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Bombe in Potsdam unschädlich gemacht

Sperrungen aufgehoben: Busse, Straßenbahnen und Züge fahren Bombe in Potsdam unschädlich gemacht

Ausnahmezustand am Donnerstag in Potsdam: Eine Bombe, die am Morgen am Hauptbahnhof gefunden worden war, wurde noch am gleichen Tag unschädlich gemacht. Bis 18:50 Uhr war die Innenstadt um den Bahnhof abgesperrt. Videos : Sprengmeister Mike Schwitzke vor und nach der Sprengung. Hier der Tag im Überblick.

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Baggerfahrer war in Lebensgefahr

Die Bombe vor dem Arbeitsbeginn von Mike Schwitzke.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe ist Donnerstagmorgen gegen 10 Uhr bei Baggerarbeiten auf der Baustelle der künftigen Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) direkt gegenüber des Potsdamer Hauptbahnhofs gefunden worden. Die Bombe wurde offenbar bereits bewegt. Deswegen musste sie aus Sicherheitsgründen noch am gleichen Tag unschädlich gemacht werden.

+++ 20:30 Uhr +++

Mike Schwitzke erklärt gegen 19:00 Uhr im Video, was genau er mit der Bombe gemacht hat und wie es mit dem Stück nun weitergeht:

+++ 19:20 Uhr +++

Siegerfoto: Mike Schwitzke und die entschärfte Bombe.

Quelle: Bernd Gartenschläger

+++ 18:58 Uhr +++

Oberbürgermeister Jann Jakobs bedankte sich umgehend bei Mike Schwitzke: "Es war eine kurzfristige und sehr anspruchsvolle Bombenentschärfung, die den Einsatzkräften und den Potsdamerinnen und Potsdamern viel abverlangt hat. Für das Verständnis der Bürgerinnen und Bürger möchte ich mich ebenfalls bedanken."

+++ 18:56 Uhr +++

Die Stadt Potsdam bestätigt jetzt: "Jetzt sind alle Straßensperrungen im Zentrum Ost der Landeshauptstadt Potsdam wieder aufgehoben. Busse, Straßenbahnen und Züge fahren wieder. Auch die etwa 9700 Bewohnerinnen und Bewohner können wieder zurück in ihre Wohnungen."

+++ 18:52 Uhr +++

Jetzt wissen wir auch die Ursache für den Knall. Der Zünder der Bombe wurde gesprengt

+++ 18:48 Uhr +++

Der Sperrkreis ist jedenfalls aufgehoben

+++ 18:45 Uhr +++

Ein Knall...!? Wurde die Bombe etwa gesprengt?

+++ 18:35 Uhr +++

Übrigens: Bei der letzten Bombenentschärfung am Brauhausberg hat Mike Schwitzke rund 20 Minuten gebraucht.

+++ 18:03 +++

Vor 45 Minuten waren immer noch Menschen im Sperrkreis anzutreffen. Daher hat es so lange bis zum Beginn der Entschärfung gedauert. Nun ist der Sperrkreis aber gezogen. Seit wenigen Minuten ist Mike Schwitzke bei der Arbeit.

+++ 17:50 Uhr +++

Das sieht nicht gut aus...

Screenshot www.Bahn.de

Quelle: Screenshot

+++ 17:16 Uhr +++

Info für alle Pendler die auf die S-Bahn angewiesen sind: Die S-Bahn meldet, Stand 17:15 Uhr: "Aufgrund einer Bombenentschärfung in Potsdam verkehrt die Linie S7 nur bis Babelsberg. Zwischen Wannsee und Babelsberg kann nur ein 20-Minutentakt angeboten werden. Ein Ersatzverkehr kann nicht eingerichtet werden."

