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Kaninchenstall verhinderte Bombenfund

Gelände in Potsdam wurde nicht komplett abgesucht Kaninchenstall verhinderte Bombenfund

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte mithilfe von alliierten Luftbildern ein Grundstück in Potsdam-Süd nach Blindgängern abgesucht und nach Beendigung der Maßnahme die Freigabe für Bauarbeiten erteilt. Eine Stelle hatte man aber nicht untersucht: den Boden unter einem Kaninchenstall – eine lebensgefährliche Fehlentscheidung.

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Aufnahme eines alliierten Flugzeuges Zeit die Bombentrichter - auch in der Nähe MAZ.

Quelle: Archiv

Teltower Vorstadt . Das Gelände, auf dem am Montagnachmittag bei archäologischen Arbeiten im Nuthewinkel eine 250-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, von einem Bagger unbemerkt bewegt und in der Nacht dann entschärft wurde, ist nicht komplett abgesucht worden. Das bestätigten der staatliche Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) des Landes und die Berliner Firma Archäologische Ausgrabungen und Baubetreuung (AAB), die derzeit die Ausgrabungen durchführt.

Laut KMBD wurden alle auf alliierten Luftbildern von 1945 erkennbaren Vermutungspunkte und Bombentrichter sowie Verdachtsflächen untersucht. Die Absuchung des Baugeländes nach Kriegsmunition wurde vor einigen Jahren durch den Projektentwickler NCC selbst in Auftrag gegeben. AAB-Informationen zufolge stand damals aber auf der jetzigen Bombenfundstelle ein massiver Kaninchenstall, der nicht zu Suchzwecken abgerissen wurde. Die AAB arbeitet weiter auf dem Areal im Vertrauen darauf, dass die jetzt entdeckte Bombe tatsächlich ein Ausnahme- und Zufallsfund ist, wie der KMBD versichert.

Eine Sprecherin der Behörde erklärte gegenüber der MAZ, man habe keine Hinweise darauf gehabt, dass auf der Fundfläche ein Kampfmittel zu vermuten war. Wegen der durch den Bombenfund entstandenen neuen Situation werde der KMBD ein Unternehmen aus dem Bereich der Kampfmittelräumung beauftragen, die Baumaßnahme zu beaufsichtigen. Es werde geprüft, ob weitere Maßnahmen der Kampfmittelabsuche erforderlich sind. Dazu müsse man den Fundort gründlich  analysieren. Man erwäge den Einsatz weiterer, angemessener technischer Möglichkeiten der Absuche.   

Von Rainer Schüler

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