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Das müssen Sie am Mittwoch wissen

Alle Infos zur Bombenentschärfung Das müssen Sie am Mittwoch wissen

Ausnahmezustand am Mittwoch in Potsdam. Ab 8 Uhr wird rund um den Hauptbahnhof ein Sperrkreis gezogen. Während der Evakuierungsmaßnahmen und Bombenentschärfung gibt es kein Durchkommen. Aber: Wie komme ich in Potsdam von A nach B? Und wo sind die Ausweichquartiere? Wir haben Antworten auf die (meisten) Fragen.

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Ganz Potsdam ist lahmgelegt

Kein Zutritt!

Quelle: Friedrich Bungert

Potsdam. Nur drei Wochen nach dem Bombenfund auf der Baustelle der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) wurde dort ein weiterer Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt (→ " Weltkriegsbombe am Potsdamer Hbf").

Sprengmeister Mike Schwitzke vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes soll die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe US-amerikanischer Herkunft am Mittwochvormittag entschärfen (→ Liveticker).

Um 8 Uhr wird der Sperrkreis um den Fundort in der Babelsberger Straße geschlossen. Dieser misst wie zuletzt etwa 800 Meter. 

Wo liegt der Sperrkreis?

+++ Informationen zum ÖPNV und Autoverkehr +++

Wie fahren Busse und Straßenbahnen in Potsdam?

Ab 8 Uhr im Innenstadtbereich müssen die Linien Straßenbahn-Linien 91 ,  92 ,  93 ,  96 ,  98 und  99 sowie die Bus-Linien X5 ,  605 ,  606 ,  638 ,  690 ,  691 ,  694 und  695 am Mittwoch,  unterbrochen bzw. umgeleitet werden.

  • Straßenbahn
    • Bis zum Beginn der Entschärfung der Munition verkehren die Straßenbahnen 91, 92, 93, 96 und 98 planmäßig, jedoch werden die Haltestellen S Hauptbahnhof, Lange Brücke und Alter Markt/Landtag (jeweils in beiden Richtungen) nicht bedient.
    • Die Fahrten der Straßenbahn 99 (Fontanestr. ↔ Bisamkiez) verkehren planmäßig, jedoch werden ebenfalls die Haltestellen S Hauptbahnhof, Lange Brücke und Alter Markt/Landtag (jeweils in beiden Richtungen) nicht bedient.
    • Die Fahrten der Linie 99 (Fontanestr. ↔ S Hauptbahnhof) ab etwa 8:45 Uhr verkehren zwischen Fontanestr. und Platz der Einheit. Mit Beginn der Entschärfung der Munition wird das Schienennetz in zwei Abschnitte (Nord- und Südnetz) aufgeteilt.
    • Die Linien 4t 91, 92, 93, 96 und 99 verkehren wie folgt:
      • 91 (Nord) Bhf Pirschheide ↔ Platz der Einheit/West ↔ Glienicker Brücke
      • 92 (Nord) Kirschallee ↔ Platz der Einheit/West bzw. Platz der Einheit/Nord
      • 92 (Süd) Marie-Juchacz-Str. ↔ Magnus-Zeller-Platz ↔ Bhf Rehbrücke (im 10-Min.-Takt)
      • 93 (Nord) Glienicker Brücke ↔ Platz der Einheit/West ↔ Bhf Pirschheide
      • 96 (Nord) Viereckremise ↔ Platz der Einheit/West bzw. Platz der Einheit/Nord
      • 99 Fontanestr. ↔ Platz der Einheit/Nord
    • Das Südnetz (Marie-Juchacz-Str. ↔ Magnus-Zeller-Platz ↔ Bhf Rehbrücke) wird von der 92 im 10-Minuten-Takt bedient. Zur Umfahrung der Innenstadt nutzen die Fahrgäste bitte zwischen Platz der Einheit und Rathaus Babelsberg die Linien 94 und 99 und ab Rathaus Babelsberg die Busse 693 und 694 bis zur Haltestelle Magnus-Zeller-Platz.
    • Aus Richtung Süden nutzen die Fahrgäste bitte zwischen Magnus-Zeller-Platz und Rathaus Babelsberg die Busse 693 und 694 sowie zwischen Rathaus Babelsberg und Platz der Einheit die Linien 4t 94 und 99.
  • Busse
    • Die Busse X5 ,  605 ,  638 und  695 verkehren aus Richtung Norden kommend nur bis Platz der Einheit/ West.
    • Die Linie 606 verkehrt ab der Haltestelle Luisenplatz-Süd/Park Sanssouci in beiden Richtungen über Charlottenstraße und Fr.-Ebert-Straße zum Platz der Einheit/West. Die Haltestellen Naturkundemuseum und Schloßstr. werden nicht bedient.
    • Die Linie 690 verkehrt nur zwischen Rathaus Babelsberg und Johannes-Kepler-Platz.
    • Die Linie 691 verkehrt ab 8 Uhr nicht.
    • Die Linie 694 verkehrt zwischen den Haltestellen Rathaus Babelsberg und Templiner Eck in beiden Richtungen über Karl-Liebknecht-Straße, Großbeerenstraße, Horstweg, An der Alten Zauche, Heinrich-Mann-Allee, Brauhausberg, Templiner Straße. Zusätzlich werden die Haltestellen entlang der Umleitungsstrecke
    • bedient.