+++ 17:13 Uhr +++

Wurde schon mit der Entschärfung begonnen? Nein. Gerade noch mal telefoniert, aber immer noch keine aktuelleren Informationen. Wir warten - und blicken auf den Tag zurück:

Eine am Donnerstag, 18. Dezember 2014, am Potsdamer Hauptbahnhof entdeckte Fliegerbombe ist noch am gleichen Tag unschädlich gemacht worden. 10.000 Menschen mussten raus aus dem Sperrkreis, ab Mittag fuhr kein Zug mehr, zentrale Straßen waren gesperrt. Die Innenstadt war damit lahmgelegt.

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+++ 16:30 Uhr +++

Gerade für ältere Menschen ist es schwer verständlich, dass sie nicht in ihre Wohnungen dürfen. "Mensch, ich wohne doch da hinten. Bitte lassen Sie mich durch, ich bin seit elf auf den Beinen", klagt eine Seniorin. "Wir können Sie nicht durchlassen", sagt der Mitarbeiter der Stadtverwaltung. 

Ärgerlich ist die Sperrung auch für Siglinde Brunner, die in der Potsdamer Friedrich-Engels-Straße wohnt. Nachdem ihr Vater von der Evakuierung gehört hatte, rief er sie gleich an und teilte die Neuigkeit mit. "Ich brauche dringend meine Tabletten, die sind in meiner Wohnung", erzählt sie. Dennoch hat Sie Verständnis für die Maßnahme: "Das ist ja alles richtig. Im Krieg wurden hier am Bahnhof so viele Bomben abgeworfen, was soll man machen?" 

Wenig Verständnis hat sie hingegen dafür, dass viele Bewohner sich lange weigerten, die Wohnung zu verlassen. "Das zieht es doch nur unnötig in die Länge", sagt sie und schüttelt den Kopf.

+++ Bomben Geschichte 3 +++

Einer wollte gegen 16 Uhr dann doch noch in den Sperrkreis, kam aber nicht wirklich weit. Die Polizei hat aufgepasst.

Quelle: MAZonline

+++ 16:14 Uhr +++

Eine Ordnungsamt-Mitarbeiterin sagte uns eben, dass die Entschärfung vermutlich nicht vor 18 Uhr beginnt.

+++ 16:05 Uhr +++

+++ 16:02 Uhr +++

Zwiegespräch: Mike Schwitzke und die Bombe...

Quelle: Julian Stähle

+++ 16:00 Uhr +++

Wir sind gespannt, wann Mike Schwitzke an die Arbeit geht. Vorhin war er noch sehr gelöst - also wie immer.

Quelle: Julian Stähle

+++ 15:50 Uhr +++

Wie geht es jetzt weiter?

Sobald der Sperrkreis geschlossen ist, werden Mitarbeiter vom Ordnungsamt noch ein zweites Mal die anliegenden Häuser überprüfen. Eigentlich soll das bereits der Fall sein, vermeldet zumindest die Stadt auf ihrer Homepage.

+++ 15:48 Uhr +++

Komisch: die Straßenbahnen fahren noch zum Hbf vor. Aber sie halten dort nicht mehr. Warum auch, ist ja eh kein Fahrgast vor Ort.

+++ 15:46 Uhr +++

Eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes kann sich nicht vorstellen, dass die Entschärfung um 17 Uhr stattfindet. So langsam kriecht auch die Kälte unter die Klamotten. Dagegen hilft nur Coffee to go und Gummibärchen. Was sonst..?

+++ 15:28 Uhr +++

Frau Dr. Anne Tauch hat uns gerade geschrieben, dass sie den Sperrkreis auf einer online-Karte nachgezeichnet und für die Öffentlichkeit freigegeben hat. Wer also in den Sperrkreis reinzoomen möchte, dann hier klicken.

+++ 15:23 Uhr +++

Ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung teilte uns mit, dass mit der Entschärfung der Bombe um 17 Uhr begonnen wird. Da jedoch nicht abzusehen ist, ob es Probleme gibt, kann noch nicht gesagt werden, wann das gesperrte Gebiet dann wieder freigegeben wird.

