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Potsdam „Blumenfee Ele“ investiert 50000 Euro am Luisenplatz
Lokales Potsdam „Blumenfee Ele“ investiert 50000 Euro am Luisenplatz
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02:19 19.05.2018
Blumenfee Ele bekommt Geld vom Land Quelle: Rainer Schüler
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Innenstadt

Kaum ist der Winter verflogen, ist „Blumenfee Ele“ vom Luisenplatz wieder am Gärtnern. In den Riesentöpfe und auf den Baum-Beeten wächst und blüht es, doch die Frau aus Costa Rica, die auch am Platz wohnt, hat hochfliegende Pläne: Sie will vier avantgardistische „Bänke“ rings um die Fontäne aufstellen und einen der Tiefgarageneingänge mit einem Kunstwerk aus drei Kaiserkronen versehen. „Jede Frau, die nach Potsdam kommt, ist eine Kaiserin“, sagt sie.

Gestern hat sie von Bauministerin Kathrin Schneider 3000 Euro bekommen für ihr unermüdliches Wirken für die Platzverschönerung – ein Sonderpreis des Innenstadtwettbewerbes 2017 zum Thema „GrünStadtRaum“. An Akteure aus Frankfurt (Oder), Velten, Jüterbog und Eberswalde werden Preisgelder von jeweils 4000 Euro vergeben, Preisträger aus Potsdam, Frankfurt (Oder) und Wittenberge erhielten die Sonderpreise von je 3000 Euro. Das Geld stammt aus dem Bundesförderprogramm „Zukunft Stadtgrün“; das Land Brandenburg bekam daraus 1,5 Millionen Euro. 25000 davon schob das Land in den eigenen Wettbewerb.

Blumenfee von Potsdam, Ele, hat in diesen Tagen wieder alle Hände voll zu tun. Den Dünger für ihre Pflanzen stellt sie selbst her aus Chili, Knoblauch und Zwiebelresten. Dieser Sud, verdünnt mit Wasser, lässt die Pflanzen sehr schön gedeihen. Quelle: Bernd Gartenschläger

„Grünanlagen bieten Raum für die Bürger, um sich zu treffen, Sport zu treiben oder sich zu erholen“, erklärte Schneider. Es seien „oftmals die kleinen Dinge, die ausreichen, unsere Städte für alle Bewohner lebenswert zu machen.“ Dabei ist das rein private Engagement der Luisenplatz-Anwohnerin aus der Karibik alles andere als eine kleine Sache. Inklusive des noch nunvollendeten Kronen-Kunstwerks hat sie bereits fast 50000 Euro aus eigener Tasche investiert, um den sachlich gestalteten und weitgehend kahlen Platz mit aufwendigen und durchkomponierten Pflanzungen in Großgefäßen und auf Baumscheiben zu einem Ort entspannten Bleibens zu machen. Davon haben auch die anliegenden Firmen etwas und unterstützen sie mit Material- und Geldspenden: So sind neben mehreren Privatleuten auch Hotels, Gaststätten, Arztpraxen und die Sparkasse am so genannten „Projekt 21“ beteiligt, das so heißt, weil Ele dann die vier geschwungenen „Bänke“ aus Glasfaser-Beton aufgestellt haben will. Wer sie kennt, weiß, dass die hartnäckige Mittelamerikanerin das schafft. Denn sie kann begeistern durch ihr Beispiel und findet immer wieder Unterstützer. So fertigt ihr die Beton und Naturstein Babelsberg GmbH zu extremen Vorzugspreisen zwölf neue und dann etwas größere Pflanzkübel als Ersatz für die alten an, die durch Veranstaltungen beschädigt wurden.

So sollen die Bänke aussehen, die Ele aufstellen will. In ihrer modernistischen Form passen sie zum strengen Beton-Rund des Springbrunnens. Quelle: Andrea Häckert

Veranstaltungen sind auch Eles größte Sorge. So wurden bei der Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) am 1. Mai mehrere Blumenbeete an den Bäumen niedergetrampelt und die Pflanzungen mangels ausreichender mobiler Toiletten als Pissoir missbraucht, obwohl das Grünflächenamt der Stadt die Baumscheiben auf Eles Betreiben mit so genannten Berliner Tiergartenzäunen umgeben hat, nicht hoch genug offenbar. Auch Fahrrad-Abstellbügel konnte Ele bei der Stadt durchdrücken. Sogar Hydranten hat man ihr zugesagt, denn bislang zieht sie das Wasser für ihre üppigen Pflanzkunstwerke aus Privatanschlüssen und verlegt für jede Wässerungsaktion lange Schlauchkleitungen.

„Der Luisenplatz ist eine exponierte Adresse, quasi eines der Vorzimmer zur weltberühmten Parkanlage Sanssouci“, schreibt das Land in der Laudatio für Preisträgerin Ele . Um seine kleinteilige Gestaltung habe sich Eleanora gekümmert, zunächst im Alleingang, später unterstützt von anderen Potsdamern. Sie habe mit „ästhetisch ansprechenden Bepflanzungen eine Idylle erschaffen und den Platz in einem täglichen Kampf gegen Gedankenlosigkeit, Desinteresse und Vandalismus verteidigt.“ Durch ihr Tun habe sie sich die Kooperation der Stadt Potsdam und der verschiedenen städtischen Abteilungen mit Verantwortung für die Bäume, die elektrische Beleuchtung des Platzes, die Müllentsorgung, die Stadtreinigung und die Springbrunnenpflege gesichert.

Von Rainer Schüler

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