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Potsdam Bombenalarm in Potsdam: DHL wird erpresst
Lokales Potsdam Bombenalarm in Potsdam: DHL wird erpresst
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16:24 03.12.2017
Schreck am Freitagabend auf dem Weihnachtsmarkt in Potsdam. Quelle: Julian Stähle
Potsdam

Polizei und Staatsanwaltschaft berichten auf einer Pressekonferenz zu dem aktuellen Erkenntnistand im Fall des Bombenalarms am Potsdamer Weihnachtsmarkt.

  • 03.12.17 15:31
    Die Polizei bittet um Mithilfe:
  • 03.12.17 15:08
  • 03.12.17 14:46
    Zusammenfassung der Pressekonferenz: Das verdächtige Paket am Potsdamer Weihnachtsmarkt geht auf eine Erpressung des Paketdienstes DHL zurück. Die am Freitag an eine Apotheke am Weihnachtsmarkt gesendete Lieferung mit einem so genannten Polenböller stehe in diesem Zusammenhang, sagte Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Sonntag in Potsdam. Die Täter verlangten eine Millionensumme. Eine ähnliche Lieferung sei vor einiger Zeit in Frankfurt (Oder) aufgetaucht. Dieses sei beim Öffnen in Brand geraten. Dadurch sei das Erpresserschreiben verbrannt. In der Potsdamer Sendung sei aber auf die erste Tat Bezug genommen worden.

    Der oder die Täter nähmen schwerste Verletzungen der Adressaten oder sogar deren Tötung billigend in Kauf, sagte Schröter. Es scheine sich nach bisherigen Erkenntnissen um regional agierende Täter zu handeln. Diese Tat sei besonders verwerflich. Die Sicherheitsbehörden halten weitere Sendungen für möglich oder sogar wahrscheinlich, wie Brandenburgs Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sagte.

    Die abgegebene Paketbombe war nach den neuesten Erkenntnissen der Polizei sehr gefährlich. Sie hätte bei einer Explosion schwerste Verletzungen zur Folge gehabt, sagte Schröter. Der Polizeipräsident sagte, der Apotheker habe beim Aufmachen ein Zischen gehört. Zuerst hatte es dagegen geheißen, dass das Paket vermutlich über keinen Zünder verfügt habe. Inzwischen sei der Sprengsatz aber nochmal analysiert worden, sagte Mörke.

    Die Polizei rät angesichts der Erpressung des Paketdienstes DHL zu Vorsicht bei unbekannten Paketen, die vorrangig an kleinere Unternehmen oder auch Privatleute geschickt werden könnten. Hinweise seien zum Beispiel unbekannte Absender, Rechtschreibfehler oder auch aus dem Paket ragende Drähte, erklärte die Polizei am Sonntag in Potsdam. Im Zweifel solle die Polizei informiert werden.

    Die Erpressung erinnert nach den Worten von Schröter an den Fall "Dagobert". Der Kaufhauserpresser hatte vor allem Anfang der 1990er Jahre ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei betrieben, bevor er gefasst wurde. "Ich hoffe, wir sind schneller erfolgreich", sagte Schröter. Der Fall "Dagobert" gilt als einer der aufwendigsten Erpressungsfälle in der deutschen Kriminalgeschichte.
  • 03.12.17 14:32
    Am 6. November 2017. traf ein ähnliches Paket in Frankfurt (Oder) ein. Darin enthalten waren Kugellager. Es wurde geöffnet und es kam zum Brand, sagt Polizeipräsident Mörke.
  • 03.12.17 14:30
    Einen persönlichen Bezug des Erpressers zu dem Apotheker hält die Polizei für unwahrscheinlich.
  • 03.12.17 14:27
    Ermittlungsführer Höft: Da der Erpresserschrieb sich im Paket befand, geht die Polizei von gewisser "Irrationalität" aus. Eigentlich sollen - aus Sicht der Kriminellen - im Regelfall Erpresserschreiben nicht zerstört werden.
  • 03.12.17 14:24
    Polizeipräsident Mörke führt aus: "Wir schließen nicht mehr aus, dass sich Sprengsatz aus Potsdam sich hätte umsetzen können" - umsetzen heißt im Polizeideutsch: explodieren. Der Apotheker, dem das Paket zugestellt wurde, hat beim Öffnen ein Zischen gehörrt, sagt Mörke. Innenminister Schröter warnt: "Auffällige Pakete nicht öffnen!" Auch der In Frankfurt (Oder) zugestellte Sprengsatz soll scharf gewesen sein. Weitere explosiven Pakete sind bundesweit bislang bekannt.
  • 03.12.17 14:20
    Ermittler: Der QR-Code wurde ausgelesen, damit wurde ein Schreiben generiert. Lässt sich von jedem Computer machen. Minister Schröter: "Wenn die Anschrift schon nicht korrekt ist, ist das ein Hinweis, dass etwas nicht stimmt."
  • 03.12.17 14:16
    Ermittlungsführer Jörn Preuß: "Heute vormittag hatten wir erste Beratung mit Sicherheitsabteilung von DHL. Wir werden Verhaltensmerkmale für Bürger bekannt geben - wie verhält man sich bei Paketempfang?" In erster Linie seien Kleinunternehmen Adressaten der Pakete. Verdächtig seien: Unbekannter Absender, auffallende Rechtschreibfehler oder Flecken, Absender nicht an üblicher Stelle.
  • 03.12.17 14:13
  • 03.12.17 14:13
  • 03.12.17 14:12
    Zielrichtung Weihnachtsmarkt kann ausgeschlossen werden, sagt der Polizeipräsident. Wir gehen davon aus, dass Täter aus dem Raum Berlin/Brandenburg kommen. Aufruf an Bürger: Bei verdächtigen Sendungen Polizei rufen!
  • 03.12.17 14:10
    Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke schließt weitere Drohungen dieser Art nicht aus.

  • 03.12.17 14:09
    Die Paketbombe wurde aufgesprengt. Kleiner Zettel wurde in hunderten Einzelteilen gefunden. Ein QR-Code (Rückschein) wurde gefunden. Täter meinten laut Polizeipräsident Mörke: "Sie wollten, dass man ihn liest. Er wurde wieder zusammen gesetzt und ausgelesen." Es handle sich eindeutig um ein Erpresserschreiben.
  • 03.12.17 14:07
    Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter: Täter nahm Tötung der Empfänger billigend in Kauf.
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Hintergrund

Am Freitag hatte ein Postbote ein Paket bei einem Apotheker gleich neben dem Weihnachtsmarkt auf der Brandenburger Straße abgegeben. In der Sendung befand sich unter anderem ein sogenannter Polenböller. Die Polizei sperrte daraufhin großte Teile der Straße, die Buden mussten schließen. Am späten Nachmittag wurde das Paket unschädlich gemacht. Danach begann die Spurensicherung der Polizei-Experten. Erst kurz vor Mitternacht konnten die Anwohner wieder zurück in ihre Wohnungen.

Einen Tag nach dem Bombenalarm am Freitag hat Potsdams Oberbürgermeister den Weihnachtsmarkt besucht. Dabei traf er auch mit den Mitarbeitern der Apotheke zusammen, in der das Paket gefunden wurde.

Am Samstag gab die Polizei bekannt, dass vermutlich nicht der Weihnachtsmarkt das Ziel eines möglichen Anschlages gewesen sei.

Von MAZonline

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