zum Glück die Tür auf. Dahinter liegt ein langer Gang. Endlich bekommen die Frauen wieder Luft.

Wolfgang Heese ist über die Lange Brücke gekommen, passiert jetzt die Bittschriftenlinden am brennenden Stadtschloss und rennt weiter zum Wilhelmplatz. Dort trifft er auf Hans Friedrich, Oberbürgermeister von Potsdam. Dieser hat Tränen in den Augen. Doch Heese muss weiter. Muss zum Krankenhaus und dort ein Fahrzeug für Verletztentransporte organisieren.

Im Luftschutzraum in der Kaiser-Wilhelm-Straße "zerrt die Ungewissheit an den Nerven". Ist das jetzt das Ende des Angriffs oder folgt eine zweite Welle? Hans-Werner Mihan kontrolliert zusammen mit den anderen ihren Unterstand und wagt sich dann nach draußen. „Größere Schäden sind nicht zu erkennen“. Er schlägt sich durch bis zur Junkerstraße (heute Gutenbergstraße). Dort bietet sich ein Bild der Zerstörung. Der Bassinplatz ein Trümmerfeld, übersät mit Bombenkratern.

Die Familie von Christa Silberbach hätte die Nacht in der Kiezstraße wohl nicht überlebt, wären sie nicht doch in den Luftschutzkeller gegangen. Eine Luftmine hat das Dach des Hauses "abrasiert". Jetzt aber rettet man sich nach draußen und stolpert "im hitzigen Feuerstaub über Trümmer und immer in Angst, von herabstürzenden Feuerbällen getroffen zu werden" durch die zerstörte Stadt zu Verwandten.

Horst Goltz und andere Hitlerjungen sollen "die zerstörte Telefonleitung zwischen der Kreisleitung der NSDAP am Wilhelmplatz Nord und dem Polizeipräsidium in der Priesterstraße wiederherstellen". Der Versuch schlägt fehl, die Jungen kehren zurück, da „außer der Nordseite alle übrigen Seiten des Wilhelmplatzes in Flammen stehen. Auch brennen viele Häuser zwischen dem Kanal und der Breiten Straße bis hin zur Garnisonkirche. Er selbst schützt sich mit einer nassen Matratze auf dem Rücken vor der Hitze und den Flammen.

In der Kaiser-Wilhelm-Straße können sich die Menschen aus dem Keller befreien. Wolfgang W. und seine Mutter machen sich auf dem Weg zu ihrem Zuhause. Über den Luisenplatz geht es auf die Luisenstraße (heute: Zeppelinstraße). Brandgeruch hängt in der Luft. "Die erste Häuserzeile in der Zeppelinstraße [ist] vollständig zerstört. Auch in der Feuerbachstraße / Ecke Kronprinzenstraße [ist] ein Haus von einer Bombe getroffen, man [sieht] mitten hindurch noch die halbe Wohnung, ein grauenhafter Anblick". Doch welch ein Glück: Das eigene Haus ist verschont geblieben, "nur die Fensterscheiben [sind] alle kaputt, auch der Putz von der Decke [ist] herabgefallen. 

Feuer an der Garnisonkirche

Etwas weiter westlich wurde der Lange Stall an der Garnisonkirche getroffen. Er brennt. Die Kirche scheint auf den ersten Blick unversehrt. Pfarrer Gerhard Schröder entdeckt zunächst nur kleinere Brände. Der Gottesmann lässt Schläuche auf den Turm hieven, doch es kommt kein Wasser. Plötzlich trägt eine Windböe die lodernde Glut vom benachbarten Langen Stall auf das Kirchendach. Schröder, nichts Gutes ahnend, handelt geistesgegenwärtig. Es gelingt ihm, Inventar wie den Feldaltar, ein Kruzifix und Leuchter ins Freie zu retten. Er wird von anwesenden Soldaten beruhigt: Gefahr für die Kirche durch ein Feuer bestehe nicht. Kurz darauf brennt der Turm wie eine Fackel. Die Löscharbeiten der Kirche haben jedoch augenscheinlich keine Priorität. Ein Wehrmachtslöschtrupp steht untätig herum. Später brennt auch das Kirchenschiff.

Wolfgang Heese hatte bei der Suche nach einem Fahrzeug Glück. Ihm und seinem Begleiter wird ein Mercedes-Krankenwagen gegeben. Umgehend machen sie sich auf den Rückweg. Über die Berliner Straße sind sie am Kanal entlanggefahren und wollen an der Garnisonkirche weiter zur Epilepten-Anstalt in der Alten Zauche. Doch an der Garnisonkirche geht es jetzt nicht mehr weiter. Die Kirche brennt und Kirchenglocken liegen auf der Straße. Zudem überall Trümmer. „Mehrere Versuche weiterzukommen scheitern“. Die beiden Jungen drehen ihren Wagen, fahren über die Berliner Straße zurück zur Glienicker Brücke und von dort über Drewitz zur Anstalt.