Das Ganze hat sich so sehr in die Länge gezogen, da sich viele Leute schlichtweg weigerten, der Aufforderung der Ordnungsamtmitarbeiter, die Wohnungen zu verlassen, Folge zu leisten. "Vor allem ältere Leute wollten das nicht" erzählt der Stadtverwaltungsmitarbeiter. Daher musste Verstärkung angefordert werden, erst als sie von Polizisten dazu aufgefordert wurden, verließen die Leute ihr Heim.

+++ 15:20 Uhr +++

"Gut gelaunte" Kollegin am Apparat: Eine Stunde hat sie von der MAZ in der Friedrich-Engels-Straße 24, bis zum Rechenzentrum in der Breite Straße benötigt.

+++ 15:17 Uhr  +++

Die Mitarbeiterrinnen vom Ordnungsamt kontrollieren den Fußgänger und Radweg, Polizisten stoppen Autos in Richtung Hauptbahnhof. Nur ein junger Radfahrer mit Ohrstöpseln fährt ungerührt gen Hauptbahnhof, selbst den lauten Ruf eines Polizisten hört er nicht.

Eine Frau darf nicht in ihre Wohnung - doch ihr Hund ist dort noch. "Ach, da ist er ja", ruft sie erfreut, als ihre Tochter das wohlversehrte Tier aus dem Sperrbezirk bringt. Die Entschärfung  kann erst beginnen, wenn wirklich alles leer ist. "Im Moment rechnen wir mit 18 Uhr", sagt eine Mitarbeiterin vom Ordnungsamt. Für alle Kollegen sei dies heute sehr stressig verlaufen:"Plötzlich hieß es Arbeit beenden und raus", erzählt sie.

+++ 15.10 Uhr +++

Die Polizei bittet um Korrektur. Hintergrund: Ein Herr Scholz, ein Polizist aus Berlin der seinen Vornamen aber nicht nennen wollte, aber am Bahnhof in die Evakuierungsmaßnahmen involviert war, hatte uns gesagt, die "Landespolizei sei nicht wirklich gut besetzt". Das möchte die Pressestelle der Polizeidirektion West so nicht stehen lassen.

Der Leiter der Pressestelle, Heiko Schmidt, schrieb uns daher folgendes:

  1. Die Behauptung, die Landespolizei sei „nicht wirklich gut besetzt“, trifft nicht zu. Sofort nach bekannt werden des Bombenfundes wurde eine BAO (Besondere Aufbauorganisation) aufgerufen und Polizisten aus der Polizeiinspektion Potsdam, der Bereitschaftspolizei des Landes Brandenburg sowie der Verkehrspolizei der Polizeidirektion West in Potsdam zusammengezogen. Diese Kräfte sind für die, der Landespolizei obliegenden Aufgaben ausreichend.
  2. Von der Landespolizei aus Berlin sind keine Kräfte angefordert oder eingesetzt worden. Vielmehr führt die Bundespolizei (Polizei des Bundes) rund um den Bahnhof, ihrem Zuständigkeitsbereich, eigene Maßnahmen durch. Diese Maßnahmen sind natürlich mit der Landespolizei Brandenburg koordiniert und abgestimmt. Diese Bundespolizisten können auch aus Dienststellen mit Sitz im Land Berlin kommen.
  3. Weiterhin ist die Auskunft der Polizisten vor Ort richtig, dass Stadt Potsdam für alle Maßnahmen der Bombenentschärfung und Evakuierung sowie zur Festlegung von Sperrkreisen etc. die Pressehoheit hat.

+++ 15:09 Uhr +++

Wollte wir ja noch nachreichen. Die Sperrkreis-Grafik in schön:

+++ Bomben-Geschichte 2 +++

Gisela und Harmut Apel aus Fichtenwalde fuhren noch 12.57 Uhr in die Tiefgarage des Bahnhofs ein, von niemandem aufgehalten, von keinem informiert.

