Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Dritte Bombe am Ex-Tram-Depot entschärft
Lokales Potsdam Dritte Bombe am Ex-Tram-Depot entschärft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:22 13.10.2018
Sprengmeister Mike Schwitzke ist erleichtert. Die Bombe hat er entschärft. Quelle: Julian Stähle
Teltower Vorstadt

Auch die dritte Bombe auf dem früheren Straßenbahndepot an der Heinrich-Mann-Allee ist keine Bedrohung mehr. Um 11.50 Uhr am Donnerstag hatte Sprengmeister Mike Schwitzke den 250-Kilo-Blindgänger amerikanischer Bauart entschärft; eine Stunde und zehn Minuten hat die Aktion gedauert.

Vor der Evakuierung hatte sich Schwitzke besorgt gezeigt, die Bombe könnte wegen ihrer starken Verrostung vielleicht gar nicht entschärfbar sein; dann hätte man sprengen müssen, wie bei der ersten an diesem Platz am 3. August. Nur lag Bombe Nr. 3 tiefer und in Grundwassernähe, so dass sich die Druckwellen einer Sprengung unterirdisch fortgesetzt hätten. Schwere Gebäudeschäden in der Umgebung hätten die Folge sein können.

Der Zünder der US-amerikanischen Bombe ist aus Stahl und war viel stärker verrostet als die Messingzünder der beiden früheren, britischen Bomben. Quelle: Julian Stähle

Mit Hammer und Meißel hatte Schwitzke der stark verkrusteten und verrosteten Bombe zu Leibe rücken müssen, ehe er an den Zünder heran kam. Der ließ sich trotz ausgiebigen Einölens aber nicht herausdrehen, so dass man erwog, ihn mitsamt einer so genannten Reduzierbuchse auszubauen, was deutlich schwieriger gewesen wäre. Doch dann drehte sich der Zünder doch; der Rest war Routine.

Im Sperrkreis leben und arbeiten 3000 Menschen, doch nicht alle mussten jetzt auch evakuiert werden. Die betagten Bewohner des City-Quartier mussten ihr Heim diesmal nicht verlassen, weil die Bombe rund 100 Meter weiter weg lag als beim letzten Mal. Es genügte, die Menschen auf die bombenabgewandte Seite des Gebäudes zu bringen. Aber das Kursana-Heim an der Heinrich-Mann-Allee war erneut betroffen, 134 Menschen wurden evakuiert.

Wieder mussten die Bewohner des Kursana-Heims an der Heinrich-Mann-Allee ihre Wohnstätte verlassen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Innerhalb des rund 1600 Meter durchmessenden Sperrkreises gab es zwar eine Reihe von Menschen, die ihre Wohnungen nicht rechtzeitig verlassen hatten, aber keine Verweigerer.

Entwarnung für das Gelände des früheren Straßenbahndepots kann aber nicht gegeben werden. Nach Auskunft von Maik Schwarz von der Suchfirma Boskalis Hirdes gibt es immer noch rund 200 Verdachtspunkte mit unerklärlichen Magnetanomalien. Sie müssen einzeln durch Bohrungen untersucht werden. Dafür werden laut Ordnungsdezernent Mike Schubert (SPD) rund sechs Wochen veranschlagt: „Wir wollen vor dem Winter fertig werden“, sagte er.

Was Anomalien hervorruft, ist 20 Meter neben der Fundstelle zu sehen: ein großer Haufen Schrott mit Stahlträgern, Eisenrohren, Armierungseisen und einem Feuerlöscher. Schwarz zufolge kann sich sogar ein Findlingsstein magnetisieren und bei der Suche zu einem Ausschlag an der Sonde führen.

Von Rainer Schüler

Die Initiative zum Erhalt des Waldstücks an der Tramwendeschleife in Babelsberg hat die OB-Kandidaten befragt. Während Martina Trauth (Linke) die Rodung ausschließt, hält Mike Schubert (SPD) die Prüfung einer Sportanlage für wichtig. Im Bauausschuss wurde eine Rückbesinnung auf den Flächennutzungsplan gefordert.

10.10.2018

Schloss Hogwarts, Postleitzahl 14482. Moment mal, die Zaubererschule aus Harry Potter liegt doch in Schottland? Schon, aber die offizielle Harry-Potter-Ausstellung eröffnet am Sonnabend in der Potsdamer Caligarihalle. Die MAZ durfte einen exklusiven ersten Blick hinein werfen.

10.10.2018
Potsdam Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg - So verlief die Bombenentschärfung in Potsdam

Am Mittwoch wurde in Potsdam eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft. 3000 Menschen mussten wegen des Blindgängers ihre Wohnungen verlassen. Hier finden Sie alle Informationen zum Nachlesen.

10.10.2018