Für Jürgen Zippel ist es ein "Dante’sches Inferno".  Er macht sich auf zu seiner Wohnung. Feuer überall. "Von der Kaiserstraße und vom Alten Markt her fressen sich Brände in den Block hinein". Wind kommt auf und facht die Feuer immer wieder an. Zuhause angekommen, reißt er die Gardinen ab. Dem Feuer keine Nahrung bieten. Weiter geht es auf den Dachboden. Dort sind auch die anderen Bewohner. Gemeinsam versuchen sie "Funken zu ersticken und ein Übergreifen der in der Umgebung (heute: rund um den Staudenhof) wütenden Brände zu verhindern". Es gelingt, während das Haus gegenüber vor ihren Augen vollständig abbrennt.

Am Wilhelmplatz konnte sich Werner M. aus dem Keller befreien. Wie im Wahn rennt er nach Hause. Das Haus ist zerstört. Da ist" nicht mehr zuretten". Wahllos sammelt er Sachen auf. "Lauter Quatsch", was er im Schutt zu greifen bekommt: "Dessertteller und ein paar Kaffeetassen". Um ihn herum brennt es. Dann hält ihn jemand am Fuß fest - zumindest denkt er das. Es wird warm in seinem Turmschuh. Er ist in einen Nagel getreten. Schmerzen verspürt er keine, aber sein Fuß schwillt schnell an.

Hauptmann Dr. Brauer steht im Hof der Gardes-du-Corps-Kaserne. Ein banger Blick zum Dach. Halb zerstört, aber kein Feuer. Glück gehabt. „Aber sonst, - ein schrecklicher Anblick. Die Garagen auf der anderen Seite des Innenhofes ein einziger Trümmerhaufen“. Der Treibstoff der Motorspritzen brennt, das gelagerte Koks nur noch ein „Gluthaufen. Jenseits der Garagen und des Kasernenbereiches alle Häuser wegrasiert, bis zum Wasser plattgewalzt“. Er kann bis zum Bahnhof blicken: „Ein Feuermeer“. Von den nahen Flächenbränden droht höchste Gefahr durch Funkenflug, „wie Schneeflocken so dicht“. Der „ganze Himmel feuerrot“. Was tun? Befehle von der Kommandantur sind nicht zu erwarten. Die Leitungen sind alle gestört. Zusammen mit anderen Soldaten macht er sich auf der Suche nach Verschütteten. Die „ganze Burgstraße, kellerlose Häuser, hoffnungslos zerstört“. Das alte Zollhaus zerstört. Jutesäcke voller Kaffee liegen herum. „Welch ein Unfug, jetzt vor dem Zusammenbruch noch solche Kostbarkeiten zu horten, statt sie rechtzeitig an die Bevölkerung zu verteilen“, denkt Brauer. Wenige Meter weiter kommt ihnen ein junges Mädchen weinend entgegen. Sie erzählt, dass sie auf dem Weg ins Kino war als der Angriff begann. Ihre Eltern und Geschwister sind jedoch im Luftschutzraum verschüttet. Die Soldaten machen sich an die Arbeit, räumen Trümmer weg. Dann plötzlich ein Kinderschuh. „Meine kleine Schwester“, ruft das Mädchen. Schnell räumt man weitere Trümmer weg. Vergebens. „Über den Knien des Kindes liegt eine schwere halbe Hauswand, darüber der lose Schutt, kubikmeterweise“. Wenigstens die Toten will man bergen. „Umsonst. Die Schuttmasse rutscht nach und begräbt die Opfer einer entmenschten Kriegsführung“.

Im Café Rabien in der Brandenburger Straße hält man derweil Brandwache. Wind treibt „rotglühende Funken aus der Innenstadt herüber“.

Im Bunker von Karl-Heinz Voß und seiner Mutter traut sich zunächst keiner wieder ins Freie zu treten. Erst als der Luftschutzwart mitteilt, dass Entwarnung gegeben sei, atmen alle erleichtert auf und gehen ins Freie. Der Himmel ist glutrot, Brandgeruch liegt in der Luft.

Der erste Gedanke von Anneliese Sotschek in der Wollestraße in Babelsberg gilt dem Großvater. Schnell in die Wohnung. Dort sind alle Fenster raus. Die Tür zum Schlafzimmer fehlt - sie liegt auf dem Bett. Darunter der Großvater. Die Decke hat er über den Kopf gezogen. Er zittert, aber er lebt.