Das Kundenzentrum Hauptbahnhof bleibt geschlossen.

» Download: Änderungen im ÖPNV wegen Munitionsbergung Innenstadtbereich

Was ist mit der S-Bahn und den Regionalzügen nach Berlin?

Bereits am Montagabend wurden Zugreisende am Potsdamer Hauptbahnhof über die Bombenentschärfung via Laufband informiert.

Die Bahn informierte, dass es am Mittwoch zu Einschränkungen im Bahnverkehr kommt:

Von 8 Uhr bis ca. 9.45 Uhr fahren die Züge ohne Halt in Potsdam Hbf durch. Letzte planmäßig in Potsdam Hbf haltende Züge sind RB 18245 und 18656.
 
Von ca. 9.45 Uhr bis ca. 14 Uhr fallen die Züge zwischen Potsdam Park Sanssouci und Griebnitzsee aus. Betroffene Züge: RB 18249, RB 28809 (18661), RB 18251, RB 28811 (18663), RB 18253, RB 28813 (18665), RB 18255, RB 28815 (18667), RB 18257, RB 18250, RB 18662 (28814), RB 18252, RB 18664 (28816), RB 18254, RB 18666 (28818), RB 18256, RB 18668 (28820), RB 18258.

Auf der Homepage der Berliner S-Bahn heißt es: "Der Zugverkehr der Linie S 7 ab ca. 7:30 Uhr wird zwischen Babelsberg und Potsdam Hauptbahnhof eingestellt. Letzte durchfahrende Züge: Ahrensfelde ab 6:20 Uhr > Wannsee ab 7:22 Uhr > Potsdam Hbf an 7:35 Uhr, Potsdam Hbf ab 7:50 Uhr > Ahrensfelde an 9:04 Uhr.

Zwischen Wannsee und Babelsberg verkehrt die Linie S 7 nur im 20-Minuten Takt, zu folgenden Zeiten: Wannsee ab 12, 32, 52 > Babelsberg an 20, 40, 00 Babelsberg ab 03, 23, 43 > Wannsee an 11, 31, 51 (weiter in Richtung Ahrensfelde)Zwischen Babelsberg und der Potsdamer Innenstadt weichen Sie bitte auf die Straßenbahnlinien 94 und 99 aus."

Wie komme ich als Autofahrer nach Potsdam?

Autofahrer werden gebeten, das Gebiet weiträumig zu umfahren. Die Nuthestraße und Humboldtbrücke sind befahrbar. Die Heinrich-Mann-Allee ist ab Am Brauhausberg gesperrt, das Abbiegen in die Straße Am Brauhausberg ist möglich.

Die Leipziger Straße ist ab in Höhe Speicherstadt gesperrt. In der Innenstadt sind die Breite Straße sowie die Friedrich-Ebert-Straße ab Yorckstraße bis zum Sperrkreis nur für Anlieger befahrbar.

Info für die Kollegen: Wie komme ich zur MAZ?