Sie liefen durch den Bahnhof, holten bei der Sparda-Bank Geld und wollten los zum Stern-Center und dann ihren behinderten Sohn abholen. Sie wurden von der Polizei nicht wieder in den Bahnhof gelassen zu ihrem Auto.

Erst die Intervention des Ordnungsamtes 20 Minuten später brachte die Lösung.

+++ Bomben-Geschichte1+++

Der Bahnhof bot ein Bild der Desorganisation. Während die Läden gegen 12.30 Uhr bereits komplett geräumt waren, flutete der Bahnkundenverkehr noch. Die Straßenbahnen fuhren gefüllt, aber mit geschlossenen Türen und Warnblinkern durch die Haltestelle und ließen wütende Fahrgäste draußen zurück. Busse dagegen hielten sogar noch nach der Bahnhofssperrung um 13 Uhr an und ließen Leute ein- und aussteigen. Wie ein Busfahrer der MAZ sagte, hat es nur eine einzige Durchsage gegeben, die viele Kollegen nicht gehört hätten. Busfahrer kamen ahnungslos am Bahnhof an und mussten sich später einen Parkplatz in der Stadt suchen, außerhalb des Sperrkreises, in der Breiten Straße.

Quelle: Rainer Schüler

+++ 14:59 Uhr +++

Zähfließender Verkehr, aber der "Reißverschluss funktioniert einwandfrei" meldet die Kollegin. Gute Fahrt!

+++ 14:33 Uhr +++

Stau rund um den Sperrkreis

+++ 14:20 Uhr +++

Eine Bombenentschärfung ist sicher keine lustige oder ungefährliche Sache - weder für die Experten vom Kampfmittelbeseitigung, die Anwohner. Alles stehen unter Anspannung. Alle? Nein. Vor rund vier Jahren wurde eine Bombe unter Wasser gesprengt - und lockte wirklich zwei Surfer an. Ja, ja... die Geschichte erzählen wir jedes Mal, aber sie ist doch wirklich schön. Hier als pdf zum Download:

+++ 14:06 Uhr +++

Gerade Redaktionsbesuch von der 6a der Geschwister-Scholl-Grundschule aus Rathenow gehabt. Großes Interesse am Liveticker, denn man will noch heute Mittag nach Hause. Das wird wohl nichts. Der Vorschlag, doch einfach zum Weihnachtsmarkt in die Innenstadt zu gehen, stieß auch nicht gerade auf riesengroße Begeisterung.

+++ 14:01 Uhr +++

Kleiner Rückblick: Den schlimmsten Bombenangriff erlebte Potsdam kurz vor Kriegsende – in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1945. Ziel war nach neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem der Potsdamer Bahnhof. 1752 Tonnen Bomben wurden in dieser Nacht von 512 britischen Fliegern innerhalb von nur 30 Minuten über der Stadt abgeworfen. Experten schätzen eine Blindgängerquote der von alliierten Flugzeugen abgeworfenen Bomben zwischen zehn und zwanzig Prozent.

+++ 13:58 Uhr +++

Richtung Bahnhof geht auf der Friedrich-Engels-Straße nichts mehr

+++ 13:56 Uhr +++

Insgesamt sind mehr als 9.700 Menschen von den Evakuierungsmaßnahmen betroffen.

Als Aufenthaltsorte während der Evakuierung und Entschärfung stehen das

  • Freiland Potsdam in der Friedrich-Engels-Straße 22,
  • der Treffpunkt Freizeit in der Straße Am Neuen Garten 64,
  • die Comenius-Schule am Brauhausberg 10 sowie
  • die Mehrzweckhalle des Oberlinhauses in Babelsberg

zur Verfügung.

Mehr als 500 Helferinnen und Helfer, unter anderem von der Landeshauptstadt Potsdam, der Feuerwehr, Bundespolizei und Polizei sind im Einsatz, um den Sperrkreis zu räumen und abzusichern.