In der Saarmunder Straße herrscht Hilflosigkeit. Gisela Sch. , ihre 13-jährige Schwester und die Eltern sind im zusammengstürzten Keller eingeschlossen - aber das Haus steht. Mühsam gelingt ihnen ein Durchbruch in den Nachbarkeller und der Weg nach draußen. Alles ist rot, "die Fensterscheiben kaputt, der Himmel glüht".

Am Stadthaus schreit eine Frau mit angesengten Kleidern: "Ich bin durch die Hölle gelaufen" – und meint die Französische Straße. Die Straße, in der auch das Elternhaus von Ilse Peinert steht. An ein Durchkommen vom Stadthaus bis zu den Eltern ist nicht zu denken. Doch da kommt schon der Vater. Mit angesengten Haaren, aber ansonsten – wie der Rest der Familie – unverletzt  sagt er lediglich: "Kind, nun sind wir bettelarm". Nicht nur, dass das Haus zerstört ist. Das bisschen Habe, was zunächst gerettet schien, wird der Familie gestohlen.

Vom Neuen Palais aus, sieht die Familie des Schlösserverwalters Kühn Rauschschwaden über der Innenstadt. Wenig später kommen schon die ersten Obdachlosen in Richtung des gewaltigen Schlosses im Park Sanssouci und suchen hier Obdach.

Auf dem Alten Markt sind alle Gebäude mehr oder weniger stark beschädigt. Das Stadtschloss ist von den Bombentreffern gezeichnet und wird Opfer der Flammen. Ebenso wie der Palast Barberini. Die Nikolaikirche hat hingegen Glück; die Kuppel hat Stand gehalten und die anderen Schäden beeinträchtigen die Statik des Gebäudes nicht.

Die Familie des Schlossaufseher Max Nietsch verlässt das riesige Gewölbe mit den dicken Eichenfässern. Als sie aus dem sichersten Schutzraum der ganzen Stadt ins Freie treten, brennt es lichterloh. Der ganze Flügel in dem sie ihr Zuhause hatten ist weg.

Wolfgang Heese und sein Begleiter sind bereits wieder unterwegs. Sie versuchen einen weiteren Transporter zu organisieren.

Die historische Altstadt südlich des Stadtkanals ist durch das Bombardement zu über 50 Prozent zerstört. Auf der anderen Seiten der Havel sind die Schäden noch heftiger. Die Bahnanlagen sind schwer getroffen, fast alle Gebäude zerstört. Der Blick in Richtung Süden zur Leipziger Straße/ Brauhausberg offenbart einem das ganze Ausmaß des Infernos. Ein einziger qualmender Trümmerhaufen.

Massive Schäden gibt es auch bei den medizinischen Einrichtungen zu beklagen. Sowohl das Josefs- als auch das Städtische Krankenhaus sind von Bombentreffern nicht verschont geblieben.

Das Kinderheim im Großen Militär-Waisenhaus in der Breite Straße wurde getroffen. Nicht weit entfernt kommen gerade die achtjährige Ursula W. , ihre Mutter, die Tante und die Großmutter aus dem Keller. Sie haben Glück, ihr Haus wurde nicht getroffen. Doch als die Frauen das schwer beschädigte Kinderheim sehen, laufen sie los. Sie wollen helfen. Urslua W. bleibt alleine zurück. Da wird sie von Pfarrer Schröder aufgegriffen. Er nimmt das kleine Mädchen mit in Richtung Garnisonkirche. Die Kirche brennt. Nach einer Weile gehen sie zurück. Die Mutter von Ursula wartet schon. Die Hilfe der Frauen war vergeblich. Das Haus ist zerstört und "grausam verstümmelte Kinderleichen" liegen herum.

Nachdem das Bombardement aufgehört hat, schnappt die die Mutter von Horst Wedell ihre beiden Kinder und macht sich auf zurück in ihre Wohnung in der Paetowstraße. Ein bizarrer Anblick: Die Häuser in der Paetowstraße stehen in Flammen. Die Wände des Wohnhauses der Familie Wedell sind "bereits zusammengefallen", aber "die Treppen sind noch in Ordnung". Der Zehnjährige geht in die Küche und versucht „seine Schulmappe aus den Trümmern zu ziehen“. Es gilt "zu retten, was noch zu retten" ist. Auch aus dem Keller wollen sie noch „Dinge herausholen“. Dann plötzlich das Gerücht, dass ein zweiter Angriff folgt. Die drei flüchten in den Wald, aber es kommt kein Bomber mehr.

