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Brandenburger spielt Hauptrolle in „Tschick“

Regie: Fatih Akin Brandenburger spielt Hauptrolle in „Tschick“

Wenn halbwüchsige Jungs ein Auto klauen und damit durch die Provinz abhauen: Heute Abend feiert die Bestsellerverfilmung „Tschick“ von Regisseur Fatih Akin in Berlin Weltpremiere. Der Brandenburger Tristan Göbel spielt eine Hauptrolle. Aber was war eigentlich seine wildeste Tat – bis jetzt?

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Maik Klingenberg (l., Tristan Göbel) und Tschick (Anand Batbileg) brettern mit dem geklauten Lada durch ein Maisfeld.
 

Quelle: foto: studiocanal

Potsdam.  Halbwüchsige Jungs, die ein Auto klauen und damit durch die ostdeutsche Provinz in Richtung Walachei abhauen, sind ja normalerweise ein Fall fürs Jugendamt. Oder es handelt sich um alles dürfende Romanfiguren – nämlich aus „Tschick“. Wolfgang Herrndorfs 2010 erschienenes Buch, das Jung und Älter gleichermaßen elektrisiert hat, hat Regisseur Fatih Akin verfilmt. Heute Abend wird im Berliner Kino „International“ Weltpremiere gefeiert. Dass „Tschick“ auf der Leinwand mindestens genauso viel Spaß macht wie zwischen den Buchdeckeln, liegt an den Hauptdarstellern – dem Potsdamer Schüler Tristan Göbel und Anand Batbileg. Beide sind 14 Jahre – so alt wie die von ihnen verkörperten Außenseiterfiguren Maik Klingenberg und Tschick, die auf ihre Eltern nicht zählen können und auf sich gestellt sind. Und vielleicht genau deshalb den besten Sommer ihres Lebens verbringen.

Fatih Aktin

Fatih Aktin.

Quelle: imago stock&people

Wilde Abenteuer wie Maik und Tschick haben Tristan und Anand in ihren Sommerferien nicht erlebt. Tristan, der in eine bilinguale neunte Klasse des Babelsberger Filmgymnasiums geht, hat einen Kinofilm gedreht. „In Norwegen. Darf aber nicht sagen, worum’s da geht.“ Anand hat die freie Zeit genutzt, um zu Hause in Berlin-Pankow „zu chillen“. Er habe zwei kleine Brüder. „Wenn die im Kindergarten waren, hab’ ich mich erholt“, sagt Anand. Den ersten Schultag haben die Jungs mit Interviews verbracht. Dass Tristan auf ein Filmgymnasium geht, heißt noch lange nicht, dass er ohne Weiteres für seine Filmprojekte unterrichtsfrei bekommt. „Die sind in der Schule zwar ziemlich tolerant, aber ich muss dafür gute Noten bringen.“

Als er in der Grundschule randalierte

Irgendwas „Krasses“ hat Anand aus seiner Sicht noch nie angestellt, äußert er im Interview. Und Tristans wildeste Tat? „In der Grundschule hab ich einmal ein Tor im Zaun zerstört. Da hatte ich mich wohl nicht im Griff.“ Mit Außenseitertum kennen sich beide nicht aus: „Wir sind so in der Mitte.“ Tristan, der mit Großfamilie in einem Dorf bei Zossen (Teltow-Fläming) lebt, ist ein alter Filmhase. Schon mit dreieinhalb Jahren stand er – mit seiner älteren Schwester Maxine – in „Reine Formsache“ vor der Kamera. „Ich musste einen Turm aus Bauklötzen umschmeißen.“ Es folgten weitere Projekte, darunter die TV-Religionskomödie „Simon sagt ,Auf Wiedersehen’ zu seiner Vorhaut“ oder Christian Schwochows Kinodrama „Westen“. Dort verkörperte er den vorwitzigen Sohn einer jungen Frau, die aus der DDR ausreist und im Notaufnahmelager Marienfelde strandet. In dieser Rolle trägt Tristan einen ostigen Kurzhaartopfschnitt und eine fiese Brille. Sonst darf er sich vor der Kamera optisch treu bleiben: „Ich finde, dass mir lange Haare stehen, hab ich fast noch nie anders getragen.“

„Der harte Typ mit dem weichen Herzen“

 Tristan liebt an Dreharbeiten „herumzureisen und neue Leute kennenzulernen“. Und manchmal findet man dabei einen Freund fürs Leben – so wie Anand. Der gebürtige Münchener spielte das erste Mal in einem Film mit. Weil Anand den Castingaufruf zu spät fand, bewarb er sich auf den letzten Drücker für die Rolle, die er so beschreibt: „Anfangs erscheint Tschick mysteriös. Man glaubt, dass er es nicht weit im Leben schafft. Aber dann ist er wirklich nett und schlau. Er ist der harte Typ mit dem weichen Herzen.“ Das Beste am Dreh sei das Catering gewesen: „Ich habe bestimmt sieben, acht Kilo zugenommen“, erzählt der Taekwondo-Fan. Und von einem Stuntman lernte er Autofahren – mit 14.

Wie praktisch: „Tschick“ steht in der Neunten auf der Liste der Bücher, die die Schüler lesen sollen und vorstellen dürfen. Ehrensache, dass Tristan den Roman präsentiert. Anand ist schon eine Klasse höher: „Wegen meiner Rolle durfte ich ,Tschick’ nicht nehmen.“ Ob dieser Film ihr Leben verändern wird? „Das wird wohl ein ziemlicher Hype, kann ich mir vorstellen“, sagt Tristan. „Tschick“ startet am Donnerstag bundesweit in den Kinos.

Von Ricarda Nowak

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