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Bornimer wollen ihre Abkürzung zurück

Streit um Betonpoller Bornimer wollen ihre Abkürzung zurück

Die Einwohner des Potsdamer Stadtteils Bornim wollen ihre Abkürzung zwischen der Bundesstraße 273 zur Golmer Chaussee wiederhaben. Eine Eingabe von Rentner Willi Well haben 82 Einwohner unterschrieben. Passieren dürfen jedoch nach wie vor nur Radler, Fußgänger und landwirtschaftliche Fahrzeuge.

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Sind wegen der eingeschränkten Durchfahrt verärgert: Rentner Willi Well (l.) und Landwirt Jürgen Purschke. Links steht der Pollerklotz.
 

Quelle: Jacqueline Schulz

Bornim.  Der Streit um den Betonpoller „Am Heineberg“ geht weiter: Zwar versperrt der tonnenschwere pyramidenförmige Klotz momentan nicht auf halbem Wege die beliebte Abkürzung von der Bundesstraße 273 zur Golmer Chaussee. Man könnte also wieder passieren. Darf aber nicht. Denn die Durchfahrt auf der asphaltierten Straße ist weiterhin nur landwirtschaftlichen Fahrzeugen erlaubt. „Eine bodenlose Frechheit ist das“, schimpfte Landwirt Jürgen Purschke (56), dessen Betrieb sich seit 1991 „Am Heineberg“ befindet. „Das Mindeste wäre doch, die Anlieger durchzulassen. Das tut keinem weh, dass hier mal jemand lang fährt. Es gibt doch genug Möglichkeiten, entgegenkommenden Autos auszuweichen.“

Das sieht die Stadt anders. „Im Zuge des Bodenordnungsverfahrens wurde entschieden, dass dieser landwirtschaftliche Weg mit zwei parallelen Betonplatten nicht als Erschließungsstraße ausgebaut wird, sondern nur als landwirtschaftlicher Weg, frei für Fußgänger und Radfahrer“, teilte Stadtsprecher Stefan Schulz am Dienstag mit. Begegnen sich Fußgänger oder Radfahrer und „illegal dort fahrende“ Autos, werde es gefährlich – „insbesondere bei erhöhter Geschwindigkeit“. Auch deshalb könne die Straße nicht für den Fahrzeugverkehr freigegeben werden, so Schulz. „Eine Widmung und Öffnung für uneingeschränkten öffentlichen Verkehr würde einen Ausbau der Straße erfordern. Dies ist nicht erforderlich und auch nicht geplant.“

Anwohner Willi Well (76) streitet sich seit Monaten mit der Stadtverwaltung um die Freigabe des Heineberg-Wegs. Auch der Ausschuss für Eingaben und Beschwerden hat sich im Juli mit seinem Anliegen befasst. Well trainiert Nachwuchsmannschaften der SG Bornim und weiß: „Wer aus Marquardt, Satzkorn und Fahrland zur Sportanlage gefahren ist, hat diese Abkürzung genutzt.“ 1,1 Kilometer spare man auf diese Weise. 82 Bornimer haben Wells Eingabe unterschrieben.

Die neue „Widmungsbeschränkung“ lautet nun „Fußgänger- und Radverkehr, Landwirtschaftlicher Verkehr und Reiter frei“. Damit sei das „reguläre Befahren der Straße ,Am Heineberg’ durch den motorisierten Individualverkehr nicht mehr möglich“, antwortete der Baubeigeordnete Matthias Klipp (Bündnisgrüne) dem fußballbegeisterten Rentner. Die „Widmungsbeschränkung“ wurde nun „auch baulastseitig“ umgesetzt – der Betonpoller war die Folge, der in der vergangenen Woche mit Erlaubnis der Stadt an den Rand geräumt wurde. Der Klotz konterkarierte das Verkehrsschild: Landwirtschaftlichen Fahrzeugen ist das Passieren erlaubt – unmöglich mit dem Pollerklotz auf der Mitte der Straße.

 Wie viele Autos die Abkürzung benutzen, können Well und Purschke nur schätzen: „Wenige in der Stunde.“ Der Verwaltung liegen „keine Zählungen der illegal durchfahrenden PKW vor“.

Dass der Heineberg-Weg nicht mehr Abkürzung sein darf, haben die Anwohner dem Bürgerverein Bornim ’90 mit seinem Vorsitzenden, dem Stadtverordneten Klaus Rietz (Aktionsbündnis Potsdam Nord/West), zu verdanken. Auf dessen Antrag hin wurde ein „Teileinziehungsverfahren“ eingeleitet – die Nutzung also eingeschränkt. Für Well ein Unding: „Der Bürgerverein kann nur im Namen der Bürger so eine Maßnahme beantragen. Diese Beauftragung ist nicht erfolgt. In dem Fall vertritt Herr Rietz nur seine eigenen Interessen.“ Dem Stadtverordneten und seiner Tochter gehören Well zufolge rechts und links Grundstücke „Am Heineberg“. Dagegen werde die Meinung jener Bornimer, die die Eingabe unterzeichnet haben, werde „einfach ignoriert“, so Well.

Von Ricarda Nowak

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