In Babelsberg hat sich nun auch Gertrud Jungbluth aus dem Keller getraut. Zwar ist das eigene Haus kaum beschädigt, aber im Umfeld sind erhebliche Schäden zu beklagen. In der Wallstraße sieht es "grauenvoll aus". Baumstümpfe und Trümmer überall an den Wegesrändern, auf der Straße massenweise nicht detonierte Bomben.

Im Park Babelsberg tritt nach langen Minuten in "höchster Lebensangst" auch der 42-jährige Hans Chemin-Petit wieder aus seinem Luftschutzbunker heraus, der erst auf sein "nachdrückliches Fordern" gebaut worden war. Der Musiker und Dirigent lebt wenige Meter entfernt im Kleinen Schloss im Park Babelsberg. Mehrere Bomben sind hier niedergegangen, das Gebäude zum Teil unbewohnbar geworden. Er bewundert die "Haltung der Kinder im Ganzen". Die restliche, "zum Glück nicht allzu kalte Nacht", verbringen sie "auf notdürftigen Quartieren".

Fast gegenüber steht Gisela Heller . Von der Glienicker Brücke überblickt sie "die brennende Stadt in ihrem ganzen Umfang." Das Gleiche sehen auch Hanna Grisebach und ihre Tochter. Nach dem Ende der Bombardierung sind sie auf die Brücke geeilt, der Vater ist mit dem Sohn zurück in die Wohnung. Sie sieht ein "gewaltiges Feuermeer", das "wabert blendend und sprühend von Babelsberg bis in die Potsdamer Altstadt" zieht und "daraus lodert als höchste Fackel der Turm der Garnisonkirche". In Bahnhofsnähe sehen die Eheleute "Flammenbündel von häßlicher schwefelgelber Farbe" - der brennende Munitionszug. Dort kommt es noch immer zu Detonationen.

Und das Schloss Sanssouci? Hunderte drängen „noch in der Nacht zum Park und blieben sogar dort, als fühlten sie sich hier geborgen“. Die Anlagen und Gebäude im Park blieben von den Bomben verschont. Lediglich ein großer Krater an der Villa Illaire ist auszumachen.

Wolfgang Heese und sein Begleiter sind jetzt endlich beim Krankenhaus. Ihnen bietet sich„ein grausames Bild“ dar. Die Garagen der Kleintransporter sind zerstört, keine Fahrzeuge mehr fahrtüchtig. Zudem liegen überall auf dem Gelände getötete Menschen mit Bettlaken zugedeckt. Er solle es beim Roten Kreuz an der Glienicke Brücke versuchen, rät man ihm. Die beiden Jungen machen sich auf den Weg.

August Burda hört etwa zur gleichen Zeit Klopfzeichen aus dem benachbarten Keller. In der Charlottenstraße 55 ist eine Bombe eingeschlagen. Der Ausstieg ist verschüttet. Vier Erwachsene und zwei Kinder werden gerettet, der Rest liegt tot im Luftschutzbunker. Das Pfarrheim in der Charlottenstraße 49 hatte ebenfalls einen Volltreffer abbekommen. Zwei Erwachsene und zwei Kindern werden unter den Trümmern verschüttet. Die Kirche an sich bleibt unbeschadet – abgesehen von den zerstörten Fensterscheiben.

Karl-Heinz Redlin macht sich auf den Weg nach Hause. Auf seinem Weg von der Mammonstraße zur Jägerstraße 5 blickt er erstaunt auf einen kaum in Mitleidenschaft gezogenen Neuen Markt, passiert die durch den Bombenangriff kaum zerstörte Hodlitzstraße (heute: Wilhelm-Staab-Straße) und gelangt schließlich in eine ebenso fast intakte Jägerstraße. Lediglich eine verirrte Bombe hat das Haus Nr. 12 in Brand gesetzt. Einige Frauen haben bereits eine Eimerkette gebildet und löschen das Feuer.

Jetzt, da der Bombenhagel aufgehört hat, verschafft sich Frida Liese zusammen mit anderen Überlebenden einen Überblick über die Situation auf der Straße Am Kanal. Das Nachbarhaus Nr. 53 steht in Flammen. Sofort wird auch hier eine Eimerkette vom Kanal zum Haus gebildet. Das Feuer wird gelöscht. Frida Liese holte ihre Kinder aus dem Keller, schlägt sich durch die brennende Grünstraße (heute: Joliot-Curie-Straße) zu ihren Eltern in der Gardes-du-Corps-Straße (heute: Heilig-Geist-Straße) durch. Erstmal in Sicherheit. Doch zur Ruhe kommen sie nicht. Gegenüber liegt eine nicht detonierte Bombe. Die anliegenden Häuser werden geräumt. Erst am Abend kehrt die Familie wieder zurück.

