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Blindgänger in Potsdam Ganz Potsdam ist lahmgelegt
Lokales Potsdam Blindgänger in Potsdam Ganz Potsdam ist lahmgelegt
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07:32 07.01.2015
Auch am Mittwoch werden die "Hütchenspieler" jede Menge zu tun haben. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Unregierbar? Unlogierbar? Unbelehrbar? – Nicht nur der Bahnhof, auch der Landtag, die Staatskanzlei und diverse Ministerien, das Hotel "Mercure" und drei Schulen liegen im Sperrkreis. Die Landesregierung teilt mit, dass sie am Mittwoch "nur bedingt" erreichbar“ ist. Die 88 Landtagsabgeordneten sollten ohnehin in ihren Wahlkreisen sein. Die übrigen rund 310 Mitarbeiter von Landtag und Rechnungshof haben die Anordnung, Heimarbeit zu leisten.

Bereits bei der Bombenentschärfung Anfang Oktober 2014 stellte sich die Frage: Wer regiert uns eigentlich? Die Koordinatorin vom Potsdamer Ordnungsamt wusste die Antwort:

Da haben es die Mitarbeiter des "Mercure" besser – die meisten haben am Mittwoch frei und können ausschlafen. Für die Gäste heißt es indes: früh raus aus den Federn. Um 7.30 Uhr sollen alle Zimmer leer sein, um 8 Uhr schließt der Hoteldirektor ab. Hungern müssen die Gäste übrigens nicht – ab 5.30 Uhr gibt’s Frühstück, für Spätaufsteher außerdem Lunchpakete.

Schwimmen fällt am Vormittag ins Wasser. Das Bad am Brauhausberg eröffnet erst, wenn der Sperrkreis fällt. Am Hauptbahnhof sieht man der Bombenentschärfung gelassener entgegen als beim letzten Mal: "Viele Geschäfte werden erst gar nicht öffnen – es wird also einfacher sein, den Bahnhof zu evakuieren", sagt Centermanagerin Jana Strohbach. Nur vereinzelt werden Läden, etwa "Kaufland", für die kurze Zeit vor der Evakuierung öffnen.

Eine am Donnerstag, 18. Dezember 2014, am Potsdamer Hauptbahnhof entdeckte Fliegerbombe ist noch am gleichen Tag unschädlich gemacht worden. 10.000 Menschen mussten raus aus dem Sperrkreis, ab Mittag fuhr kein Zug mehr, zentrale Straßen waren gesperrt. Die Innenstadt war damit lahmgelegt.

Auch die Grundschule am Humboldtring hat schon alle Vorbereitungen für die Evakuierung getroffen, wie die stellvertretende Schulleiterin Sandra Harnoss berichtet. Von der Räumung betroffen sind insgesamt 18 Lehrer und 214 Schüler. Die Sechs- bis Zwölfjährigen werden im Notquartier im Treffpunkt Freizeit von Lehrern und Hortnern betreut, bis der Sperrkreis aufgehoben wird oder die Eltern von der Arbeit zurück sind. Um die Kinder zu beschäftigen, bringen die Lehrer verschiedene Spiele mit – der Unterricht sowie alle Kursangebote der Ganztagsschule am Nachmittag fallen aus. Die Schulmensa liegt indes nicht im Sperrkreis und ist so auch nicht von der Evakuierung betroffen. Kinder, die fürs Mittagessen angemeldet sind, können also wie gewohnt essen gehen.

akm, jos, nf

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