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Die Bombe in Potsdam ist entschärft

Liveticker und Videos zur Bombenentschärfung in Potsdam Die Bombe in Potsdam ist entschärft

Die Bombe in Potsdam ist unschädlich gemacht! Der Knall, der um 11.36 Uhr durch die Sprengung des Zünders entstand, war weithin zu hören. Seit 8 Uhr waren weite Teile der Innenstadt abgeriegelt, 9700 Menschen waren betroffen. Das Bomben-Geschehen im Liveticker und ein Video-Interview mit Sprengmeister Mike Schwitzke.

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Sprengmeister Mike Schwitzke kurz vor der Bombenentschärfung am Mittwoch in Potsdam.

Quelle: Friedrich Bungert

In der Potsdamer Innenstadt ist am Mittwoch, 7. Januar 2015, eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ohne Probleme entschärft worden. Das teilte die Stadtverwaltung am Mittag mit. Der 250 Kilogramm schwere Blindgänger amerikanischer Herkunft war am Montag am Potsdamer Hauptbahnhof gefunden worden. Während der Entschärfung mussten 9700 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Auch drei Pflegeheime, Schulen, der Landtag und die Landesregierung waren betroffen. Der Zugverkehr war unterbrochen. Um 11.41 Uhr wurde der Sperrkreis aufgehoben.

+++ 16.23 Uhr +++

Weite Teile der Brandenburger Landesregierung lagen innerhalb des 1,6 Kilometer großen Sperrkreises am Potsdamer Hauptbahnhof und waren daher lahmgelegt. Betroffen waren der Campus der Staatskanzlei mit den Ministerien der Finanzen, Justiz, Wirtschaft sowie Bildung. Das Innenministerium anscheinend nicht, denn soeben reichte das Ministerium den "besonderen Dank" des Innenministern Karl-Heinz Schröter an den Sprengmeister und sein Team nach.

+++ 14.20 Uhr +++

Unser Videoreporter André Bauer hat Sprengmeister Mike Schwitzke unter anderem gefragt, ob er Angst hatte und was passiert wäre, wenn die Bombe hochgegangen wäre. Mike Schwitzke im Interview:

+++ 13:40 Uhr +++

Der Potsdamer Held des Tages: Sprengmeister Mike Schwitzke nach getaner Arbeit mit seinen "Souvenirs". (Foto: Ronny Budweth)

Viele weitere Fotos in der Bildergalerie >

+++ 12:10 Uhr +++

Laut Stadtverwaltung war es die 159. Weltkriegsbombe, die seit 1990 in Potsdam unschädlich gemacht wurde. Die größte Bombe wog 1800 Kilogramm und war nahe des Bahnhofs Pirschheide gefunden worden, am 3. Februar 1996 wurde sie entschärft. (Foto: Ronny Budweth)

+++ 12.08 Uhr +++

Gute Nachricht von der S-Bahn:

+++ 12:03 Uhr +++

Unser OB Jann Jakobs ist glücklich und dankt allen: "Mein Dank gilt Sprengmeister Mike Schwitzke und seinem Team vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes für ihren Einsatz. Ich danke aber auch den Potsdamerinnen und Potsdamern für ihre Geduld. Mein besonderer Dank gilt den Anwohnerinnen und Anwohnern des Sperrkreises, die alle den betroffenen Bereich ohne Verzögerungen verlassen haben. So konnte der Sperrkreis sehr zügig evakuiert werden. Hoffen wir, dass uns diese Sperrungen in diesem Jahr nicht mehr allzu oft ereilen."

Kurz nach getaner Arbeit gab Mike Schwitzke im Beisein von Jann Jakobs (links) bereits seine ersten Interviews (Foto: Ronny Budweth):

Aber vorher gab's Geschenke für den Helden des Tages. Diesmal keine Blumen, sondern "Nervennahrung":

+++ 12.00 Uhr +++

Die Straßen sind wieder frei, Busse und Straßenbahnen beginnen wieder zu fahren. Erfahrungsgemäß dauert es jedoch noch einige Stunden, bis der S-Bahn-Verkehr und der Bahnverkehr wieder geregelt laufen.

+++ 11.41 Uhr +++

So schnell kann es gehen: Jetzt ist auch der Sperrkreis aufgehoben, wie die Stadt mitteilte.

Da es so schnell ging, hat offenbar alles geklappt wie geplant: Der Zünder wurde von der Bombe abgedreht, danach wurde der Zünder gesprengt. Der Knall war mindestens bis zur MAZ in der Friedrich-Engels-Straße zu hören.

Wir sind gespannt, was Sprengmeister Mike Schwitzke zu erzählen hat.

+++ 11.40 Uhr +++

Ja, die Bombe ist unschädlich gemacht - um 11.36 Uhr, wie die Stadtverwaltung mitteilt! Der Sperrkreis ist aber noch nicht aufgehoben!

+++ 11.37 Uhr +++

Es hat geknallt! War das schon die Sprengung des Zünders?

+++ 11.30 Uhr +++

So sieht die Potsdamer Innenstadt am Mittwochvormittag aus:

Bombenentschärfung am 7. Januar 2015 in Potsdam. Weite Teile der Innenstadt samt Hauptbahnhof Potsdam liegen im Sperrkreis.