Maria Froese hat Glück. Das Haus in der  (heutigen) Friedrich-Ebert-Straße ist "völlig zerstört" aber sie hat den Angriff im Keller überlebt. Im Gegensatz zu vielen Freunden. Deren Häuser "hatten keine Keller, die vor den Bomben schützen konnten".

Im Keller in der Saarmunder Straße in dem Renate Jungmann sich aufhält kann man kaum atmen. Jeder presst sich ein nasses Tuch vor den Mund. Mit Stangen eines Bettgestells wird versucht, ein Luftloch zu schaffen. Plötzlich vernehmen die Eingeschlossen Stimmen. "Hilfe", rufen sie – und haben Glück. Jungen der gegenüberliegenden Kadettenanstalt durchkämmen die Straßen und suchen Überlebende. Renate Jungmann  wird als erstes gerettet. Zwanzig Menschen finden in dieser Nacht neben ihr den Tod.

Familie Lieberenz macht sich auf zum Winzerberg. Dort soll es einen Bunker im Berg geben, heißt es. Als die Familie dort ankommt, ist es "schon proppevoll und furchtbar eng". Obwohl der kleine Siegfried Asthma hat, werden sie diese Nacht dort ausharren.

Wolfgang Heese und sein Begleiter sind auf ihrer Suche nach einem Transporter für die Opfer in der Epilepten-Anstalt erneut fündig geworden. Sie fahren mit einem Lazarettbus für bis zu neun Verletzte zurück zum Bunker in der Alten Zauche.

Nahe der Jutefabrik ist der Großvater von Hannelore Wagner aus dem Keller ans Ufer der Nuthe getreten und sieht, wie sein Lebenswerk, eine kleine Bootswerft, auf der gegenüberliegenden Seite abbrennt. Auch das Zuhause der Familie, das Pförtnerhaus ist kaputt.

Die jungen Mütter aus der Behlertstraße wurden vo jungen SS-Männern ins Stadthaus in die Nauener Straße gebracht. Hildegard H. fängt an zu weinen. Die Ungewissheit über das Schicksal ihres kleinen Sohnes ist groß. Doch dann die Erleichterung: Schwestern aus dem Krankenhaus kommen und berichten, "dass alle Kinder gerettet sind". Ihr wird ein Kind auf den Arm gegeben. Sie macht den Säugling sauber, befreit es "von dem ganzen Staub und Kalk". Da hört sie ihren Namen. Eine Schweister kommt auf sie zu - mit Manfred. Sie hat ein fremdes Kind auf den Namen, aber "zum Glück standen die Namen auf dem Bändchen am Handgelenk".

Spät in der Nacht Freude bei Karl-Heinz Voß und seiner Mutter. Jenny, eine Cousine, kommt nach Hause. Jenny war zur Nachtschicht am Wilhelmplatz in der Sparkasse eingeteilt. Nun ist sie wieder da. „Bleich und verstört“, aber lebend.

Was mit dem Kahn und den Zwangsarbeitern in der Nähe der Langen Brücke geschehen ist, weiß niemand.

Rückkehr der Lancaster Bomber

Lancaster NG 130 erreicht gegen 0:18 Uhr Koblenz. Von hier an geht es direkt in Richtung England. Knapp anderthalb Stunden später überfliegt der Bomber den Kanal, erreicht zehn Minuten später Eastbourne und dreht in Richtung Ausgangsbasis. Gegen 3 Uhr setzt NG 130 unversehrt wieder auf der Landebahn am  heimatlichen Stützpunkt in Wratting Common.

Nach und nach kommen jetzt die letzten britischen Flieger zurück in ihre Stützpunkte. Die Piloten schreiben ihre Berichte.

Das zerstörte Potsdam

In Potsdam herrscht das Inferno. Der Großteil der Bomben ging in einer knappen halben Stunde zwischen 22:40 und kurz nach 23 Uhr auf die Stadt nieder. Über 1700 Tonnen Bomben legten vor allem den Bahnhof und die Gleisanlagen in Schutt und Asche.

Daneben weisen auch große Teile der "zivilen" Potsdamer Gebäude gravierende Schäden auf: Vor allem in der Altstadt (über 50% zerstört), in der Teltower Vorstadt und Hermannswerder (je über 30% zerstört) und in der Berliner Vorstadt sowie im Zentrum (je über 14% zerstört) sind die Auswirkungen der Bombardierung enorm. Aber auch Krankenhäuser, städtische Einrichtungen (bspw. das Wasserwerk an der Leipziger Straße, die Hauptpost oder das Feuerwehr-Depot) und schulische Einrichtungen werden getroffen bzw. zerstört.