Informationen rund um die Entschärfung und den Sperrkreis erteilen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einsatzzentrale des Ordnungsamtes telefonisch unter (0331) 2891666 beziehungsweise die Einsatzstelle der Feuerwehr unter (0331) 370 1378.

+++ 13:52 Uhr +++

Michael Gasch von der Stadtverwaltung bringt es nochmal auf den Punkt: "Alle Personen müssen sofort ihre Wohnungen verlassen!" Der Sperrbezirk gilt bis zu den Friedhöfen. 

+++ 13:47 Uhr +++

+++ 13:41 Uhr +++

Ein Döner geht noch

+++ 13:39 Uhr +++

Da die Landespolizei in Potsdam nicht wirklich gut besetzt ist, wurde Verstärkung aus Berlin angefordert. Die Entschärfung soll beginnen, sobald alles leer ist. Im Bahnhof befinden sich aber noch vereinzelt Personen.

Jetzt muss noch der Schutzbereich kontrolliert werden. Ein Polizist aus Berlin sagte MAZonline: "Es kann sein, dass noch vereinzelt Leute ihre Hauser verlassen müssen." Gemeint sind Wohnungen in der Friedrich-Engels-Straße.

Aber richtig auskunftsfreudig sind die Beamten nicht. Es wird auf die Ansprechpartner der Stadt Potsdam verwiesen, da es ein Einsatz der Stadt Potsdam sei.

Englisch sprach außer einigen Polizisten keiner der Ordnungskräfte auf der Busbahnhhofsseite. Viele Ausländer verstanden die Lage nicht und bekamen keinen Hinweis, wie sie weiterkommen können. Allein Eckhard Florian vom Sicherheitsunternehmen Wisag konnte englische Erklärungen geben und den beiden orientierungslosen Italienern Marco und Sergio den Weg weisen zur nächsten Haltestelle.

Quelle: Rainer Schüler

+++ 13:37 Uhr +++

Am Hauptbahnhof in Potsdam geht gerade nichts mehr

+++ 13:34 Uhr +++

Etwas Verwirrung vor dem Bahnhof:

+++ 13:29 Uhr +++

+++ 13:20 Uhr +++

+++ 13:17 Uhr +++

Die Geschäfte werden Abend heute deutlich weniger in der Kasse haben. Ersetzt bekommen sie den Ausfall nicht. "Das ist höhere Gewalt", sagte Centermanagerin Jana Strohbach der MAZ. Apropos "höhere Gewalt":

+++ 13:12 Uhr +++

Jana Strohbach vom Centermanagemant: "Wir dürfen nicht mehr rein. Die Polizei untersagt, dass weitere Personen ins Gebäude gehen".

+++ 13:09 Uhr +++

Die letzten Reisenden werden aus dem Bahnhof geführt. Ein sehr, na ja, sagen wir sehr resoluter Wachmannn lässt ihnen keine andere Wahl.

Einige sind hilflos: "Ich müsste eigentlich mit der S-Bahn zur Arbeit nach Berlin. Keine Ahnung, wie ich da jetzt hinkommen soll", sagt Tina Neddermeyer, 28, aus Potsdam.

+++ 13:07 Uhr +++

Eine Kollegin fragt gerade: "Müssen wir auch raus?" Nein. Sie geht ab in die Kantine. Heute gibt es unter anderem "Riesenfrikadelle mit Bratensauce" oder "Gemüsepfanne". Guten Appetit!

+++ 13:05 Uhr +++

Gerade kam die obligatorische Sperrkreis-Karte der Stadt - in einer gewöhnungsbedürftigen Optik, wir wir finden. Haben direkt mal unseren Layouter drauf angesetzt.