Zur Bildergalerie

+++ 11:10 Uhr +++

Brigitte Pöhl (72), die die Zeit der Bombenentschärfung im Freiland verbringt, ist nicht langweilig: Sie vertreibt sich die Zeit mit der MAZ. (Foto: Bernd Gartenschläger)

+++ 10.57 Uhr +++

Das ging aber fix: Die Evakuierung ist abgeschlossen! Jetzt beginnt die Entschärfung der 250 kg schweren US-Fliegerbombe aus dem 2. Weltkrieg. Viel Glück, Mike Schwitzke!

Mehr als 9700 Menschen rund um den Potsdamer Hauptbahnhof mussten ihre Wohnungen verlassen. Drei Schulen, sechs Kindergärten, das Bildungsforum mit der Stadt- und Landesbibliothek und der Volkshochschule sowie die Schwimmhalle Am Brauhausberg und der Landtag bleiben mindestens bis zum Ende der Sperrungen geschlossen.

+++ 10.55 Uhr +++

Harmlos wirkt die Bombe unter der Plane, doch das trügt. Laut Mike Schwitzke ist der Sprengkörper in einem schlechteren Zustand als die Bombe vom 18. Dezember. Wenn sich der Zünder nicht abdrehen lässt und somit eine Entschärfung nicht möglich ist, tritt Plan B in Kraft. Dann würde die kontrollierte Sprengung vorbereitet, und alles würde sich verzögern.

+++ 10.40 Uhr +++

Voller Elan und Einsatzwillen: So kennen und lieben wir unseren Fotografen Bernd Gartenschläger :) (Foto: Ronny Budweth)

+++ 10.22 Uhr +++

Die Stadt hat durchgezählt: Insgesamt sind 625 Personen im Einsatz. 511 Leute schickt die Stadt selbst, davon 105 Feuerwehrleute. Zudem sind 77 Polizisten, 33 Mitarbeiter der Bundespolizei und Mitarbeiter von Wachschutz, Bahn AG und Verkehrsbetriebe wegen der Bombe unterwegs.

+++ 10.20 Uhr +++

Sobald alle sechs Evakuierungstrupps grünes Licht geben, kann Sprengmeister Mike Schwitzke loslegen.

+++ 10.09 Uhr ++

Der letzte Zug passiert den Hauptbahnhof Potsdam. Ab jetzt ist die Bahnstrecke gesperrt.

+++ 10.00 Uhr +++

Sprengmeister Mike Schwitzke macht sich auf den Weg zum Fundort. Toi toi toi!

Kurz zuvor erklärt er noch schnell, was er gleich zu tun hat - und was ist, wenn die Bombe nicht entschärft werden kann:

+++ 9.53 Uhr +++

Unglaublich, aber wahr: Ein Mann aus der Friedrich-Engels-Straße hätte die Evakuierung verschlafen, wenn ihn nicht Ordnungsamtsmitarbeiter aus dem Bett geklingelt hätten! Der Mann ist überhaupt nicht erfreut, dass er raus muss. "Wir haben doch überall informiert," sagt die Ordnungsamtsmitarbeiterin, "haben sie nicht in den Briefkasten geschaut?" Daraufhin der mürrische Mann: "Ich gucke nicht in den Briefkasten, das macht meine Freundin." Mit dem Fahrrad ist er dann aus dem Sperrkreis geradelt.

+++ 9.35 Uhr ++

Noch ein Häuserblock, dann ist der Bereich Friedrich-Engels-Straße kontrolliert, sagt Anke Maiwald vom Jugendamt. Danach helfen die Mitarbeiter wahrscheinlich beim Absperren. Es gibt bisher keine besonderen Vorkommnisse, alles läuft wie geschmiert. Es ist, als würde in Potsdam jeden Tag eine Bombe entschärft ;) (Foto: Anne-Kathrin Fischer)

+++ 9.30 Uhr +++

Die Stadt meldet, dass alle drei Pflegeheime im Sperrkreis evakuiert sind. Etwa 300 Transporte haben die Feuerwehren absolviert.

+++ 9.18 Uhr +++

Die S-Bahn denkt auch an die wenigen nicht-deutschsprachigen Touristen, die heute eventuell auf dem Weg nach Potsdam sind.

Eine automatisierte Ansage am S-Bahnhof Babelsberg weist darauf hin, wenn der jeweils nächste Zug „wegen Verzögerungen im Betriebsablauf heute leider entfallen“ müsse. „Wir bitten um Entschuldigung.“  Die Begründung „Bombenentschärfung“ gibt es bei den automatisierten Ansagen wohl nicht. Hin und wieder wird aber auch live gesprochen. Dann gibt es den Hinweis auf die Bombe. Die Pendler nehmen das vorzeitige Ende der-S-Bahnfahrt gelassen. Sie sind informiert, und Touristen sind kaum unterwegs an diesem Mittwochmorgen.