Quelle:

Im ersten – von Hans-Werner Mihan ausgewerteten – britischen Auswertungsbericht zwei Tage nach der Bombardierung heißt es, dass "schwerer Schaden im Umkreis des Eisenbahn-Zentrums zu sehen" ist. Zudem, so heißt es weiter, erstrecken sich die Beschädigungen „von Nowawes bis zur nordwestlichen Nauener Vorstadt[.] Im Eisenbahn-Zentrum ist das Halbrund-Haus des Lokomotiv-Depots ausgebrannt, und alle anderen wichtigen Einrichtungen sind beschädigt, einige schwer. Die Arado-Flugzeugwerke G.m.b.H. östlich des Eisenbahn-Zentrums und ein Depot in Richtung Süd sind auch getroffen[.] Zwischen dem Eisenbahn-Zentrum und der Charlottenstraße gibt es verschiedene Gebiete der Verwüstung, in denen die Mehrzahl der Gebäude zerstört oder ausgebrannt ist".

Bis auf das Stadtschloss bleiben die anderen Schlösser und Gebäude in den Parks von den Bomben verschont. Jedoch werden die Garnisonkirche, der Lange Stall und das ganze Ensemble am Alten Markt, wie der Palast Barberini oder das Alte Rathaus, beschädigt und getroffen. Lediglich die Nikolaikirche kommt in dieser Nacht relativ unbeschadet davon.

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

Zur Bildergalerie

Insgesamt werden in dieser Nacht über 1500 Menschen in Potsdam direktes Opfer des Luftangriffs.

Opfer des Bombenangriffs auf dem Neuen Friedhof in der Heinrich-Mann-Allee.

Quellen

  • Hans-Werner Mihan: Die Nacht von Potsdam – Der Luftangriff britischer Bomber vom 14. April 1945. Dokumentation und Erlebnisberichte, 1997. Kurt Vowinckel-Verlag.
  • Kurt Baller, Marlies Reinholz: Potsdam im Zweiten Weltkrieg. Eine Chronik, 2010. docupoint Verlag.
  • Jörg Friedrich: Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940 – 1945, 2002. Propylän Verlag.
  • Roland Thimme: Rote Fahnen über Potsdam 1933 – 1989. Lebenswege und Tagebücher, 2007. Hentrich & Hentrich.
  • Roland Thimme: Schwarzmondnacht: Authentische Tagebücher berichten (1933-1953. Hentrich & Hentrich
  • Gisela Heller: Potsdamer Geschichten, Verlag der Nation, Berlin,1984.
  • Robert Rudolf: Im Nachbarkeller verbrannten Frauen, MAZ vom 14.04.2005.
  • Almuth Püschel, Drama am Havelufer, MAZ vom 14.04.2011.
  • Rainer Plagemann: 'Kanalkinder' erinnern sich, MAZ vom 15.09.2001.
  • KD: 'Angriff war Kriegsverbrechen', MAZ vom 15.04.2002.
  • Claudia Krause: Luisenhaus schließt nach 118 Jahren, MAZ vom 14.03.2002.
  • Hitlers letzte Hoffnung, MAZ vom 10.05.20003.
  • GB: Leuchtbomben vom Wind verweht, MAZ vom 12.04.2003.
  • Rainer Schüler: "Zuflucht im Weinberg von Sanssouci", MAZ vom 30.01.2012.
  • Igor Göldner: Ihre Haustür war das Fortunaportal, MAZ vom 17.01.2014.
  • Ulrich Völklein: Die Weizäckers. Macht und Moral einer deutschen Familie. 2004, Droemer Verlag.
  • Frank Fabian, Hrsg: Aber der Wagen der rollt... Potsdamer erinnern sich. 1995, Stapp Verlag.
  • www.winstonchurchill.org
  • www.bomber-command.de
  • www.dhm.de
  • www.maz-online.de
  • www.politische-bildung-brandenburg.de
Voriger Artikel
Mehr aus Die Nacht von Potsdam
Potsdams Innenstadt - vor und nach dem Krieg

Der 14. April 1945 ist ein sonniger, warmer Frühlingstag – ein Sonnabend.  Um 22:15 Uhr ertönen die Sirenen, Bomben fallen auf Potsdam und wenig später marschiert die russische Armee in Potsdam ein. Das Stadtbild ist ein anderes geworden.

Das Protokoll zum Luftangriff: www.maz-online.de/Nacht-von-Potsdam

Bombenentschärfungen in Potsdam

Immer wieder werden in Potsdam Blindgänger aus dieser Zeit gefunden. Seit der Wende wurden laut Angaben der Stadtverwaltung über 150 Blindgänger in der Landeshauptstadt unschädlich gemacht.

