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Potsdam Brandenburgs größter Weihnachtsmarkt lädt ein
Lokales Potsdam Brandenburgs größter Weihnachtsmarkt lädt ein
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21:43 27.11.2017
Kaum Terrorangst: Viele Potsdamer stießen gestern mit dem ersten Glühwein auf den frisch eröffneten Markt hin. Quelle: Friedrich Bungert
Innenstadt

Leise rieselte der Schnee? Nein, leise nieselte der Regen. Die Eröffnung des Weihnachtsmarktes auf der Brandenburger Straße – bekannt als „Blauer Lichterglanz“ – lud am Montag nicht gerade zum Romantik-Bummel zwischen den Buden ein. Dennoch: So wie jedes Jahr hatte sich der Weihnachtsmann wieder auf die weite Reise in die märkische Metropole gemacht, um dem Auftakt der Weihnachtssaison beizuwohnen. Bis zum 28. Dezember kann man den Budenzauber genießen – ausgenommen ist der 24. Dezember. Die MAZ beantwortet die wichtigsten Fragen rund um den Markt, der allein im letzten Jahr 800 000 Besucher anlockte.

Potsdam, 27. November 2017 – Der größte Weihnachtsmarkt im Land Brandenburg ist eröffnet. Als „blauer Lichterglanz“ durchzieht er die Brandenburger Straße und den Luisenplatz in Potsdam. Bis zum 28. Dezember – ausgenommen Heiligabend – ist der Weihnachtsmarkt geöffnet.

Was gab’s Neues bei der Eröffnung?

Weil Petrus diesmal nicht so recht mitspielte, kam der Weihnachtsmann erstmals in einer geschlossenen Kutsche vors Rathaus gerollt, um Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) mit zwei PS über die Brandenburger Straße zum rituellen Stollenanschnitt auf den Luisenplatz zu geleiten. Der Anschnitt fand dann auch nicht unter freiem Himmel, sondern in der Blauen Grotte statt.

Muss man bei einem Besuch auf dem Markt tiefer in die Tasche greifen als letztes Jahr?

Teilweise ja, zumindest bei den „Grundnahrungsmitteln“, wie eine stichprobenartige Erhebung ergab: Glühwein und Rostbratwurst halten ihren Vorjahrespreis bei etlichen Händlern nicht. 2,50 Euro kostete die Thüringer Wurst-Spezialität noch 2016; nun muss man oft drei Euro für die kulinarische Stärkung aus dem Portemonnaie kramen. Auch die Glühweinpreise sind mancherorts um 50 Cent nach oben „gekraxelt“: Zum Beispiel von drei Euro auf 3,50 Euro bei den teureren Winzerglühweinen. Aber es gibt auch billigere Angebote.

Was wird für die Sicherheit getan?

Beim Stollenanschnitt waren zwei Polizeibeamte dabei, die ihre Gewehre gut sichtbar trugen. Weitere Uniformierte und Beamte in Zivil seien auf dem Markt unterwegs, hieß es. Das aktuelle Sicherheitskonzept ist im Oktober in einer Beratung zwischen Polizei, Stadt und Veranstalter abgestimmt worden. Die Zufahrtsmöglichkeiten auf den Weihnachtsmarkt sind eingeschränkt. Täglich ab 11 Uhr morgens werden Transportkühlfahrzeuge zwischen den Seitenstraßen und der Brandenburger Straße postiert. Diese Form der „Einfahrtsbehinderung“ sei effektiv und praktisch, weil sie einfach weggefahren werden kann, sagte Eberhard Heieck, Geschäftsführer der Coex Veranstaltungs GmbH. Die Zufahrten von der Friedrich-Ebert-Straße auf die „Brandenburger“ waren gestern gegen 17 Uhr allerdings nicht mit Transportern verstellt. Dies werde sich künftig ändern, versicherte Heieck. Die Händler müssen wegen der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr Standgeld bezahlen, betonte der Coex-Chef.

Inwieweit hat sich der Markt gegenüber 2016 verändert?

Weniger dicht gedrängt präsentieren sich die Hüttenreihen beiderseits der Straße. Auf Wunsch einiger Ladenbetreiber in der Brandenburger Straße habe es diesmal es eine „leichte Entzerrung“ bei der Aufstellung der Buden gegeben, sagte Manfred Gerdes, Vorsitzender der AG Innenstadt. 120 Buden gab es im Vorjahr auf der „Brandenburger“; diesmal sind es ein paar weniger. Damit habe man den Beschwerden mancher Geschäftsleute Rechnung tragen wollen, die sich in der Vergangenheit über zugestellte Eingänge beziehungsweise Schaufensterflächen beklagt hatten.

Soll der „Blaue Lichterglanz“ perspektivisch wachsen?

Nein, erklärte Gerdes: Es sei nicht geplant, den Markt auch in die Nebenstraßen auszuweiten.

Welche speziellen kulinarischen Schmankerln gibt es?

Exotisch mutet der Stand von Klaus-Dieter Eichmann und seiner chinesischen Frau Jingmei Fan an. Sie verkaufen „Deli-Taiyaki“: Das sind kleine Fische aus koreanischem Bis­cuit-Teig, die mit Vanillepudding gefüllt sind. Das Ehepaar aus Werder bereitet die „Glücksfische“ mit Puddingbauch live an einer koreanischen Backmaschine zu. Sie ist eine Art Backstraße. „Wir hatten die Maschine in China entdeckt und ein ähnliches Modell zum Glück in Korea gefunden.“ In einer Stunde schafft das Wunderding 600 kleine Fische. „Aber das wäre uns zu viel Stress“, räumte Klaus-Dieter Eichmann lachend ein. Glücksfische soll man nicht im Akkord produzieren, sondern in weihnachtlicher Muße. Freunde der internationalen Küche kommen auf dem Markt auf ihre Kosten: Von Spezialitäten aus Potsdams italienischer Partnerstadt Perugia bis hin zu Schweizer Raclette reicht die kulinarische Palette.

Von Annika Jensen und Ildiko Röd

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