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Potsdam Breite Front gegen Rechts
Lokales Potsdam Breite Front gegen Rechts
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21:11 18.03.2018
Vor dem Justizzentrum Potsdam gab es am Sonntag eine rechte Kundgebung zum Tag der politischen Gefangenen und mehrere Gegendemonstrationen. Quelle: Friedrich Bungert
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Innenstadt

Was für ein Zahlenverhältnis: Gerade mal 35 rechtsextreme Demonstranten waren am Sonntagnachmittag vor dem Justizzentrum in der Jägerallee aufgetaucht, um ihre Forderung kundzutun: „Freiheit für alle politischen Gefangenen“ – damit waren Holocaust-Leugner und Volksverhetzer gemeint. Dem Häufein standen jedoch ungefähr tausend Gegendemonstranten gegenüber. Nach weniger als zwei Stunden war der braune Spuk vor dem Justizzentrum auch schon wieder vorbei. Flankiert von Polizisten zogen die Rechten durch die Gregor-Mendel-Straße ab; begleitet von gellenden Trillerpfeifen und „Haut ab, haut ab“-Rufen. Anschließend wurden sie am Neuen Palais vorbei zum Bahnhof Park Sanssouci geleitet. Teilweise liefen Gegendemonstranten mit und legten mit Kommentaren wie „Faschos“ nach. Wer hinter der rechten Demo mit dem kruden Motto steckte, wurde gestern nicht öffentlich gemacht , da es sich um eine Privatperson handeln soll – angeblich ein Mitglied der NPD/„Freien Kräfte Neuruppin“.

Das Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ lud zur Demo am Justizzentrum Potsdam ein. Quelle: Friedrich Bungert

Unter dem Motto „Für eine menschenfreundliche Gesellschaft ohne Hass und Hetze“ waren die Potsdamerinnen und Potsdamern dazu aufgerufen gewesen, den Rechten entgegentreten. Trotz der klirrenden Kälte gab es eine riesige Resonanz. Ab 13.30 Uhr folgten mehrs als 500 Menschen dem Zug, den die Linken-Landtagsabgeordnete Isabell Vandre angemeldet hatte und der von der Wilhelmgalerie bis zum nördlichen Teil der Jägerallee führte. Schon am Vormittag hatte es dafür Verkehrssperrungen im Bereich der Innenstadt gegeben; auch der öffentliche Nahverkehr war davon betroffen. Südlich vom Justizzentrum hatte sich um 14 Uhr schon die Gegendemo vom Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ mit bis zu 500 Teilnehmern positioniert – und dazwischen, quasi eingeklemmt, die Handvoll rechter Demonstranten. Was dort am Redner-Miko geboten wurde, war von einschlägiger Deutlichkeit. Der Chemnitzer Rechtsanwalt und DSU-Politiker Martin Kohlmann – bekannt geworden als Verteidiger der rechten Terrorgruppe Freital – nahm die Holocaust-Leugner in Schutz.

Bei der Rechten-Demo. Quelle: Friedrich Bungert

Bei den beiden Gegendemos wurde dieses Gedankengut scharf gegeißelt. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), Vorsitzender des Bündnisses „Potsdam bekennt Farbe“, unterstrich in seiner Rede die Notwendigkeit, selbst bei den kleinsten Veranstaltungen der Rechten ein Signal zu setzen: „Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass in Potsdam für so eine Meinungsmache kein Platz ist.“ Und: „Gemeinsam bekennen wir Farbe und zeigen, dass unsere Stadt ein Aushängeschild ist für Weltoffenheit und ein friedliches Miteinander.“ Auch für Alt-Generalsuperintendent Hans-Ulrich Schulz war es Ehrensache teilzunehmen: „Es geht darum, die Straße nicht denen zu überlassen, die rechtes und intolerantes Gedankengut verbreiten.“ Ebenfalls in der Menge: Archibald Horlitz, Präsident des SV Babelsberg 03. Sein Verein läuft mit dem Kampagnen-T-Shirt „Nazis raus aus Stadien“ auf. Beim Samstagsspiel in Düsseldorf, seien sogar die Düsseldorfer mit dem Shirt aufgelaufen, berichtete Horlitz stolz.

Insgesamt verliefen die drei Demonstrationen laut Polizeisprecher Heiko Schmidt friedlich. Nur an der Ecke Jägeralle/Hegelallee gab es gegen 14 Uhr einen Zwischenfall zwischen Rechten und Gegendemonstranten, bei dem ein Plakat entrissen wurde. Die Polizei nahm sechs Tatverdächtige in Gewahrsam.

Irritationen gab es bei Beobachtern wegen der vielen stark vermummten Personen – Vermummungen zum Zweck der Tarnung würden nicht einen Verstoß gegen das Versammlungsgesetz darstellen. Aber: „Das wurde nicht als Vermummung gesehen, sondern als Schutz gegen die kalte Witterung und den starken Wind“, erklärte Polizeisprecher Schmidt. Das Phänomen sei zudem bei allen drei Demonstrationen anzutreffen gewesen.

Von Christin Iffert und Ildiko Röd

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