Blindgänger
Blindgänger in Potsdam entschärft
Der Sperrkreis

Nummer 181, 182 und 183 sind Geschichte: Sprengmeister Mike Schwitzke hat am Donnerstag im Potsdamer Forst-Süd insgesamt zwei 250-Kilogramm-Bomben sowie einen kleineren Blindgänger unschädlich gemacht.

  • Kommentare
mehr
Weltkriegsbomben in Potsdam gefunden
Mike Schwitzke sprengt und entschärft am Donnerstag wieder in Potsdam.

Sprengmeister Mike Schwitzke ist am Donnerstag in der Landeshauptstadt Potsdam gefragt – auf ihn warten drei Weltkriegsbomben. Für die Entschärfung müssen laut Stadt keine großen Straßen gesperrt oder evakuiert werden. Betroffen ist allerdings der Falkenhof.

  • Kommentare
mehr
Sperrkreis aufgehoben

Der Kampfmittelräumdienst hat im Potsdamer Wildpark fünf Weltkriegs-Bomben entschärft. Der Sperrkreis wurde aufgehoben, der Zugverkehr kommt in Kürze wieder ins Rollen. Für zwei Sprengmeister war der Tag besonders aufregend.

  • Kommentare
mehr
Mehrere Blindgänger im Wildpark
Bombenentschärfung am 21. Dezember 2016 in Potsdam.

Sprengmeister Mike Schwitzke und sein Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes des Landes Brandenburgs müssen am kommenden Mittwoch in Potsdam mehrere Fliegerbomben und mehr als ein Dutzend Granaten unschädlich machen. Gefunden wurden die Blindgänger im Wildpark.

mehr
Blindgänger bei Potsdam gesprengt
Sprengmeister Mike Schwitzke am Krater.

Nicht zum ersten Mal wurde eine Weltkriegsbombe im Sacrow-Paretzer-Kanal gefunden. Doch der Fund am Montag hatte es in sich: Für die Sprengung musste auf einem Acker ein tiefes Loch gegraben werden. Die Anwohner waren darüber wenig erfreut. Das wird ein Nachspiel haben.

mehr
Blindgänger im Sacrow-Paretzer-Kanal
Bombenfund im Sacrow-Paretzer-Kanal. Die Bombe liegt abgedeckt in der Baggerschaufel.

Vor den Toren des Potsdamer Ortsteils Uetz ist im Sacrow-Paretzer-Kanal Montagmorgen eine Bombe entdeckt worden. Sie musste kontrolliert gesprengt werden. Die A10 zwischen Leest und Potsdam-Nord war voll gesperrt. Um kurz nach 15:30 Uhr gab es Entwarnung. Die A10 war wieder frei. Zurück blieb ein riesiger Krater.

mehr
Bombensprengung in Potsdam
Roland Sponholz (links) und Jörg Seeger gehören zum Team von Mike Schwitzke.

Sprengmeister Mike Schwitzke ist in Potsdam bekannt wie ein bunter Hund. Kein Wunder, ist er doch schließlich der Mann, der regelmäßig Bomben in der Landeshauptstadt entschärft. Doch wer sind die Männer hinter ihm? Wir stellen sein Team vor, dass für einen reibungslosen Ablauf bei den Bombenentschärfungen sorgt.

mehr
Luftangriff am 14. April 1945
Am 14. April 1945 war Potsdam das Ziel eines alliierten Fliegerangriffs.

Am 14. April 1945 ist der Tag des Untergangs des alten Potsdams: Britische Bomber legen an diesem Tag einen Großteil der historischen Innenstadt in Schutt und Asche. Als Orientierung für die Piloten wurde während des Angriffs das Zielgebiet optisch markiert – doch viele Bomben verfehlten die Zone. Unter anderem die, die am Donnerstag entschärft werden muss.

mehr
250 Kilogramm schwerer Sprengkörper
Am Donnerstag wird in Potsdam ein großer Sperrkreis eingerichtet.

Auf viele Potsdamer kommt am Donnerstag eine Bombenentschärfung zu. In Babelsberg ist am Dienstag eine 250 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der Sperrkreis betrifft mehr als 3000 Menschen, außerdem wird die Humboldtbrücke gesperrt. Die Entschärfung nimmt ein alter Bekannter vor.

mehr
Bombensprengung im Potsdamer Forst
cbff5878-c1b1-11e4-9cb1-a75ac20b0f9b.jpg

Die drei Bomben aus dem letzten Weltkrieg, die in diesen Tagen in einem Potsdamer Waldstück gefunden wurden, sind von Sprengmeister Mike Schwitzke erfolgreich unschädlich gemacht worden. Zwei Blindgänger konnten entschäft werden, der dritte musste gesprengt werden.

