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Blindgänger in Potsdam Wieder ein Blindgänger in Potsdam gefunden
Lokales Potsdam Blindgänger in Potsdam Wieder ein Blindgänger in Potsdam gefunden
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16:37 11.09.2018
In der Landeshauptstadt Potsdam wird am Donnerstag, 13. September 2018, eine Weltkriegsbombe entschärft. Der Blindgänger wurde bei Bauarbeiten an der Heinrich-Mann-Allee gefunden.  Quelle: Stadt Potsdam
Teltower Vorstadt

Am Donnerstag, 13. September 2018, wird es in der Landeshauptstadt Potsdam zu einigen Einschränkungen kommen: Wieder wurde eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. „Aufgrund der Lage, des Fundortes und dem Zustand des Sprengkörpers haben sich der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes und die Landeshauptstadt auf Donnerstag, 13. September, als Tag der Entschärfung geeinigt“, teilte ein Stadtsprecher am Dienstag mit.

Der 250 Kilogramm schwere Blindgänger englischer Herkunft liegt auf dem Geländes des ehemaligen Tramdepots an der Heinrich-Mann-Allee in der Teltower Vorstadt. Laut Angaben der Stadt Potsdam handelt es sich bei dem aktuellen Blindgänger um Nummer 191 in Potsdam.

Erst vor rund sechs Wochen wurde an gleicher Stelle ebenfalls eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe gefunden und vom Kampfmittelbeseitigungsdienst unschädlich gemacht – trotz aller Widrigkeiten und Störungen. Am Ende wurde sie gesprengt.

Der Sperrkreis

Für die Entschärfung der Fliegerbombe wird, wie vor rund sechs Wochen, ein Sperrkreis rund um das Areal des ehemaligen Tramdepots an der Heinrich-Mann-Allee gezogen. In einem Umkreis von rund 800 Meter werden alle Häuser evakuiert. Rund 3000 Menschen müssen den Sperrkreis bis 8 Uhr verlassen.

Von der Munitionsbergung betroffen sind Teile der Teltower und der Templiner Vorstadt zwischen Friedrich-List-Straße, Nuthestraße, Horstweg und Albert-Einstein-Straße.

Rund um den Fundort wird es zu erheblichen Verkehrseinschränkungen kommen: Die Heinrich-Mann-Allee ist zwischen Brauhausberg und Horstweg gesperrt, die Friedrich-Engels-Straße zwischen Leipziger Dreieck und Nuthestraße. Autofahrer sollten das Gebiet weiträumig umfahren.

Die gute Nachricht: Sowohl der Hauptbahnhof als auch die Nuthestraße, Horstweg und Friedrich-List-Straße bleiben für den Fahrzeugverkehr geöffnet.

Pflegeheime und Staatskanzlei werden evakuiert

Wie bereits Anfang August müssen am Donnerstag auch die Staatskanzlei sowie die Ministerien (Bildungs,- Finanz- und Wirtschaftsministerium) und Landesämter und der Bundespolizeistandort am Standort Heinrich-Mann-Allee 103 evakuiert.

Ebenfalls geräumt werden zwei Pflegeheime, eine Einrichtung des betreuten Wohnens, die beiden Kindertagesstätten „Nuthewinkel“ und „Potsdam-Kids“, das Freiland, der Kletterpark – und die Märkische Allgemeine Zeitung.

Personen, die nicht selbstständig den Sperrkreis verlassen können, melden sich bitte frühzeitig bei der Potsdamer Feuerwehr unter (0331) 370 1216, um einen Transport für Donnerstag zu bestellen.

Etwa 300 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Berufsfeuerwehr, freiwilligen Feuerwehren, Bundespolizei und Polizei sind im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern

Während der Sperrung steht das Bürgerhaus Am Schlaatz, Schilfhof 28, als Aufenthaltsort für Betroffene zur Verfügung.

Straßenbahnen und Busse betroffen

Von den Sperrungen betroffen sind die Straßenbahnlinien 91, 92, 93, 96 und 98 ab Potsdam Hauptbahnhof in Richtung Süden sowie die Buslinien 690, X1, 601, 611, 619 und 750.

Ab 8 Uhr fahren diese Linien vom Hauptbahnhof ohne Halt durch bis zum nächsten Haltepunkt außerhalb des Sperrkreises. Die Bahnen fahren also ab 8 Uhr ohne Stopp zwischen Hauptbahnhof und Waldstraße/Horstweg.

Sobald der Sperrkreis abgesichert ist und der Sprengmeister mit der Entschärfung beginnt, wird der Verkehr auf den Linien komplett unterbrochen. Die Vollsperrungen gelten bis zur offiziellen Entwarnung

S-Bahn- und Regionalverkehr betroffen

Sowohl der Hauptbahnhof als auch der Bahnhof Babelsberg liegen außerhalb des Sperrkreises und sind frei zugänglich. Ein Teil der Gleisanlagen befindet sich jedoch im Sperrkreis, sodass während der Entschärfung zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Hauptbahnhof keine S-Bahnen und keine Regionalbahnen fahren.

Die S-Bahnen starten und enden während der Entschärfung am S-Bahnhof Babelsberg, der Regionalverkehr wird über Potsdam-Golm und Berlin-Spandau umgeleitet.

Ministerien betroffen

Die Mitarbeiter in den Ministerien und in der Staatskanzlei werden am Donnerstag vermutlich wieder Außentermine wahrnehmen oder Heimarbeit machen. So war es zumindest bei der letzten Entschärfung der Fall.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist übrigens nicht vor Ort – wie beim letzten Mal. Damals war er in Templin (Uckermark) unterwegs. Dieses Mal ist er noch weiter weg: Woidke befindet sich auf Auslandsreise in China.

Neue Wohnungen entstehen

Seit Monaten wird auf dem Areal zwischen Nuthewinkel, Kolonie Daheim und dem Alten Friedhof der Bau von 750 Wohnungen vorbereitet. Seit Monaten wird das Gelände systematisch nach Blindgängern abgesucht. Aus guten Grund. Das Gebiet war im Zweiten Weltkrieg gleich zwei Mal mehr oder weniger direktes Ziel alliierter Luftangriffe: Am 22. Juni 1944 sowie bei der großen Bombardierung Potsdams am 14. April 1945. Bei letzten Angriff wurden große Teile der historischen Innenstadt in Schutt und Asche gelegt – und viele Blindgänger liegen noch heute unter der Erde.

Das Gebiet wurde bei Großangriff auf Potsdam am 14. April 1945 mehrmals getroffen, wie das Luftbild vom 16.04.1945 zeigt. Auf dem Areal zwischen Heinrich-Mann-Allee und Kolonie Daheim sind mehrere Krater zu sehen. Quelle: Recherche und Beschaffung Kriegsluftbild: Luftbilddatenbank Dr. Carls GmbH.

„Die Nacht von Potsdam“

Am 14. April 1945 wurde Potsdam das Ziel eines alliierten Bombenangriffs. Der Angriff damals dauerte nur wenige Minuten, aber die Folgen waren verheerend: Tote und Verletzte liegen in den Trümmern. Der Bahnhof und ein Großteil der historischen Altstadt sind zerstört. Von den 1656 Gebäuden der Innenstadt wurden 509 völlig zerstört und 103 zum Teil; 989 Gebäude galten noch als bewohnbar und nur 55 als unbeschädigt.

Von MAZonline

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