Bei der Redaktionssitzung am Dienstag: "Planen wir denn morgen auch? Wie komme ich denn am Mittwoch zur MAZ?". Ja, wir arbeiten und planen auch am Mittwoch ;-).

Wie bereits am Montag ein aufmerksamer Kollege schrieb: "Die Bahnen aus Berlin enden in Potsdam-Babelsberg" - aber von da ist es nun wirklich ein Katzensprung in die Redaktion. Und auch an die Mitarbeiter, die mit dem Auto anreisen wurde gedacht: "Anreise mit dem Auto (→ siehe " Sperrkreis") von Potsdam Nord nur über die Humboldtbrücke". Also: Bis Dienstag, Kollegen! ;-)

Was müssen Gäste des Mercure-Hotels beachten?

Für die Gäste des Mercure Hotels herißt es am Mittwochmorgen: früh raus aus den Federn. Um 7.30 Uhr sollen alle Hotelgäste ihre Zimmer verlassen haben, um 8 Uhr wird das Gebäude durch den Hoteldirektor Marco Wesolowski verschlossen. Hungern mussten die Gäste jedoch nicht - es gab schon ab 5.30 Uhr ein vorgezogenes Frühstück. Und für jene Menschen, die ihr Frühstück lieber später verspeisen, gab es ein Lunchpaket.

Wer regiert uns am Mittwoch?

Wegen der Bombenentschärfung sind auch weite Teile der Brandenburger Landesregierung lahmgelegt. Der Campus der Staatskanzlei mit den Ministerien der Finanzen, Justiz, Wirtschaft sowie Bildung liegt innerhalb des 1,6 Kilometer großen Sperrkreises am Potsdamer Hauptbahnhof. Die Mitarbeiter können deshalb nicht in ihre Büros. Sie sollen möglichst von zu Hause aus arbeiten.

Auch der Landtag liegt innerhalb der Sperrzone. Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Brandenburger Landtag hatte für Mittwochmorgen 10 Uhr  im Landtag ein Pressegespräch zu ihrer aktuellen Fraktionsklausur in Lenzen eingeladen. Die Bombenentschärfung macht diesem Treffen nun einen Strich durch die Rechnung. Das Gespräch findet nun in der Hessischen Landesvertretung in Berlin und eine Stunde später statt.

Die eigentlich vorgesehene Sitzung des Wissenschaftsausschusses wurde um eine Woche auf den 14. Januar verschoben, teilte die Landtagsverwaltung am Dienstag mit.

Bereits Anfang Oktober 2014 (→ " Potsdam ist wieder ein Stück sicherer") stellte sich die Frage: Wer regiert uns heute eigentlich. Die Koordinatorin vom Potsdamer Ordnungsamt wusste die Antwort:

Wie lange dauert die Bombenentschärfung?

Vor allem über Facebook wurde uns wiederholt die Frage nach der Dauer der Evakuierungs- und Entschärfungsmaßnahmen gestellt. Das kann jedoch niemand konkret beantworten.

Die auf dem Laufband im Hauptbahnhof verkündete Dauer mutet jedoch realistisch an. Blickt man allein auf die beiden zurückliegenden Entschärfungen zurück, so liegt man bei der Bahn mit den angenommen sechs Stunden vermutlich nicht ganz verkehrt.

Kurz vor Weihnachten 2014 herrschte rund um denHauptbahnhof eben diese rund sechs Stunden Ausnahmezustand (→ " Bombe in Potsdam unschädlich gemacht").

Etwas schneller ging es Anfang Oktober 2014 am Telegrafenberg zu. Auch dort begannen die Evakuierungsmaßnahmen gegen 8 Uhr (→ " Die Bombe in Potsdam ist entschärft"). Rund zweieinhalb Stunden später war der Sperrkreis geschlossen und bereits um 11:20 Uhr gab es Entwarnung.

Wo komme ich während der Bombenentschärfung unter?

Als Aufenthaltsorte während der Evakuierung und Entschärfung stehen folgende Einrichtungen zur Verfügung:

  • das Freiland Potsdam in der Friedrich-Engels-Straße 22,
  • der Treffpunkt Freizeit in der Straße Am Neuen Garten 64,
  • die Comenius-Schule am Brauhausberg 10 sowie
  • die Sporthalle der Förderschule am Schlaatz, Bisamkiez 107-110,

Nicht gehfähige Personen und Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte am Dienstag ab 8 Uhr bei der Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um einen Transport für Mittwoch zu bestellen.