+++ 13:03 Uhr +++

Eigentlich sollte der Hauptbahnhof bis 13 Uhr geräumt sein. Doch noch immer fahren Züge ein und halten sich Menschen im Gebäude auf. Die Läden haben aber bereits geschlossen. Überall die Schilder für die verstörten Kunden: "Kein Ersatzverkehr!"

Vor dem Bahnhof halten noch Busse und nehmen Fahrgäste auf. Die Straßenbahnen rauschen aber mit Warnblinklicht ohne anzuhalten an den wartenden Menschen vorbei.

+++ 13:02 Uhr +++

Die Durchsage ist aber auch wirklich schlecht zu verstehen. "Wieso ist hier alles zu?", fragt ein Mann den Wachschutz, der alles in Ruhe erklärt.

+++ 12:55 Uhr +++

Italienische Gelassenheit? "Heute wird ein entspannter Tag. Ich geh gleich ein bisschen durch Potsdam spazieren", sagt ein Pizzabäcker, der gerade sein Lokal zumacht. Um 17 Uhr hofft er, weiterarbeiten zu können.

Andere sind da weniger gelassen. Manche sind ganz aufgeregt und wissen nicht, was los ist. Fremde Leute zupfen anderen an der Jacke und rufen: "Raus, hier ist ne Bombe".

Zur Erinnerung: Es ist keine Bombe im Hauptbahnhof. Es wird eine Bombe auf einem angrenzenden Gelände entschärft.

+++ 12:52 Uhr +++

Jaqueline Krüger vom Infopoint: "800 Meter sollte man sich mindestens entfernen. Kein Zug wird mehr in Potsdam halten." Das Ordnungsamt hat sich vorhin beim Centermanagement gemeldet und die Räumung angordnet. Die Informationspolitik ließ wohl etwas zu wünschen übrig: "Das war ja im Prinzip wie ne Ente" sagt sie.  "Bis vor kurzem wussten wir von nichts"

+++ 12:50 Uhr +++

Jetzt leert es sich doch merklich

+++ 12:46 Uhr +++

Jetzt (erst) kam die Durchsage, dass man den Bahnhof zu verlassen hätte. Aber das wird noch dauern, bis der Bahnhof ganz geräumt ist. Noch herrscht Betrieb in den Gängen.

+++ 12:42 Uhr +++

Manuela Poschmann füttert ihren Enkel, da kommt ihr Mann wieder. In der Hand Fischbrötchen. Schnell wird die Frau informiert: "Wir müssen raus. Bombe". Brötchen und Enkel werden gepackt und schnell geht es Richtung Bus. "Sowas habe ich ja noch nie erlebt", sagt Poschmann zum Abschied.

+++ 12:40 Uhr +++

Eingeschränkte Sprechzeiten in der Stadtverwaltung

+++ 12:35 Uhr +++

Im brandenburgischen Landtag in Potsdam ging es nach den AfD-Ausfällen vom Vortag auch am Donnerstag heftig zur Sache. Auslöser diesmal: eine Formulierung in der Rede des CDU-Abgeordneten Steeven Bretz in der Debatte zur Steuerpolitik. Doch jetzt können die Gemüter abkühlen: der Regierungssitz liegt im Sperrkreis.

+++ 12:31 Uhr +++

Die Geschäfte wurden aufgefordert, dass sie bis 17 Uhr zu schließen haben. Matthias Kunert wollte am Bahnhof "in Ruhe" Weihnachtsgeschenke kaufen. Daraus wird jetz nichts mehr. Der 36-Jährige nimmt es aber gelassen: "Dann werde ich nun in die Innenstadt fahren". Die Entschärfung an sich nimmt er gelassen. Er kennt das schon vom Schlaatz und dem Brauhausberg.

+++ 12:27 Uhr +++

Erste Verkäufer machen jetzt hektisch ihre Geschäfte zu. Sie wurden  erst vor wenigen Minuten informiert. "Dann machen wir jetzt schnell die Türen zu, schnappen unsere Taschen und gehen möglichst ruhig raus", sagt eine sichtlich überraschte Verkäuferin.

