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Bonsai Kitten kratzen und fauchen

MAZ-Konzerttipp Bonsai Kitten kratzen und fauchen

Mythen in Tüten und Katzen im Bonsai-Format? Kaum zu glauben. Natürlich gibt es keine niedlichen Kätzchen, die so aufgezogen werden. Es handelte sich um einen Studenten-Jux aus Amerika, der sich aber im Internet wie ein Lauffeuer verbreitete. Und gut genug, um die Berliner Riot-Rocker Bonsai Kitten zu ihrem Namen zu inspirieren.

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Machen ordentlich Radau - Bonsai Kitten mit ihrer kratzbürstigen Sängerin Tiger Lilly Marleen.

Quelle: Krousky

Potsdam. Nur über das Zwischennetz führt der Weg zur Berliner Band Bonsai Kitten. Denn Namensgeber war übrigens eine unerhörte Aktion vor 17 Jahren: Auf einer gleichnamigen Seite im Internet wurden seinerzeit Kätzchen angeboten. Im Glas aufgezogen, damit sie ja nur klein und niedlich bleiben. Das rief das FBI auf den Plan. Nach einer Weile stellte sich allerdings heraus, dass Studenten die Aufzucht der Bonsai-Katzen lanciert hatten. Ein geschickter Betrug. Und nun raten Sie mal, wer sich blamiert hatte? Egal, die Aktion erwies sich als Stichwortgeber für die Gründung der Band um Sängerin Tiger Lilly Marleen im Jahr 2005.

Die Jahren gingen ins Land, doch für den Sound von Bonsai Kitten lässt sich nur folgendes sagen. Niemand von dem Vierer hat die Absicht, sich auf Schmuse-Kurs zu begeben. Schon gar nicht auf dem neuen Album „Mindcraft“, das die Truppe am Freitagabend mit dem Potsdamer Publikum im Club Charlotte feiern wird. Also es geht deftig zu, Tiger Lilly Marleen fährt ihre scharfen Krallen aus und ihre Gefährten sind ebenso wenig pflegeleichte Stubentiger.

Alle zehn neuen Songs gehen straff über die Bühne. Punk mit metallischer Kante wird zumeist geboten, deftige Mitsing-Refrains haben sie auch drauf. Die Attitüde ist – weitgehend - rüde. Schnurren oder gar anschmiegen? Nichts davon. Tiger Lilly faucht, kratzt und beißt – besonders schön. Und die Jungs an Schlagzeug, Gitarre und dreisaitigem Bass ziehen gnadenlos mit. Gelegentlich sind Spuren von Psychobilly – die Band tourte unter anderem mit Mad Sin – und sogar Ska mit spitzen-Bläsern zu vernehmen. Doch flugs geht es zurück zum rotzigen Riot-Girl mit viel Radau. Es wird sogar Japanisch. Und selbst, wenn die Akustische ausgepackt wird und es ein klitzekleines Bisschen in Richtung Blues geht, verlieren Bonsai Kitten nichts von ihrer Kraft: Stark und ungezähmt wie ein Tiger.

Konzerttermin: Bonsai Kitten spielen am Freitag, dem 29. September, um 21 Uhr im Club Charlotte.

Von Ralf Thürsam

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