Mehr als 500 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sind im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern.

Telefon: Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis unter der Nummer (0331) 289 1666.

Wieso liegen auf der Baustelle am Hauptbahnhof überhaupt noch Blindgänger?

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte Potsdam den schlimmsten Bombenangriff: in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945. Ziel war vor allem der Potsdamer Bahnhof. 1752 Tonnen Bomben wurden in dieser Nacht von 512 britischen Fliegern innerhalb von nur 30 Minuten über der Stadt abgeworfen.

Experten schätzen eine Blindgängerquote der von alliierten Flugzeugen abgeworfenen Bomben zwischen zehn und zwanzig Prozent.

Auf dem munitionsverseuchten Areal gegenüber dem Hauptbahnhof in Potsdam soll nun ein Neubau der ILB entstehen. Daher wird das Areal in Rastern und bis zu einer Tiefe von acht Metern nach Blindgängern abgesucht. Zum Glück. Nicht auszudenken, wenn man sich allein auf die Abwurffotos der britischen Royal Air Force verlassen würde.

Luftaufnahme der Royal Air Force von dem zersörten Stadtschloss nach der Bombardierung in der Nacht zum 15. April 1945.

Quelle: Potsdam Museum

Die Bilder zeigen das Gelände nach dem schweren Bombardement des 14. April 1945. Detailliert sind die Explosionskrater und die Aufschlagstellen nicht detonierter Bomben zu sehen - nur war auch diese Bombe an dieser Stellen nicht zu finden.

Bereits die am 18. Dezember 2014 am Hauptbahnhof gefundene Bombe hätte dort nicht sein dürfen. Wie Matthias Haensch als Sprecher der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) der MAZ im vergangen Jahr sagte, lag der Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg in einer "Auffüllschicht" von ein bis vier Metern Dicke, mit der das zerklüftete Gelände an der Neuen Fahrt nach dem Krieg nivelliert wurde.

Hinter diesen Hügeln liegt der Blindgänger - am Mittwoch, 7. Januar 2015, soll er entschärft werden.

Quelle: Friedrich Bungert

Man kippte hier riesige Mengen Schutt (→ " Die Bombe lag am falschen Platz") aus dem zerstörten Potsdam ab, offenbar auch unbemerkt diese Fliegerbombe.

Wie lief die Bombensuche ab?

Tiefensondierung: "In einem Raster von 1,50 mal 1,30 Meter wurde sieben Metern ins Erdreich gebohrt, um auszuschließen, dass sich noch Bomben in der Tiefe verstecken", so Sprengmeister Mike Schwitzke.

(→ siehe auch: " So lief die Bomben-Suche am Hauptbahnhof")

Ist noch mit mehr Bomben zu rechnen?

Der Sprengmeister ist sich sicher, dass die beiden ILB-Blindgänger bei dem britischen Luftangriff am 14. April 1945 abgeworfen wurden. Beide sind jedoch US-amerikanischer Herkunft. Wie das? Die Erklärung ist einfach. Sprengmeister Mike Schwitzke macht zudem eine alte Zugladung Sorgen.

Mike Schwitzke wird nicht müde, vor den Gefahren zu warnen. Bereits im September 2013 warnte er vor weiteren Blindgängern in der Landeshauptstadt:

MAZonline

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Potsdam bekam zwei Tage vom Sprengmeister geschenkt

Kurz vor Weihnachten 2014 musste es schnell gehen: Ein Baggerfahrer hatte einen Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg bewegt. Sprengmeister Mike Schwitzke musste mehr oder weniger sofort ran. Bei der aktuellen Bombe sieht es etwas anders aus und Mike Schwitzke hatte Zeit, um uns die Such-Methodik zu erklären.

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Immer wieder werden in Potsdam Blindgänger aus dieser Zeit gefunden. Seit der Wende wurden laut Angaben der Stadtverwaltung über 150 Blindgänger in der Landeshauptstadt unschädlich gemacht.