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Brücke über Sacrow-Paretzer Kanal fertig

Bundesstraße 273 bei Marquardt Brücke über Sacrow-Paretzer Kanal fertig

Am kommenden Dienstag, 19. April 2016 um 11 Uhr, wird die 100 Meter lange Querung über den Sacrow-Paretzer Kanal nach fast dreijähriger Bauzeit feierlich übergeben. 700 Tonnen Stahl und 1560 Kubikmeter Stahlbeton wurden verbaut.

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Die neue Straßenbrücke über den Sacrow-Paretzer Kanal bei Marquardt. Ein Techniker führt letzte Materialprüfungen aus.
 

Quelle: Detlev Scheerbarth

Marquardt.  Autofahrer, Fußgänger und Pedaleure können endlich aufatmen: Nach fast dreijähriger Bau- und Wartezeit wird am kommenden Dienstag, 11 Uhr, die neue Brücke der Bundesstraße 273 über den Sarow-Paretzer Kanal bei Marquardt feierlich für den Verkehr freigegeben. Ursprünglich sollten die Arbeiten an dem imposanten Bauwerk bereits im Juni 2015 beendet sein, doch aufgrund verschiedenster Hemmnisse musste der Termin mehrmals verschoben werden.

Erst gab es Veränderungen bei der Planung der Behelfsbrücke für den Straßenverkehr, dann traten „mehrere kleine Probleme bei der Qualität der Bauausführung“ auf, erklärte am Donnerstag Rolf Dietrich, Leiter des Wasserstraßen-Neubauamtes Berlin, der MAZ. Ab Dezember 2015 musste erneut ein Baustopp eingelegt werden. „Korrosionsschutz und Betonarbeiten können im Winter nicht ausgeführt werden. Und an der Qualität durfte es keine Abstriche geben“, so der Amtschef.

Luftbild aus der Bauphase

Luftbild aus der Bauphase. Oberhalb der neuen Brücke ist die Behelfsbrücke für den Autoverkehr zu sehen.

Quelle: WSA

Die imposante Brücke soll 80 Jahre lang halten

Doch was lange währt, wird offenbar gut. „Jetzt ist alles fertig. Die Brücke soll 80 Jahre halten, die Beschichtung mindestens 30 Jahre“, sagt Dietrich. Ein bisschen Stolz schwingt in seiner Stimme mit: „Es ist eine außergewöhnlich große Brücke, die über den Kanal und einen Wirtschaftsweg führt.“ Knapp 100 Meter ist sie lang, 1000 Meter Straße wurden gebaut. Nicht zuletzt konnte die letzte Lücke im Radweg Wustermark-Potsdam geschlossen werden. Das wird viele Radler freuen.

Mit der Brückenübergabe nähern sich auch die Arbeiten am Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 17, das den Ausbau der Wasserstraßenverbindung Hannover-Magdeburg-Berlin forcierte, allmählich dem Ende. „Das war die letzte Brücke“, so Dietrich mit leichtem Bedauern. „Neue Ausbauprojekte für die Schifffahrt wird es nicht mehr geben. Jetzt ist das Ruhrgebiet dran.“

Die Brücke kostete fast elf Milionen Euro

Insgesamt 70 Millionen Euro hat der Bund für die Grundinstandsetzung des Sacrow-Paretzer Kanals geplant, bislang wurden circa 37 Millionen Euro verbaut. Allein die Brücke Marquardt kostete 10,7 Millionen Euro. „Wir werden den Kostenrahmen einhalten“, verspricht Dietrich. Bis zum Jahr 2018 soll die Vertiefung des 12,5 Kilometer langen Kanals abgeschlossen werden. Die Behelfsbrücke in Marquardt wird abgerissen, die asphaltierte Umgehungsstraße bleibt bestehen, endet aber wieder als Sackgasse am Wasser.

Straßenbrücke Marquardt

Die neue Brücke über den Sacrow-Paretzer Kanal ist exakt 99,90 Meter lang und zwischen den Geländern 13,25 Meter breit. Die Höhe der Bögen über der Fahrbahn beträgt 15,87 Meter.

700 Tonnen Stahl und 1560 Kubikmeter Stahlbeton wurden in knapp drei Jahren verbaut.

Die alte Spannbetonbrücke bei Marquardt , errichtet von 1964 bis 1968, war nicht standsicher gegen Schiffskollisionen, zudem hing sie zunehmend durch. Im Jahr 2005 erhielt sie eine Gnadenfrist für acht Jahre. Im Mai 2013 begann der Bau der neuen Brücke.

Der Sacrow-Paretzer Kanal wurde 1874/75 zur Verkürzung des Schifffahrtsweges über die Potsdamer Havel durch Verbindung vorhandener Seen zwischen Sacrow und Paretz gebaut. Der Kanal ist 12,5 Kilometer lang und circa 3,40 Meter tief.

Von Jens Trommer

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