+++ 9.00 Uhr +++

Einsteigen bitte! Gehunfähige ältere Menschen wie im Pflegewohnstift City-Quartier am Hauptbahnhof konnten einen Transport anfordern. Ob tatsächlich alle rund 10.000 Menschen den Sperrkeis verlassen haben, wird noch kontrolliert. (Foto: Anne-Kathrin Fischer)

+++ 8.55 Uhr +++

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst bespricht in der Zentrale der Feuerwache den Einsatz. Auch heute wird Sprengmeister Mike Schwitzke die Bombe entschärfen und anschließend den Zünder sprengen.

+++ 8.40 Uhr +++

An jeder Tür wird jetzt geklingelt und geklopft. Einige Anwohner warten noch auf den Krankentransport. Die Mitarbeiter sind gut gelaunt bisher: "Schönen guten Tag, wir sind's mal wieder!" (Foto: Anne-Kathrin Fischer)

+++ 8.35 Uhr +++

Auf der Kreuzung am Filmmuseum fährt ein Auto. Die Polizistin: "Wo kommt der denn noch her?!"

+++ 8.25 Uhr +++

Ein Evakuierungstrupp in der Friedrich-Engels-Straße. (Foto: Anne-Kathrin Fischer)

+++ 8.21 Uhr +++

Mitarbeiter des Ordnungsamtes suchen die Trupps, die den Sperrkreis kontrollieren, auf und verteilen Regenponchos. "Wir hätten lieber Kaffee", scherzen die Mitarbeiter.

+++ 8.20 Uhr +++

Dieser MAZ-Stapel wandert gleich rüber zu unseren Nachbarn ins Freiland :) (Foto: Maria Kröhnke)

+++ 8.10 Uhr +++

Vor dem Rundgang durchs Zentrum Ost holen sich die Ordnungsamts-Mitarbeiter noch schnell was beim Bäcker, der nicht im Sperrkreis liegt. Eine ältere Frau lässt die Leute vor: "Ich hab doch Zeit. In meine Wohnung kann ich ja sowieso nicht." (Foto: Josephine Mühln)

+++ 8.05 Uhr +++

Heute ist richtig was los im Freiland in der Friedrich-Engels-Straße: Es ist eines der Ausweichquartiere. Freiland-Chef Dirk Harder erzählt, wie man sich auf die heutigen Besucher vorbereitet hat.

+++ 8.00 Uhr +++

Die Züge der Deutschen Bahn fahren ohne Halt durch den Hauptbahnhof Potsdam. Ab 9.45 Uhr wird der Zugverkehr komplett eingestellt.

+++ 7.50 Uhr +++

Sechs Trupps mit je 20 bis 30 Leuten machen sich auf den Weg, um die Leute aus ihren Wohnungen zu bitten. Laut Stadt-Pressesprecherin Christine Weber sollte die Evakuierung heute schneller vonstatten gehen, da man besser planen konnte.

+++ 7.40 Uhr +++

An der Zufahrt zum Wohngebiet gegenüber Lotte-Pulewka-Straße gibt es noch keine Absperrung. Immer mehr Lichter in den Wohnblöcken gehen aus, und die Parkplätze leeren sich.

+++ 7.30 Uhr +++

Der S-Bahn-Verkehr der Linie S 7 zwischen Babelsberg und Potsdam Hauptbahnhof ist bereits jetzt eingestellt. Zwischen Wannsee und Babelsberg verkehrt die Linie S 7 nur im 20-Minuten-Takt.

+++ 7.15 Uhr +++

Im Zentrum Ost ist alles ruhig. Bis 8 Uhr sollen die Menschen laut Evakuierungsplan den Sperrkreis selbständig verlassen haben. Von Polizei und Ordnungsamt ist noch nichts zu sehen.

+++ 6.00 Uhr +++

Eine Kollegin machte sich bereits um 6 Uhr mit der S7 auf den Weg Richtung Büro. Die S-Bahn hatte einige Minuten Verspätung, fuhr laut Anzeige Richtung „Selftest“ und beförderte müde Gestalten zur Arbeit. Also eigentlich alles wie immer. Sie fuhr sogar noch bis Hauptbahnhof durch. (Foto: Theresa Henning)

+++ 5.30 Uhr +++

Noch ist Betrieb am Hauptbahnhof Potsdam. Ab 8 Uhr hat aber alles dicht, der Bahnverkehr wird eingestellt. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass der Sperrkreis bis 14 Uhr bestehen bleibt. (Foto: Maria Kröhnke)

+++ 5.20 Uhr +++

Frühaufsteher sind heute klar im Vorteil, denn noch fahren alle Straßenbahnen und Busse. Ab 8 Uhr ist der Sperrkreis eingerichtet, dann sieht es anders aus. (Foto: Maria Kröhnke)

Von Josephine Mühln, Anne-Kathrin Fischer, MAZonline

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Mike Schwitzke im großen MAZ-Interview

Am Mittwoch wurde eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg neben dem Potsdamer Hauptbahnhof entschärft. Sprengmeister Mike Schwitzke war wie immer gelassen. Nach der Entschärfung sprach er mit der MAZ über Splitterflug, Ängste und das nächste Wiedersehen - vielleicht schon in gar nicht ferner Zukunft.

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