+++ 12:25 Uhr +++

Die Deutsche Bahn hat auf ihrer Homepage die aktuellen "Abweichungen im Betriebsablauf" veröffentlicht. Natürlich ist Potsdam mit dabei: "Aufgrund einer Bombenentschärfung in Potsdam verkehrt die Linie S7 ab ca. 13 Uhr nur bis Babelsberg. Zwischen Wannsee und Babelsberg kann nur ein 20-Minutentakt angeboten werden. "

+++ 12:24 Uhr +++

Durchsage im Bahnhof: Um 12.30 Uhr sollen alle raus.

+++ 12:20 Uhr +++

Die Polizei sperrte den Bereich bereits ab.

Der Fundort der Weltkriegsbombe.

Quelle: MAZonline

+++ 12:15 Uhr +++
Die Evakuierung soll ab 12.30 Uhr in Angriff genommen werden. Weil auch der Hauptbahnhof im Sperrgebiet liegt, ist mit umfangreichen Evakuierungen und Einschränkungen bei Bussen und Bahnen zu rechnen. 

In der Bahnhofspassage ist noch jede Menge los. Die Centermanagerin Jana Strohbach ist aber (noch) entspannt. MAZonline sagte sie: "Wenn es soweit ist, machen wir eine Durchsage und fordern die Leute auf, den Bahnhof zu verlassen".

Die Hauptentscheidung trifft jedoch das Ordnungsamt.

Gegen 12Uhr herrschte noch ganz normaler Betrieb am Hauptbahnhof in Potsdam.

Quelle: MAZonline

Sperrkeis in der südlichen Innenstadt
Der Sperrkreis um den Fundort in der Babelsberger Straße beträgt 800 Meter. Von den Sperrungen ist die gesamte südliche Innenstadt zwischen Am Kanal, Humboldtbrücke, Friedrich-Engels-Straße, Friedhofsgasse, Heinrich-Mann-Allee, Am Brauhausberg, Finkenweg, Leipziger Straße, quer über die Havel bis zum Lustgarten und zur Wilhelm-Staab-Straße betroffen. Im Sperrgebiet befinden sich drei Pflegeheime, der Hauptbahnhof, die Lange Brücke und der Landtag. Das Gebiet soll ab circa 12:30 Uhr evakuiert werden.

Verkehr zwischen S-Bahnhof Babelsberg und Bahnhof Charlottenhof unterbrochen

Die letzte Entschärfung brachte Mexikaner zum Staunen
Anfang Oktober wurde der bisher letzte Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg in Potsdam entschärft. Die Bombe lag 40 Zentimeter unter der Erde auf dem Brauhausberg. Die Entschärfung verlief reibungsfrei und die Aufregung hielt sich in Grenzen. Jedenfalls für die Potsdamer - eine mexikanische Journalistin kam dagegen aus dem Staunen nicht raus.

Immer wieder werden in Potsdam Blindgänger aus dieser Zeit gefunden. Seit der Wende wurden laut Angaben der Stadtverwaltung über 150 Blindgänger in der Landeshauptstadt unschädlich gemacht.

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In Potsdam sind noch längst nicht alle Blindgänger gefunden bzw. entschärft. Mike Schwitzke warnte schon im Herbst 2013 davor, dass es in nächster Zeit - gerade im Bereich der Nuthe - zu weiteren Bombenfunden kommen könnte.

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Stillstand in Potsdams Zentrum nach Bombenfund

Am Donnerstag wurde bei Bauarbeiten am Hauptbahnhof in Potsdam eine Weltkriegsbombe entschärft. Sprengmeister Mike Schwitzke hat wieder einen tollen Job gemacht. Doch viele fragen sich: Warum blieb der Blindgänger gerade an diesem Ort so lange unentdeckt? Es bestand Lebensgefahr für die Bauarbeiter.

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