  • Kommentare
mehr
Sperrkreis wird ab 8 Uhr gezogen

Am Donnerstag ist in Potsdam wieder Mike-Schwitzke-Tag. Der Sprengmeister vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg wird am Morgen drei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg unschädlich machen. Bahnreisende müssen sich auf eine Umleitung einstellen.

mehr
Blindgänger im Waldgebiet
594ed9be-c1ae-11e4-9cb1-a75ac20b0f9b.jpg

Drei 250 Kilogramm schwere Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg sind im Forst Potsdam zwischen der Michendorfer Chaussee sowie den Gemeinden Nuthetal und Michendorf gefunden worden. Am Donnerstag werden die Bomben entschärft. Der Autoverkehr und Anwohner sind dadurch nicht gefährdet, nur Spaziergänger müssen sich eine alternative Route überlegen.

mehr
1 3 4 5
Interview
Widersprüchliche Stadtentwicklung nach dem Krieg
Bei dem Bombenangriff wurden große Teile Potsdams zerstört.

Der Bombenangriff vom 14. April 1945 ist eines der dunkelsten Kapitel der Potsdamer Stadtgeschichte. Im Interview spricht Historiker Thomas Wernicke über die Stadtentwicklung nach dem Krieg. Auf MAZonline kommen am Dienstag ab 13 Uhr Zeitzeugen zu Wort, und im Ticker lesen Sie die Ereignisse der Nacht von Potsdam in Echtzeit.

  • Kommentare
mehr
Zeitzeugin
Anneliese Sotschek erinnert sich an den 14.04.1945

Potsdamer schildern ihre Erlebnisse beim britischen Luftangriff vom 14. April 1945 und in den Tagen danach. Anneliese Sotschek erinnert sich noch gut an den Angriff - und an den Großvater, der lieber ins Bett als in den Luftschutzkeller ging.

  • Kommentare
mehr
Alliierte Flugblätter
Horst Goltz sammelt Flugblätter der Alliierten

Horst Goltz hat ungewöhnliche Sammelleidenschaft. Der heute 83-Jährige sammelte Flugblätter der Alliierten und begann damit im Zweiten Weltkrieg, als der Besitz von "Feindpropaganda" lebensgefährlich war.

mehr
Zeitzeuge
Gerhard Burr erinnert sich an den 14.04.1945

Potsdamer schildern ihre Erlebnisse beim britischen Luftangriff vom 14. April 1945 und in den Tagen danach. Gerhard Burr wurde in einem Lazarett auf Hermannswerder versorgt, als die Bomber kamen.

  • Kommentare
mehr



Zeitzeuge
Horst Wedell erinnert sich an den 14.04.1945

Potsdamer schildern ihre Erlebnisse beim britischen Luftangriff vom 14. April 1945 und in den Tagen danach. Horst Wedell war in dieser Nacht mit seiner Familie nur von einem Unterstand aus Balken geschützt, den sein Vater errichtet hatte.

  • Kommentare
mehr
Zeitzeuge
Martin Petrzak erinnert sich an den 14.04.1945

Potsdamer schildern ihre Erlebnisse beim britischen Luftangriff vom 14. April 1945 und in den Tagen danach. Martin Petrzak hat am Brauhausberg gelebt als die Bomben fielen. Den Bunker haben sie im alelrletzten Moment erreicht.

  • Kommentare
mehr
Zeitzeugin
Anneliese Boick erinnert sich an den 14.04.1945

Potsdamer schildern ihre Erlebnisse beim britischen Luftangriff vom 14. April 1945 und in den Tagen danach. Anneliese Boick wurde verschüttet und übrlebte nur, weil ihr Vater schnell reagierte.

  • Kommentare
mehr
Zeitzeugin
Renate Jungmann erinnert sich an den 14.04.1945

Potsdamer schildern ihre Erlebnisse beim britischen Luftangriff vom 14. April 1945 und in den Tagen danach. Renate Jungmann hatte Glück, sie wurde vorgewarnt.

  • Kommentare
mehr
Teure Blindgänger
Länder fordern Kostenbeteiligung
In Brandenburg werden immer wieder Bomben gefunden.

In Brandenburg werden immer wieder Weltkriegsbomben gefunden. Sie zu entschärfen ist teuer. Das Bundesland fordert daher Unterstützung vom Bund. Nun kommt Bewegung in die Sache, davon könnte Brandenburg profitieren.

  • Kommentare
mehr