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Potsdam Bonjour Tristesse: Graues „blu“ stört viele
Lokales Potsdam Bonjour Tristesse: Graues „blu“ stört viele
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00:17 30.06.2017
Schlichte Eleganz oder einfach nur karger Putz? Die Außenfassade des „blu“ stimmt viele Potsdamer unglücklich. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Innenstadt

Ein grauer Klotz direkt neben der größten Kreuzung der Landeshauptstadt: So sehen viele Potsdamer das neue Sport- und Freizeitbad „blu“. In einem Vorschlag zum Bürgerhaushalt 2018/19 war es bereits Thema. „Ich freue mich sehr, dass Potsdam endlich eine neue Schwimmhalle erhält. Auch die Lage am Brauhausberg ist gut“, hieß es dort und weiter: „Was mich jedoch stört, ist die graue Fassade. Wenn man aus dem Hauptbahnhof kommt, schaut man derzeit auf eine riesige Betonwand.“ Der Vorschlag wurde abgelehnt. Die Diskussion zieht nichtsdestotrotz weiter Kreise.

Potsdam hat seit diesem Jahr ein neues Schwimmbad. Das „blu“ am Brauhausberg. Mit der Form des Bades fremdeln allerdings noch einige Potsdamer. Quelle: Jörg Hafemeister

Angeregt wurde sie von Architekten und Künstlern. Mit dem„antiurbanen, seelenlosen Erscheinungsbild eines Bau- oder Großmarktes“ vergleicht beispielsweise der Berliner Architekturjournalist Carsten Sauerbrei die Außenfassade des „blu“. Im Inneren hersche eine „langweilige Funktionalität, unterbrochen nur von verspätet postmodernen Farbakzenten“. Ähnlich, wenn auch nicht ganz so drastisch, sieht das Art-Efx-Geschäftsführer Ronny Bellovics.

Die Potsdamer Firma gestaltet deutschlandweit Schwimmbäder und Freizeitbereiche im Inneren wie nach Außen. Auch unzählige Trafo-Stationen tragen ihre Handschrift. „Wir sind überzeugt, dass wir sowohl im Außenbereich als auch innen eine Gestaltung entwickeln können, die zu Potsdam passt“, sagt er. Bäder-Erfahrung bringt die Firma bereits mit: Vor einem Jahr gestaltete Art-Efx den Saunabereich im Kiezbad Am Stern. Außerdem arbeiten sie regelmäßig an Hausfassaden jeder Größe.

Entwürfe nur mit Stadt und Architekten

Art-Efx sind in der Stadt bekannt. Bellovics hat deshalb bereits mehrere interessierte Nachfragen von Bürgern bekommen. „Wir wurden in letzter Zeit oft gefragt: Das Schwimmbad ist doch jetzt fertig. Wann fangt ihr endlich mit der Gestaltung der Fassade an?“, berichtet er und bietet der Stadt deshalb nun auch offiziell die Zusammenarbeit an dem Projekt im Riesenformat an. Konkrete Pläne habe er dafür noch nicht.

Die wichtigsten Aspekte und Details sollten in Gesprächen mit den Architekten des „blu“ und Vertretern der Stadt abgestimmt werden. „Das Bad ist von historischer Architektur umgeben und liegt an der meist befahrenen Kreuzung der Stadt“, erklärt Bellovics. All das sollte in eine punktuelle Außengestaltung miteinfließen und „sich in die Umgebung einfügen“, so Bellovics. Selbstverständlich müsste dann auch der Name des Sport- und Freizeitbads bedacht werden. „Das Bad heißt blu, aber zurzeit ist es grau“, sagt er.

Auch um die Gestaltung im Innenbereich des „blu“ gibt es Diskussionen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Gelegenheit mit Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) über seine Vorschläge zu sprechen, hatte der Potsdamer Unternehmer noch nicht. Jakobs verwies indes auf das Urheberrecht der Architekten, das eine freie Gestaltung der Fassade nicht möglich mache. Der Entwurf zu dem Bau stammt vom Architektenbüro Gerkan, Marg und Partner, das sich 2013 in einem Wettbewerb mit seiner Idee für das „blu“ durchgesetzt hatte. Damals wurden von der Jury, bestehend aus Experten der Baubranche sowie dem ehemaligen Baubeigeordneten Matthias Klipp (Grüne) und Stadtwerke-Chef Wilfried Böhme, vor allem die Klarheit, Leichtigkeit und Präsenz der äußeren Erscheinung gelobt.

Ein Telefonat zwischen den Architekten und Bellovics hatte es bereits vor dem Streit um die graue Fassade gegeben. „Damals ging es allerdings um Graffiti-Prävention“. erklärt Bellovisc.

Lesen Sie auch: Riesenrutsche im "blu“ öffnet erst Donnerstag wieder

Von Victoria Barnack

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